Werner Steinhart

Die Gemeinde Ühlingen-Birkendorf, aber auch die Privathaushalte sind im kommenden Jahr mit stark steigenden Kosten konfrontiert. Um die Bürger nicht übermäßig zu belasten, plant die Gemeinde eine moderate Erhöhung der Wasser- und Abwassergebühren.

Keine Erhöhung bei Wasserverbrauchsgebühr

Auf eine Erhöhung der Wasserverbrauchsgebühr wird man verzichten, lediglich die Grundgebühr wird von 5 Euro auf 7 Euro erhöht. Die Abwasserbeseitigungsgebühr wird von 3 Euro auf 3,30 Euro pro Kubikmeter steigen.

Fünf Prozent mehr Kosten für das Personal

Rechnungsamtsleiter Martin Blum erläuterte dem Gemeinderat die Gebührenkalkulation der Wasserversorgung und der Abwasserreinigung für 2023. In der Kalkulation sind bei der Wasserversorgung für 2023 nur unaufschiebbare Unterhaltsmaßnahmen in Höhe von 65.000 Euro geplant. Bei den Personalaufwendungen rechnet Martin Blum 2023 mit einer Erhöhung um fünf Prozent von 285.000 Euro in 2022.

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Das sind Kostenerstattungen an die Stadtwerke Waldshut-Tiengen, der die technische Betriebsführung obliegt. Ühlingen-Birkendorf erhält zusätzlich Wasser von den Wasserzweckverbänden Höchenschwander Berg und Hochschwarzwald. Auch hier fallen Umlagekosten an.

Kosten für Wasserversorgung bei 943.000 Euro

Die Gesamtkosten für die Wasserversorgung erhöhen sich voraussichtlich auf 943.000 Euro. Daraus ergibt sich, dass bei Beibehaltung der aktuellen Gebührensätze 2023 (3 Euro pro Kubikmeter sowie Zählergrundgebühr 5 Euro pro Monat) ein Jahresverlust von 117.000 Euro entstünde.

Grundgebühr soll um zwei Euro erhöht werden

Die Verwaltung schlägt dem Gemeinderat vor, die monatliche Grundgebühr von derzeit 5 Euro auf 7 Euro zu erhöhen, dann könnten Mehreinnahmen in Höhe von 37.600 Euro erwartet werden, und der Jahresverlust würde sich auf 88.000 Euro reduzieren. Die Wasserverbrauchsgebühr könnte dann bei 3 Euro pro Kubikmeter belassen werden.

„Wir sind darum bemüht, die Belastung für den Bürger nicht auf die Spitze zu treiben.“
Martin Blum, Kämmerer
Martin Blum, Rechnungsamtsleiter der Gemeinde Ühlingen-Birkendorf.
Martin Blum, Rechnungsamtsleiter der Gemeinde Ühlingen-Birkendorf. | Bild: Werner Steinhart

„Wir sind darum bemüht, die Belastung für den Bürger nicht auf die Spitze zu treiben“, betonte Rechnungsamtsleiter Martin Blum. In den vergangenen drei Jahren wurden die Bürger geschont, es wurden keine Gebühren erhöht.

Abwasserbeseitigung darf keinen Gewinn abwerfen

Im Gegensatz zur Wasserversorgung darf bei der Abwasserbeseitigung kein Gewinn erwirtschaftet werden. Die Gemeinde Ühlingen-Birkendorf ist auch eine der wenigen Kommunen, die keine Niederschlagswassergebühr eingeführt hat und die Abwassergebühren weiterhin nach dem Frischwassermaßstab erhebt.

Ab 1. Januar soll es 30 Cent mehr kosten

Ansatzfähige Kosten im Kalkulationszeitraum im Jahr 2023 belaufen sich auf 666.000 Euro. Diese Kosten müssen über Gebühreneinnahmen refinanziert werden. Bei einer Abwassermenge von 202.277 Kubikmetern (Abrechnung 2021) ergibt sich ein kostendeckender Gebührenansatz von 3,30 Euro pro Kubikmeter. Somit schlägt die Verwaltung dem Gemeinderat vor, die Abwassergebühr ab dem 1. Januar 2023 von 3 Euro auf 3,30 Euro zu erhöhen.

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Die Gebührenkalkulation erfolgte dieses Mal für nur ein Jahr, wie in den Vorjahren über einen Zeitraum von drei Jahren, da nach Aussage von Rechnungsamtsleiter Martin Blum die Entwicklungen der kommenden Jahre nicht abzuschätzen sind.

Daten und Fakten zum Wasser und Abwasser:

Der Ortsteil Brenden hat noch eine eigene Kläranlage zur Abwasserbeseitigung.
Der Ortsteil Brenden hat noch eine eigene Kläranlage zur Abwasserbeseitigung. | Bild: Werner Steinhart

Rechnungsamtsleiter Martin Blum rechnet aus: Die Kostensteigerung bei einem durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt mit 120 Kubikmetern Wasserverbrauch in 2023 würde sich auf 61,68 Euro belaufen. „Damit bewegen wir uns trotz der angespannten finanziellen Lage vieler Privathaushalte in einem noch leistbaren und tragbaren Bereich“, sagt der Kämmerer.