Das macht ihm wohl so schnell keiner nach. Der 86-jährige Waldshuter Günter Woelk schaffte zum 60. Mal in Folge die Anforderungen für das Deutsche Sportabzeichen (DSA) in Gold. Das ist einmalig beim Leichtathletik-Club Waldshut-Tiengen. Respekt. „Es ist vollbracht“, schreibt Brigitte Herzog, Leiterin der Jedermanngruppe beim LC und Prüferin, in ihrer E-Mail an den SÜDKURIER. Mit Hochachtung überreichte sie „Woelki“, wie er in seinen Sportkreisen liebevoll genannt wird, das Abzeichen im Rahmen des Montagstrainings.

Er schafft die Anforderungen locker

Woelk, durch und durch Sportler, ist stolz auf seine Leistung. Wie er dem SÜDKURIER auf Nachfrage schreibt. Er klingt bescheiden. Aber die Anforderungen muss man erst einmal erfüllen können. Der Rentner schaffte sie locker. 20 Kilometer Radfahren in 49,20 Minuten, die Drei-Kilo-Kugel landete bei 9,28 Metern, in 9,9 Sekunden war er nach dem 50-Meter-Sprint im Ziel, und er übersprang die ein Meter hoch gelegte Latte.

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In jeder dieser Disziplin übertraf er die Mindestanforderung für das goldene Abzeichen laut Tabelle des Deutschen Olypischen Sportbunds (DOSB) problemlos. 55,30 Minuten auf dem Rad, 6,75 Meter mit der Kugel, 12 Sekunden über 50 Meter und 90 Zentimeter beim Hochsprung hätten gereicht.

Alles trotz beschränkter Trainingsmöglichkeiten

Eine klasse Leistung, obwohl es in der Corona-Zeit sehr wenige Trainingsmöglichkeiten gab, wie Woelk berichtet. „Man muss immer in Bewegung bleiben und trainieren, ohne geht es nicht“, sagt er. Wer heute das Sportabzeichen in Gold erwerben wolle, müsse sehr sportlich sein. „So nebenbei geht es nicht.“ Dank seiner körperlichen und gesundheitlichen Verfassung habe er in den vergangenen Jahren keine Probleme gehabt, die Bedingungen für Gold zu erfüllen. Möglich macht es das wöchentliche Montagstraining bei den Jedermännern.

Er kämpft nicht nur für sich alleine, er gilt auch als „großer Motivator in allen Bereichen“, versichert Herzog. Und gesteht: „Ohne ihn hätte ich das mit dem Sportabzeichen erst gar nicht begonnen.“ Mittlerweile hat sie das Abzeichen selbst schon 15 Mal bekommen. Waldshut-Tiengens Alt-Oberürgermeister Martin Albers habe „Woelki“ einmal als lebendige Werbetafel für das Sportabzeichen bezeichnet.

Die Nationalmannschaft in seiner Heimatstadt

Sein erstes Sportabzeichen erwarb Woelk in seiner Geburtsstadt Frankfurt am Main im Waldstadion im Alter von 25, wie er schildert. Damals, 1960, habe die deutsche Nationalmannschaft der Leichtathleten im Frankfurter Waldstadion für die Olympischen Spiele in Rom trainiert. Mit dabei der legendäre Armin Harry, Olympiasieger über 100 Meter und mit der 4x100-Meter-Staffel. Für den damals noch jungen Sportler Woelk war es Motivation und Ansporn genug, um mit dem Sportabzeichen durchzustarten. „Mein Ziel war, jedes Jahr die Leistung für das Deutsche Sportabzeichen zu erbringen“, sagt der heute 86-Jährige.

Immer gut gelaunt: Günter Woelk hat zum 60. Mal das Sportabzeichen in Gold erworben.
Immer gut gelaunt: Günter Woelk hat zum 60. Mal das Sportabzeichen in Gold erworben. | Bild: Siegfried Flum

Sport stand schon immer auf seiner Agenda. Sein Interesse galt dem Radfahren, dem alpinen Skisport, Langlauf und besonders der Leichtathletik. Kugelstoßen kann man, folgt man seinen Ausführungen, wohl als seine Paradedisziplin bezeichnen. Damit schaffte er es in den Wettkämpfen bis zur Landesebene.

1992 kommt er zum LC Waldshut-Tiengen

Durch Arno Mallmann kam er 1992 zum damals neu gegründeten LC Waldshut-Tiengen. 15 Jahre danach verfasste er einen persönlichen Rückblick, gefunden im Internet, in dem er schreibt: „Arno Mallmann bearbeitete mich, bis ich mich entschloss, dem Verein beizutreten. Noch schlimmer war: Ich wurde gleich Übungsleiter der Jedermanngruppe.“

Sie haben die Leistungen für das Sportabzeichen erbracht:

Das erste Training im Langensteinstadion war am 4. April 1993. Günter Woelk ist heute, fast 30 Jahre danach, immer noch dabei. Er sagt: „So lange die Gesundheit es erlaubt, werde ich in der Jedermanngruppe des LC weitermachen.“ Und vielleicht noch viele Goldene sammeln.

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