Tiengen – Die Aktionsgemeinschaft Tiengen rüstet sich mit der Einleitung eines „Generationenwechsels“ für die Zukunft. An der Hauptversammlung am Mittwoch wählten die Mitglieder gleich neun neue Beiräte. Sie sollen die Arbeit des Vorstands, aufgeteilt in Themenbereiche, künftig unterstützen. Dieser wird schon bald auf seine beiden Zugpferde verzichten müssen. Die bei der Versammlung einstimmig wiedergewählte Vorsitzende Christa Bader sowie Geschäftsführer Kurt Reckermann wollen sich, wie schon angekündigt, spätestens Ende 2018 aus der aktiven Vereinsarbeit zurückziehen.

Alleine Kurt Reckermann habe ehrenamtlich nahezu das Pensum einer Vollzeitstelle geleistet, so Bader in ihrem Bericht. Sie erklärte: „Das können wir in Zukunft nicht erwarten.“ Neben der Verstärkung im Ehrenamt werde man dem Beispiel des Waldshuter Werbe- und Förderungskreises (W+F) folgen und eine bezahlte kaufmännische Stelle schaffen. Leistungen wie Event-Management oder Grafik-Design könnten für bestimmte Veranstaltungen punktuell hinzugekauft werden. Bereits im März Fans eine Informationsveranstaltung für Mitglieder und Interessierte zur Zukunft der Aktionsgemeinschaft statt.

Die Stadt soll ebenfalls öfter ins Boot geholt werden: Aktionen wie Verkaufsoffene Sonntage, Jazzfest, Kindertage oder Weihnachtsbeleuchtung seien nicht nur im Interesse des Handels, sie förderten auch das Image der Stadt, betonte Bader. Gleiches gelte für die Hoorige Mess' und das Erntefest. Bei diesen Veranstaltungen profitierten vor allem die Vereine als Standbetreiber. Der Aufwand der Organisation und Durchführung liege aber vor allem bei der Aktionsgemeinschaft. Hier erwäge man, eine Vereinsgemeinschaft oder Kommission einzusetzen, wie es beim Schwyzertag üblich ist.

Gemeinsam mit dem Waldshuter Werbe- und Förderungskreis werde man die Arbeit der beiden Fördervereine laut Bader in der Gemeinderatssitzung am 26. Juni präsentieren, „um zu zeigen, welches ehrenamtliche Engagement und welcher finanzielle Aufwand dahintersteckt und was die Aktionen bewirken“. Bei vierteljährlichen Treffen mit der Stadtverwaltung und dem Oberbürgermeister wolle man über Wege der Zusammenarbeit sprechen. Neben finanziellen Zuschüssen könnte sich diese auch in Form der Unterstützung durch den städtischen Bauhof darstellen. Bereits jetzt sei der Dialog mit der Stadtverwaltung sehr gut. Auch bezüglich des Ausbaus Innenstadt-Süd sei man in die Thematik Parken und Verkehr eingebunden, so Bader.

In der Hautversammlung wurden neben der Vorsitzenden Christa Bader auch Kassiererin Inge Nowas und Pressesprecherin Nikola Kögel einstimmig wiedergewählt. Die Wahlleitung übernahm Bürgermeister Joachim Baumert. Er lobte die Aktionsgemeinschaft zudem für ihr Engagement. Grußworte überbrachten Stadtrat Harald Ebi und Christian Straub, Vorsitzender des W+F Waldshut.

Neugewählte Beiräte: Irene Maier, Michael Merz, Thomas Muschenich, Sarah Schüz, Oliver Schiel, Fabian Simon, Zara Tiefert, Maximilian Wagner und Markus Wesner.Wiedergewählte Beiräte: Hildegard Ebner-Fox, Johannes Flaig, Michael Schütz, Andreas Strauss, Walter Tomasi und Joachim Wagner.

Aktionsgemeinschaft

  • Verein: Bereits seit 30 Jahren vertritt die Aktionsgemeinschaft Tiengen die Interessen von Einzelhändlern, Dienstleistern und Gewerbetreibenden, aber auch jene der Freiberufler, Handwerker, Vereine und Privatpersonen der Stadt. Seit 1987 gegründet plant, konzipiert und realisiert sie verkaufsfördernde Maßnahmen mit ihren rund 200 Mitgliedern. Ziel ist es, eine Aktion pro Monat zu realisieren. Vorsitzende ist Christa Bader.
  • Aktionen: Die Aktionsgemeinschaft organisiert unter anderem Verkaufsoffene Sonntage, die Hoorige Mess' an Fasnacht, das Jazzfest „Tiengener Sommer“, den Schwyzertag und das Erntefest. Hinzu kommen über das Jahr verteilt verschiedene Aktionen wie der Kindertag, Willkommen Frühling mit Blumenschmuck in der Innenstadt oder die Weihnachtsbeleuchtung. Vom 20. bis 23. Juni findet das Kunstsymposium „LuftArt – grenzenlos“ statt.