Die „Besondere Skulpturenführung" des städtischen Kulturamts Waldshut-Tiengen stieß auf große Resonanz. Gut 50 Besucher waren zu „Sieben halbe Pappeln, siebeneinhalb Geschichten“ an den Rheinuferweg in der Schmittenau gekommen.

Josef Briechle, Tiengener Bildhauer, küstlerischer Leiter des Pappel-Holzbildhauer-Symposiums von 2015 und selbst einer der Schöpfer, erzählte von einer "super Woche", in denen aus dem schwierigen Pappelholz Kunst entstanden war. Das Kunstwerk "Woher wir kommen" stammt von Franziska Uhl und wurde von Mechthild Ehmann (Mitte) vorgestellt.
Josef Briechle, Tiengener Bildhauer, küstlerischer Leiter des Pappel-Holzbildhauer-Symposiums von 2015 und selbst einer der Schöpfer, erzählte von einer "super Woche", in denen aus dem schwierigen Pappelholz Kunst entstanden war. Das Kunstwerk "Woher wir kommen" stammt von Franziska Uhl und wurde von Mechthild Ehmann (Mitte) vorgestellt. | Bild: Peter Rosa

Angeführt von der neuen Kulturamtsleiterin Kerstin Simon, ging es bei Sommerwetter zu den 2015 entstandenen Kunstwerden am Pappelskulpturenweg.

<strong>Überdimensional:</strong> Josef Briechles „Gefäß“ wurde von Peter Schütz vorgestellt.
Überdimensional: Josef Briechles „Gefäß“ wurde von Peter Schütz vorgestellt. | Bild: Peter Rosa

Die sieben Kunstwerke von sieben internationalen Bildhauern wurden während der Führung von befreundeten Künstlern oder guten Bekannten vorgestellt. Manche der Künstler wohnen weit weg, andere sind schon tot und „Künstler sprechen auch nicht immer gerne über ihre eigenen Werke“, erklärte Kerstin Simon.

Bernd Kramm, Leiter der Stadtgärtnerei, stellte das Kunstwerk "Laue Luft kommt blau geflossen" von Angela Hiß vor.
Bernd Kramm, Leiter der Stadtgärtnerei, stellte das Kunstwerk "Laue Luft kommt blau geflossen" von Angela Hiß vor. | Bild: Peter Rosa

Dabei kamen nicht nur die Werke und ihre technische Entstehung zur Sprache, sondern auch die Künstler selbst, ihre Eigenheiten und Inspirationen, aber auch die mal ernsten und mal humorvollen Interpretationen der jeweiligen Referenten.

Christel Andrea Steier stellte das Werk "Angebissen – angenagt" von Fritz Will vor.
Christel Andrea Steier stellte das Werk "Angebissen – angenagt" von Fritz Will vor. | Bild: Peter Rosa

Auch die Geschichte der Pappeln, aus denen das Projekt entstanden ist, wurde erzählt. Bernd Kramm, Leiter der Stadtgärtnerei Waldshut-Tiengen, berichtete darüber, wie es 2015 notwendig geworden war, viele der alten Pappeln am Rheinuferweg aus Sicherheitsgründen zu fällen.

<strong>Aufstrebend:</strong> Daniel Waldner stellte das Werk „Seelenwelten“ von Adrian Bütikofer vor.
Aufstrebend: Daniel Waldner stellte das Werk „Seelenwelten“ von Adrian Bütikofer vor. | Bild: Peter Rosa

„Die Bäume waren ungefähr gleich alt und auch der Biber hatte sich hier schon viel geholt“, so Kramm. Mit Josef Briechle als künstlerischem Leiter wurde bald darauf das Projekt „internationales Pappel-Holzbildhauer-Symposium“ ins Leben gerufen.

<strong>Grazil:</strong> „Einen goldenen Ball über den Rhein schmeißen“ von Roger Löcherbach wurde von Josef Briechle vorgestellt. <br />Bilder: Peter Rosa
Grazil: „Einen goldenen Ball über den Rhein schmeißen“ von Roger Löcherbach wurde von Josef Briechle vorgestellt.
Bilder: Peter Rosa | Bild: Peter Rosa

Die Stämme sollten erhalten bleiben und zu Kunstwerken werden. „Es war eine super Woche“, erinnerte sich Briechle bei der Kunstführung an die Zeit, als sieben Künstler – er selbst eingeschlossen – das Pappelholz mit Kettensägen in Kunstwerke verwandelten.

<strong>Linear:</strong> Herbert Müller-Lupp stellte Keith Petits Werk „Geflecht“ vor.
Linear: Herbert Müller-Lupp stellte Keith Petits Werk „Geflecht“ vor. | Bild: Peter Rosa

Waldshut besitze sehr viele Skulpturen im öffentlichen Raum und sei geradezu ein großes Skulpturen-Freilichtmuseum, sagte Kerstin Simon am Beginn der Führung. Die Werke vieler bekannter Bildhauer seien hier frei zugänglich über die Stadt verteilt. Seit 2016 veranstaltet das städtische Kulturamt eine „Besondere Skulpturenführung“, um die Kunst im öffentlichen Raum ins Gespräch zu bringen.