Die Attraktivität der weitläufigen Parkanlage in Grafenhausen wurde gesteigert, der heutige Skulpturenpark hat sich zu einem Treffpunkt von Natur und Kultur entwickelt. In diesem Jahr sollte ursprünglich das sechste Künstlersymposium stattfinden, das aufgrund der Corona-Pandemie jedoch abgesagt wurde. Auf neue Kunstwerke im öffentlichen Raum soll aber dennoch nicht verzichtet werden: Grafenhausen wird das sechste Künstlersymposium unter dem Thema „Zeit im Wandel“ als Open-Air-Ausstellung im Skulpturenpark stattfinden lassen.

Open Air-Ausstellung

Der 2003 eingeweihte Kurpark in Grafenhausen, der zwischenzeitlich in „Skulpturenpark“ umbenannt wurde, ist kein statisch gleichbleibendes Element. Das Erscheinungsbild verändert sich stetig. Zwischenzeitlich konnte die Attraktivität der weitläufigen Anlage gesteigert werden, der heutige Skulpturenpark hat sich zu einem Treffpunkt von Natur und Kultur entwickelt. Für viele Kunstfreunde war die Absage des internationalen Künstlersymposiums in der sechsten Auflage ein harter Schlag.

Grafenhausens Bauhofleiter Michael Lüber (rechts) und Simon Stiegeler haben die Standplätze für die neuen Skulpturen diskutiert. Es soll eine Verbindung zwischen Schwarzwaldhaus der Sinne und Skulpturenpark geschaffen werden.
Grafenhausens Bauhofleiter Michael Lüber (rechts) und Simon Stiegeler haben die Standplätze für die neuen Skulpturen diskutiert. Es soll eine Verbindung zwischen Schwarzwaldhaus der Sinne und Skulpturenpark geschaffen werden. | Bild: Wilfried Dieckmann

„Gerade in der jetzigen Zeit ist sicher auch das Thema Kunst von besonderer Bedeutung“, meint Bürgermeister Christian Behringer. So hat sich die Gemeinde Grafenhausen dazu entschlossen, das geplante Kunstspektakel zumindest in abgespeckter Form stattfinden zu lassen. Gemeinsam mit den heimischen Künstlern Simon Stiegeler und Ralf Rosa sowie Kathleen Mönicke vom Schwarzwaldhaus der Sinne wurde unter dem Motto „Zeit im Wandel“ eine Open Air-Ausstellung im Skulpturenpark erarbeitet, die im Zeitraum vom 21. Juni bis 31. August stattfinden soll.

Hierbei werden Kunstwerke von zehn renommierten Künstlern, die nicht wie sonst beim Symposium im Skulpturenpark, sondern in ihren jeweiligen privaten Ateliers und Werkstätten arbeiten, in den Aktionsraum nach Grafenhausen gebracht. Die Werke sollen auch nicht zu einem festgelegten Termin alle auf einmal, sondern zu verschiedenen Zeiten geliefert werden. Diese werden der Öffentlichkeit rechtzeitig bekannt gegeben, zudem wird aufgrund der Corona-Pandemie auf eine Vernissage verzichtet. Innerhalb von vier Wochen werden die Kunstwerke angeliefert und mit Unterstützung des Bauhofs im Skulpturenpark aufgebaut. Die Werke werden zumindest für die Dauer von zwei Jahren in Grafenhausen verbleiben. Begleitend soll nach Angaben des Bürgermeisters eine Filmdokumentation vom Aufbau der einzelnen Kunstwerke erstellt werden.

Skulpturenpark auffrischen

Im Zusammenhang mit der Open Air-Ausstellung soll der Skulpturenpark, um den es in der letzten Zeit doch ruhiger geworden ist, aufgefrischt werden. So plant Künstler Simon Stiegeler sein 2013 geschaffenes Werk „Sternensucher“ – besteht aus vier Figuren, die in alle Himmelsrichtungen schauen und am höchsten Punkt im Kurpark aufgestellt sind – abzustrahlen und mit frischer Farbe zu versehen. Auch Herta Seibt de Zinser aus Freiburg ist damit beschäftigt, ihre 2013 in Grafenhausen geschaffene Skulptur „Ein Dialog mit der Natur“ zu erneuern. „Es ist ein neues Werk entstanden“, sagte die Künstlerin.

Herta Seibt de Zinser erneuerte ihre 2013 in Grafenhausen geschaffene Skulptur „Ein Dialog mit der Natur“ – quasi ein neues Werk.
Herta Seibt de Zinser erneuerte ihre 2013 in Grafenhausen geschaffene Skulptur „Ein Dialog mit der Natur“ – quasi ein neues Werk. | Bild: Wilfried Dieckmann

Mitarbeiter des Bauhofs haben bereits die Wiesen im Park gemäht und das Gras abgetragen. Von Seiten des Naturschutzbundes (Nabu) muss im Heimatmuseum Streuobstwiese unter den Bäumen noch gemäht werden. Die Arbeiten sind aufgrund von Corona zeitlich in Verzug gekommen. Vom Bauhof kann nach den Worten von Bauhofleiter Michael Lüber die Mähaktion nicht übernommen werden, weil seine Maschinen für die kleinen Flächen unter den Obstbäumen nicht geeignet sind.

Die vom Nabu gesteckten Weiden im Bereich des Bachlaufs teilen den Talbereich in zwei eigenständige Einheiten, Kunstwerke sind teilweise nicht mehr sichtbar. Um die ursprüngliche Idee des Architekten, ein offenes Tal mit Flusslauf, wiederherzustellen, sollten die Weiden stark zurückgeschnitten oder einzelne Kopfweiden geschaffen werden.

Verbindung schaffen

Von Seiten der Organisatoren der Ausstellung „Zeit im Wandel“, Kathleen Mönicke, Simon Stiegeler, Ralf Rosa und Michael Lüber, soll der Startschuss für ein Zusammenwachsen des Skulpturenparks mit dem Schwarzwaldhaus der Sinne fallen. Eine erste optische Annäherung soll durch das Aufstellen von Kunstwerken in diesen Bereichen entstehen. Bei einem Rundgang Anfang dieser Woche wurden mögliche Aufstellungsorte für die neuen Skulpturen erörtert. Museumsleiterin Kathleen Mönicke könnte sich für die Besucher auch ein Quiz vorstellen. Hierbei sollen natürlich die Kunstwerke im Mittelpunkt stehen. Auch wenn die Open Air-Ausstellung kostenmäßig nicht die Dimension eines Künstlersymposiums erreichen wird, so muss die Kommune dennoch Finanzmittel zur Verfügung stellen. Somit ist die Gemeinde für diese Veranstaltungsreihe noch auf der Suche nach Spendern und Sponsoren.