Die Parfümerie Klös, mit ihren beiden Standorten in der Waldshuter Kaiserstraße 19 und 68, feiert am 1. Juli ihr 50-jähriges Bestehen. Veronika Klös über ein Jubiläum in einer ungewöhnlichen Zeit

Frau Klös, das Firmejubiläum, sicherlich ein freudiges Ereignis, findet angesichts der Corona-Pandemie unter erschwerenden Bedingungen statt. Können Sie sich auf dieses Fest freuen?

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge freuen wir uns, mit unseren Kunden diesen Geburtstag feiern zu können. Wir feiern anders, werden auch hier Pfade verlassen. Was bleibt ist das Vertrauen, mehr denn je. Vertrauen ist ein Geschenk, dass unsere Kunden uns vertrauen, ist ein riesiges Geschenk. Dafür, dass sie uns seit 50 Jahren ihr Vertrauen schenken – ein großes Dankeschön!“

Sie haben viele Stammkunden, die bereits seit vielen Jahren ihre Parfümerien schätzen. Worauf gründet sich dieser Erfolg?

Beeindruckt bin ich von einem Zitat von Albert Schweizer „Vertrauen ist für alle Unternehmungen das große Betriebskapital, ohne welches kein nützliches Werk auskommen kann. Es schafft auf allen Gebieten die Bedingungen gedeihlichen Geschehens.“

Die Feier ist auch eine Erinnerung an das Lebenswerk Ihres Mannes?

Mein Mann, Ernst Klös, wartet darauf – baut auf uns, dass wir aus diesem Datum ein Ereignis machen. Diese Verbindung schafft Liebe, statt lediglich Bewunderung. Liebe zu unserem Chef und Firmengründer. Liebe zu Ihnen – liebe Kunden. Denn große Dinge entstehen von Innen und wir sind uns dessen bewusst: Wenn wir gerne in unseren Läden stehen, kommen Sie gerne zu uns. – Ja, manchmal kommt Schönheit eben doch von innen. Und das ist unser Mehrwert!

Was haben Sie für Ihre Kunden zum Jubiläum vorbereitet?

Zugaben, Beigaben und Geschenke – keiner geht leer
(r)aus. Die Kunden dürfen sich auf eine Jubiläumstüte, freuen und es gibt unser Jubiläumsmagazin – wir freuen uns auf die Begegnung mit unseren Kunden. Wir hoffen auf einen Regentag: jeder Kunde bekommt von uns einen Parfümerie-Klös-Schirm.

Hat Ihr Mann vor 50 Jahren nicht einen großen Schritt gewagt, als er mit einer Drogerie in Waldshut angefangen hat?

„Wie sagte mein Mann immer“, Wir hatten von nichts eine Ahnung. Aber davon eine ganze Menge. So wagte er den Schritt von der Lebensmittelbranche in die Oase der Schönheit. Er wusste, wir wussten, Kosmetik ist etwas ganz Konkretes, man kann ein Resultat sehen.

Fragen: Claus Bingold

Familienbetrieb mit Herz

Waldshut (bin) Am Anfang stand das Datum 1. Juli 1970. Ernst Klös eröffnete die Stadt-Drogerie in der Kaiserstraße 72. Mit 160 Quadratmetern Verkaufsfläche war das damals die größte Drogerie weit und breit. Für Ernst Klös war es seinerzeit ein wahrer Kraftakt, den Namen „Stadt-Drogerie“ durchzusetzen. Galt es doch, diverse Hürden durch Behörden und Politik zu überwinden.

Jubiläumsmagazin

Mit viel Liebe und Planungarbeit haben Veronika Klös und Martina Höhl lange vor dem heutigen Datum mit der Gestaltung der Jubiläumsmagazin zum 50-jährigen Bestehen der Parfümerie Klös begonnen. Niemand – keiner – nicht irgendeiner konnte mit dem derzeitigen Ausnahmezustand, mit diesen anderen Zeiten rechnen. Darum bedarf es, so Veronika Klös, einiger Zeilen:

  • „Wie kann man nur in so einer Zeit feiern... Wir hören die Stimmen und die Fragen. Vielleicht haben sie Recht, aber:
  • Vielleicht ist es genau die richtige Zeit, nämlich diese...
  • Vielleicht hätte mein Mann es so gewollt.
  • Vielleicht ist es gut, einfach mal zurückzuschauen.
  • Vielleicht sollen wir das Nachvorneschauen kurz oder hin und wieder mal ausblenden.
  • Vielleicht sind Freude und Dankbarkeit der richtige Weg für das Ungewisse, für das Kommende.“

Von Beginn an dabei

Mit 15 Jahren begann Veronika, die in diesem Jahr ebenfalls ihr 50-jähriges Jubiläum feiern kann, ihre Ausbildung in der gerade eröffneten Stadtdrogerie Klös, die sie 1973 mit der Prüfung zur Drogistin erfolgreich abschloss.

