Wie geplant hat der Waldkindergarten in Grafenhausen am 1. April seinen Betrieb aufgenommen. Mit einem Tag der offenen Tür wurde die kommunale Einrichtung der Öffentlichkeit vorgestellt. Pfarrerin Ina Geib von der evangelischen Kirchengemeinde und ihr katholischer Amtskollege Christoph Eichkorn erteilten dem neuen Gebäude nahe dem Jugendzeltplatz den kirchlichen Segen.

Das Interesse am Waldkindergarten, der am 1. April nahe der Zeltplatzhütte hinter dem Schlüchtsee unter der Leitung von Jeanette Kaiser an den Start ging, war beim Tag der offenen Tür groß. Nicht nur die Leiterin der naturnahen Einrichtung, auch die beiden Erzieherinnen Karin Faller und Linda Mietz standen als Ansprechpartnerinnen jederzeit zur Verfügung und beantworteten viele Fragen. Die zahlreichen Besucher wurden mit einem kleinen Rahmenprogramm, in dem die Kinder einige Liedbeiträge präsentierten, bestens unterhalten. Besonders viel Beifall bekam der musikalische Beitrag „Ich bin ein Waldkind“, den Linda Mietz an der Gitarre begleitet hat.

Pfarrerin Ina Geib von der evangeli-schen Kirchengemeinde und ihr katholischer Amtskollege Christoph Eichkorn gaben dem Waldkindergarten den kirchlichen Segen.
Pfarrerin Ina Geib von der evangeli-schen Kirchengemeinde und ihr katholischer Amtskollege Christoph Eichkorn gaben dem Waldkindergarten den kirchlichen Segen. | Bild: Wilfried Dieckmann

Getränke und Speisenangebote gab es auf Spendenbasis. Der Erlös kommt laut Jeanette Kaiser dem Waldkindergarten zugute. Das geräumige Bauwerk, das gemäß den Planungen des Architekten Ralf Kaiser auf Punktfundamenten errichtet wurde, konnte in Augenschein genommen werden. Auch die Spielstationen auf dem Gelände sowie im angrenzenden Gemeindewald haben die interessierten Besucher gern besichtigt. „Die Gemeinde Grafenhausen ist zu beglückwünschen“, sagten die beiden Geistlichen Ina Geib von der evangelischen Kirche und Christoph Eichkorn von der katholischen Pfarrgemeinde, die der neuen Einrichtung den kirchlichen Segen erteilten.

Das Interesse der Bevölkerung am Tag der offenen Tür des Waldkindergartens war groß.
Das Interesse der Bevölkerung am Tag der offenen Tür des Waldkindergartens war groß. | Bild: Wilfried Dieckmann

Leiterin Jeanette Kaiser bedankte sich in ihrer kurzen Ansprache nicht nur bei allen „mutigen Eltern“, die ihre Kinder anmeldeten, sondern insbesondere auch bei Bürgermeister Christian Behringer sowie dem gesamten Gemeinderat, die „meine Vision, einen Waldkindergarten in Grafenhausen zu etablieren, mit viel Herzblut und Engagement realisiert haben“. Der Waldkindergarten basiere auf dem Können verschiedener Menschen mit besonderen Talenten und Begabungen, sei es in Form von Wissen, handwerklichem Einsatz und Können, Ideen, Gunst, Vielfalt oder Kreativität.

„Das Wetter als ein flexibles Naturphänomen, dem wir manchmal trotzen müssen, erfordert Durchhaltevermögen und Flexibilität“, erklärte die Leiterin des Waldkindergartens und fügte an, dass „lebenslanges und ganzheitliches Lernen im Naturraum im Fokus steht, was wiederum eine Basis für eine optimale Vorbereitung auf die Schule und das ganze Leben bietet“.

Wie Bürgermeister Christian Behringer in seiner Ansprache erklärte, sei der Waldkindergarten als Ergänzung zum bestehenden sehr guten Angebot der katholischen Kindertagesstätte St. Bernhard zu sehen und nicht als Konkurrenz. Gestartet wurde die Einrichtung am 1. April zunächst mit fünf Kindern. Zwischenzeitlich hat sich die Anzahl auf zehn erhöht und gemäß der Anmeldeliste werden es am 1. Mai 2022 bereits 17 Kinder sein (acht aus Grafenhausen und neun aus umliegenden Gemeinden). Gemäß Gemeinderatsbeschluss wurden die verbliebenen drei Plätze für Kinder aus Grafenhausen reserviert und bisher nicht vergeben.

Entstanden sei mit dem Bauwerk etwas Besonderes, das auch einen Mehrwert für Grafenhausen darstelle. Der Rathauschef erwähnte auch, „dass es im Vorfeld viele Störfeuer von verschiedenen Seiten gab“. So sei ein Waldkindergarten entstanden, der nicht in einem Biotop stehe, auch sei der Zaun zur Abgrenzung in Richtung Offenlandbiotop weder vom Bauhof noch von den Erzieherinnen versetzt worden. „Die Erzieherinnen und Kinder können und dürfen eine Toilette benutzen und müssen ihre Notdurft nicht im Wald verrichten“, informierte Bürgermeister Christian Behringer und fügte an, dass auch niemand frieren müsse, da sich im Gebäude ein Ofen befinde.