Plastiktüten – Schon lange sind die Kunststofftragetaschen ein viel diskutiertes und kritisiertes Thema in Deutschland. Nun plant Bundesumweltministerin Svenja Schulze das Verbot von Plastiktüten im Einzelhandel zum Jahr 2020. Wir wollten nun wissen, was die Menschen auf der Kaiserstraße zum zukünftigen Verbot von Plastiktüten denken und haben eine kleine Umfrage gestartet.

  • Andrea Fleig, 64 Jahre, Waldshut: „Generell finde ich es super sinnvoll, Plastiktüten zu vermeiden, aber die Idee mit dem Verbot ist ein Witz, da man ja in einer Obst – oder Gemüseabteilung heutzutage nichts mehr ohne Plastik kaufen kann. Ich glaube, dass es sinnvoller und effektiver ist, Gemüse zum Beispiel nicht einzuschweißen. Deshalb kaufe ich auch 90 Prozent meines Gemüses auf dem Markt. Ich finde, man müsste an den Verpackungen etwas ändern.“
Andrea Fleig (64) aus Waldshut.
Andrea Fleig (64) aus Waldshut. | Bild: Anne Stoll
  • Thea Caspari, 62 Jahre, Kanton Bern: „Wenn ich dazu etwas sagen soll, dann gehört alles Plastik-Zeug weg! Als Alternative sollten Papiertüten eingeführt werden, beziehungsweise Netzchen aus Baumwolle, einfach Mehrwegtüten, Stofftaschen. Was am wichtigsten wäre ist, dass Großmärkte nicht alles verpacken, sondern die Ware offen anbieten.“
Thea Caspari (62 Jahre) aus dem Kanton Bern.
Thea Caspari (62 Jahre) aus dem Kanton Bern. | Bild: Anne Stoll
  • Genesis Castillo Schäuble, 20 Jahre, Unteralpfen: „Ich finde, die Preise für Plastiktüten sollten teurer, aber nicht verboten werden. Es kann ja sein, dass man mal gerade keine Tüte beim Einkaufen dabei hat. Bei Aldi zum Beispiel werden einem oft Kartons zur Verfügung gestellt, in denen man seine Einkäufe transportieren kann. Wir zum Beispiel nehmen auch an der Frischetheke im Supermarkt unsere eigenen Behälter mit, sodass die Angestellten die Waren dort hineinfüllen können. Bei Früchten und Gemüse nehmen wir außerdem unsere eigenen Netze mit.“
Genesis Castillo Schäuble (20 Jahre) aus Unteralpfen.
Genesis Castillo Schäuble (20 Jahre) aus Unteralpfen. | Bild: Anne Stoll
  • Josef Herzog, 84 Jahre, Hedingen (Kanton Zürich): „Von einem Verbot halte ich gar nichts. Aber ich lebe in der Schweiz. In unserem Ort haben wir eine Versorgungsstelle, wo es einen großen Sack gibt, in dem man, für 40 Franken, alles Plastik von sich zuhause entsorgen kann. Die Leute bringen den Sack dann zu einer anderen Stelle, wo das Plastik wiederverwertet wird. Ich glaube, das Bewusstsein zu entwickeln, dass unsere Kinder und Enkel in eine Welt kommen wollen, in der sie ohne Sorgen leben können, ist ganz wichtig. Wir müssen in die Zukunft denken. Das Problem besteht ja nicht nur aus dem vielen Plastik, sondern aus vielen anderen Sachen, wie zum Beispiel dem hohen Energieverbrauch. Die Menschen müssen sich einfach daran gewöhnen, dass sie es sind, die die Welt kaputtmachen. Mit Verboten kommt man da glaube ich nicht weiter, da man sie einfach nicht genügend kontrollieren kann.“
Josef Herzog (84 Jahre) aus Hedingen (Kanton Zürich).
Josef Herzog (84 Jahre) aus Hedingen (Kanton Zürich). | Bild: Anne Stoll
  • TadejaJurse, 27 Jahre, Waldshut: „Ja, ein Plastikverbot finde ich auf alle Fälle gut. Ich versuche selber, so wenig Plastiktüten wie möglich zu verwenden. Ich transportiere meine Einkäufe zum Beispiel mit einer Stofftasche oder mithilfe von Kartons.“
Tadeja Jurse (27 Jahre) aus Waldshut.
Tadeja Jurse (27 Jahre) aus Waldshut. | Bild: Anne Stoll