Das Amtsgericht Waldshut hat einen früheren Autohändler aus dem Kreisgebiet zu Gefängnis auf Bewährung und zu einer Geldstrafe verurteilt. Der Unternehmer wurde beschuldigt, fahrlässig zu spät Insolvenz angemeldet zu haben. Außerdem habe er Geld im Wert von über 130 000 Euro veruntreut. Der Fall geht bereits auf das Jahr 2012 zurück. Damals hatte der Mann laut Anklage insgesamt sieben Autos einer Premiummarke an Endkunden verkauft. Zahlung und Auslieferung sollten über einen Geschäftspartner mit Sitz in Prag abgewickelt werden.

Geld der Kunden verschwunden

Die Kunden zahlten, Autos aber erhielten sie keine, so der Vorwurf. Der dafür verantwortliche Geschäftspartner sitzt mittlerweile selbst wegen anderer Delikte in Haft, und das Geld der Kunden ist bis heute verschwunden. Da der Vertrag mit der Firma des Angeklagten geschlossen worden war, ging die Rückforderung von knapp einer halben Million Euro an ihn. Folge war Zahlungsunfähigkeit. Die dreiwöchige Frist für die Anmeldung der Insolvenz wurde laut Anklage um mehrere Wochen überschritten, was zu weiterem Verlust von Kapital geführt habe.

Die Verteidigung allerdings argumentierte, der Angeklagte habe bis zuletzt gehofft, vom Geschäftspartner entschädigt zu werden und die geprellten Kunden ausbezahlen zu können. Tatsächlich erfolgte eine Teilzahlung an eine Gesellschafterin der GmbH des Angeklagten in Höhe von 134 000 Euro. Wie diese Transaktion juristisch zu würdigen sei, war jedoch vor Gericht umstritten. Die näheren Umstände der Geschehnisse konnten auch nicht mit Hilfe eines Zeugen, der damals das Gutachten für die GmbH erstellt und ihre Insolvenz festgestellt hatte, abschließend geklärt werden. Letztlich blieb der Vorwurf der Fahrlässigkeit bestehen.

Der Angeklagte beteuerte, nur das Beste im Sinn gehabt zu haben. Mittlerweile ist der ältere Mann zahlungsunfähig und krank. Aufgrund dessen und im Hinblick auf seine Kooperationsbereitschaft verhängte das Gericht eine achtmonatige Haftstrafe auf Bewährung sowie eine Geldstrafe von 3500 Euro.