Rund 650.000 Liter Gülle flossen im März vor 25 Jahren bei der Illmühle in die Steina und verdünnt bis zum Rhein. Die Flut stammte aus dem geborstenen offenen Güllesilo eines Viehbauern in Bettmaringen. Dort brach kurz nach Mitternacht die talwärtige Betonwand des an einem Hang stehenden Jauchesammlers auf acht Meter Länge schlagartig komplett heraus.

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Die übelriechende Flut bahnte sich ihren Weg durch das untere Dorf am „Hirschen“ vorbei in den Dorfbach und weiter in Steina, Wutach und Rhein. Während die Behörden eine Gefährdung des Trinkwassers ausschlossen, wurde in der Steina der gesamte Fischbestand vernichtet. Kritisch war die Lage auch für die mehr als 100.000 Zuchtforellen in Weihern bei Untermettingen. Zwar wurde der Wasserzufluss aus der Steina rechtzeitig geschlossen, doch die künstliche Sauerstoffzufuhr wie auch die Versorgung mit Frischwasser aus Tankwagen konnte nicht lange aufrecht erhalten werden.

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Feuerwehr und von den Behörden angeforderte private Bagger versuchten beim Ersteinsatz, das Hanggelände unterhalb der Unglückstelle von der Jauche zu säubern. Die vom gefrorenen Boden abgetragene Gülle wurde auf Äcker ausgebracht. Die Menge der ausgelaufenen Gülle, 650.000 Liter, entsprach etwa der Füllung von 20 Tanklastzügen oder der Abwasserbelastung, die von 350.000 bis 700.000 Menschen ausgeht.

Die Dimension

Das Silo gehörte zu einem Stall mit etwa 120 bis 140 Kühen und war drei Jahre zuvor durch ein Bauunternehmen errichtet worden. An den Bruchkanten waren keine Armierungseisen erkennbar. Die Staatsanwaltschaft sah in einer ersten Stellungnahme einen Baumangel als naheliegend an.

Ein Augenzeugenbericht

„Ich war beim Zähneputzen, wollte ins Bett, als ich den Knall hörte“, sagte ein am unteren Ende des Unglückshangs wohnender Nachbar. „Gleich darauf war die Brühe auch schon da. 30 oder 40 Ster Feuerholz hat sie auch noch mitgerissen. Mein Auto wurde davon direkt begraben. Die Masse aus Holz und Auto wirkte wie ein Wellenbrecher. Dadurch ist wenigstens in den Keller keine Gülle hineingelaufen.“