140 Rekruten gelobten im Langensteinstadion in Tiengen feierlich und öffentlich, "der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und Recht und Freiheit tapfer zu verteidigen." Im Rahmen der Zeremonie fand auch eine Waffenschau statt, während der Interessierte sich unter anderem eine schwere Panzerhaubitze und einen Bergepanzer anschauen und von ihren Besatzungen erklären lassen konnten.

Das Gelöbnis: Mit der Hand auf der deutschen Fahne gelobten stellvertretend sechs Rekruten, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und Recht und Freiheit tapfer zu verteidigen.
Das Gelöbnis: Mit der Hand auf der deutschen Fahne gelobten stellvertretend sechs Rekruten, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und Recht und Freiheit tapfer zu verteidigen. | Bild: Peter Rosa

Veranstaltet hat das Ereignis das Artilleriebataillon 295 aus Stetten am kalten Markt, zu dem die Stadt Waldshut-Tiengen seit 1974 eine aktive Patenschaft unterhält. Nachdem die Rekruten auf dem verregneten Platz einmarschiert waren, durfte eine sechsköpfige Abordnung ihr Gelöbnis mit der Hand auf der deutschen Fahne stellvertretend für alle ablegen.

Die Waffenschau: Im Rahmen des feierlichen Gelöbnisses von Rekruten des Artilleriebataillons 295 im Tiengener Langensteinstadion konnten Besucher auch verschiedene Fahrzeuge bei einer Waffenschau in der Courtenaystraße besichtigen. Hierzu gehörten verschiedene Transport- und Spähfahrzeuge, aber auch die moderne Panzerhaubitze 2000 (links) sowie ein Bergepanzer auf Basis des Leopard I (rechts).
Die Waffenschau: Im Rahmen des feierlichen Gelöbnisses von Rekruten des Artilleriebataillons 295 im Tiengener Langensteinstadion konnten Besucher auch verschiedene Fahrzeuge bei einer Waffenschau in der Courtenaystraße besichtigen. Hierzu gehörten verschiedene Transport- und Spähfahrzeuge, aber auch die moderne Panzerhaubitze 2000 (links) sowie ein Bergepanzer auf Basis des Leopard I (rechts). | Bild: Peter Rosa

Oberbürgermeister Philipp Frank, für den es das erste Gelöbnis dieser Art in seinem Amt war (zum zehnten Mal fand dieses bereits in Waldshut-Tiengen statt), begrüßte das Bataillon an der Schweizer Grenze, die gleichzeitig auch EU-Außengrenze und Nato-Grenze ist. Im Hinblick auf die internationalen Einsätze, an denen auch das Artilleriebataillon 295 beteiligt war: "Ihre Aufgabe ist – weiß Gott – keine alltägliche und ungefährliche." Zu dieser gehören Einsätze im Kosovo vor sieben Jahren und in Litauen vor sechs Wochen. "Ihr Dienst für die Sicherheit unseres Vaterlandes und unsere freiheitlich demokratische Gesellschaftsordnung ist immens wichtig", so Frank, denn "Freiheit, Rechtsstaat und Demokratie sind keine Selbstverständlichkeit."

Video: Peter Rosa

"Ich erwarte, dass Sie Ihr Handwerk beherrschen, sich persönlich fit halten, nie wegschauen und in der Ausbildung an Ihre Grenzen gehen. Ich erwarte, dass Sie Kameradschaft aktiv leben – auch wenn es schwerfällt und das Zusammengehörigkeitsgefühl und das gegenseitige Vertrauen weiter stärken", sagte der stellvertretende Kommandeur des Artilleriebataillons 295, Oberstleutnant Jörg Werhold.

Einmarsch: Die Rekruten marschierten in Paradeuniformen in das Langensteinstadion ein, wo sie ihr feierliches Gelöbnis ablegen sollen.
Einmarsch: Die Rekruten marschierten in Paradeuniformen in das Langensteinstadion ein, wo sie ihr feierliches Gelöbnis ablegen sollen. | Bild: Peter Rosa

Das Zeremoniell wurde vom Heeresmusikkorps Ulm begleitet. Rund 300 Besucher, Angehörige und Vertreter der Stadt waren gekommen, um dem Gelöbnis beizuwohnen und den Rekruten zu gratulieren. Diese haben nun noch den Rest ihrer Ausbildung zum Soldaten vor sich.

Mit nach Tiengen gekommen war auch die Panzerhaubitze 2000, ein modernes, 56 Tonnen schweres Waffensystem, das in drei Minuten bis zu 20 155 Milimeter-Granaten über eine Entfernung von bis zu 80 Kilometern verschießen kann.
Mit nach Tiengen gekommen war auch die Panzerhaubitze 2000, ein modernes, 56 Tonnen schweres Waffensystem, das in drei Minuten bis zu 20 155 Milimeter-Granaten über eine Entfernung von bis zu 80 Kilometern verschießen kann. | Bild: Peter Rosa

Die Patenschaft

Die Stadt Waldshut-Tiengen unterhält seit 1974 eine Patenschaft zum Artilleriebataillon 295, dort im Besonderen zur zweiten Batterie, das in Stetten am kalten Markt stationiert ist. Damals befand es sich in Immendingen und Waldshut war noch keine Doppelstadt. Treibende Kraft war der Waldshuter Paul Horst Thoma, Oberstfeldwebel der Immendinger Kaserne. "Bei der Patenschaft handelt es sich seit jeher um eine ideelle Unterstützung des Militärs durch die Bevölkerung", erklärt Klaus Teufel von der Stadtverwaltung Waldshut-Tiengen. Ebenfalls gehören dazu beispielsweise Kommandoübergaben, wie im Jahr 2017, als Bataillonskommandeur Kim Frerichs dem neuen Kommandanten der zweiten Batterie, Hauptmann Markus Panzer, das Kommando vor dem Waldshuter Rathaus übergeben hat. Ebenfalls im Rahmen der Patenschaft wurden Waffenschauen, wie die Ausstellung "Unser Heer" durchgeführt, die vor Jahren auf dem Chilbiplatz stattgefunden hat. Das Bataillon ist mit Panzerhaubitzen der neusten Bauart, Raketenwerfern, Drohnen und verschiedenen Radar-Systemen ausgestattet. Es hat unter anderem an Auslandseinsätzen im Kosovo, in Afghanistan, in Mazedonien, und in Mali teilgenommen. Darüber hinaus halfen Teile davon bei einem Hochwasser in Waldshut während der 90er Jahre aus.