Bereits ein Jahr später wurde sie Vertretung der Ladenleitung und ein Jahr darauf hat sie die Drogerie selbst geleitet.

Gemeinsam haben Veronika und Ernst Klös zur Stadt-Drogerie die Parfümerien Riegger und Yaska übernommen, einen großen Brand in der Kaiserstraße 68 überstanden und die Stadt-Drogerie durch alle Höhen und Tiefen zur heutigen Parfümerie Klös mit zwei Standorten in der Kaiserstraße 19 und 68 gemacht.

Zwei Standorte

Bei der Übernahme der Parfümerie Yaska bewiesen Veronika und Ernst Klös einmal mehr ihren unbändigen Unternehmergeist. Sie befanden sich gerade in Gstaad im Urlaub und mussten sich über Nacht entscheiden, da ein Konkurrent ebenfalls Interesse an der Parfümerie gezeigt hatte. Keine Frage – sie brachen den Urlaub ab und wickelten die Übernahme am nächsten Tag ab.

Dank des unermüdlichen, großen Einsatzes und der enormen Schaffenskraft von Veronika und Ernst Klös, sieben Tage die Woche, wurde die Parfümerie Klös zu einer, über die Stadtgrenzen hinaus bekannten, die individuell geführte Traditions-Parfümerie im Familienbesitz.

„Vielleicht ist es genau die richtige Zeit, nämlich diese. Vielleicht hätte mein Mann es so gewollt.“

Veronika Klös, Inhaberin

Im Team gemeinsam gut

In den beiden Filialen arbeiten 20 fachlich gut ausgebildete Mitarbeiterinnen. Die Kunden werden wie den Filialen (Bild Kaiserstraße 19) umfassend beraten. Bilder: Claus Bingold
In den beiden Filialen arbeiten 20 fachlich gut ausgebildete Mitarbeiterinnen. Die Kunden werden wie den Filialen (Bild Kaiserstraße 19) umfassend beraten. Bilder: Claus Bingold

Waldshut (bin) Jede der 20 Mitarbeiterinnen wird von Veronika mit offenen Armen in die große Klös-Familie aufgenommen. An Veronikas Seite ist seit letztem Jahr ihr junger, aufgeweckter Eurasier Immanuel.

Martina Höhl: „Bei Eröffnung der Stadt-Drogerie am 1. Juli 1970 war ich sieben Jahre alt. Gut erinnern kann ich mich, wie wir Kinder damals in den Ferien beim Abfüllen von beispielsweise Tee geholfen haben. Wahrend meiner Schulzeit und meiner Ausbildung zog die Stadt-Drogerie 1980 in die Kaiserstraße 68 um und wurde 1984 zur Parfümerie Klös umfirmiert.“

Nach ihrer beruflichen Tätigkeit beim Steuerberater wurde Martina Höhl 2016 als Teilhaberin in die Parfümerien aufgenommen. Heute arbeitet sie mit Veronika Klös gemeinsam daran, die Parfümerien im Sinne ihres Papas weiter zu führen.

Veronika Klös und Martina Höhl: „Auf diesem Wege werden wir von unseren begeisterten Mitarbeiterinnen begleitet. Wir freuen uns, dass alle zusammen so ein tolles Team sind. Was wären wir ohne ihren Fleiß und ihr Engagement. Herzlichen Dank dafür.“

Stefanie Höhls erste Erinnerung an die Parfümerie Klös sind die unzähligen guten Düfte, die ihr bei ihren ersten Schritten in die Parfümerie Klös in die Nase stiegen.

Seit Oktober 2018 ist Stefanie Höhl nun zwei Tage in der Woche fest dabei und unterstützt ihre Mama bei den Arbeiten, die im Büro anfallen.

Stefanie Höhl: „Vom Team der Klös-Mädels wurde ich sofort sehr herzlich aufgenommen, und ich bewundere, mit welcher Freude und Leidenschaft jede einzelne zur Arbeit kommt.

Es freut mich sehr, nun auch zu diesem starken Team dazu zu gehören. Mein Opa, Mamas Papa und Veronikas Mann wird uns immer ein Vorbild bleiben.“ „Voller Respekt und Achtung werden wir seine Lebenswerke weiterführen“, so Veronika Klös, Martina Höhl und Stefanie Höhl.