Der Betrieb des Waldkindergartens in Grafenhausen konnte wie geplant am 1. April aufgenommen werden, obwohl sich der Aufenthaltsraum noch im Bau befindet. Als Ausweichquartier diente die Zeltplatzhütte, die auch künftig bei extremen Wetterbedingungen insbesondere bei Sturm oder heftigen Schneefällen genutzt werden soll. Bürgermeister Christian Behringer geht davon aus, dass das eigentliche Domizil in den nächsten zwei Wochen fertig sein wird. Er freute sich, „dass das Projekt Waldkindergarten, das in der Gemeinde nicht immer nur auf Zustimmung gestoßen ist, nun mit Leben erfüllt werden kann“. Rechtzeitig zum Start sei auch die Betriebserlaubnis eingetroffen.

Noch wird kräftig gebaut: In zwei Wochen könnte das neue Domizil des Waldkindergartens fertig sein.
Noch wird kräftig gebaut: In zwei Wochen könnte das neue Domizil des Waldkindergartens fertig sein. | Bild: Wilfried Dieckmann

Vor der endgültigen Entscheidung der politischen Gremien, in Grafenhausen einen Waldkindergarten zu etablieren, gab es angesichts von unterschiedlichen Auffassungen Diskussionen. Schlussendlich aber wurde die zusätzliche Kinderbetreuung vom Gemeinderat als Ergänzung und nicht in Konkurrenz zum bestehenden Kindergarten St. Bernhard mehrheitlich befürwortet. Zustimmung kam auch von Mario Isele, Sachgebietsleitung Geschäftsführung Kindergarten der katholischen Verrechnungsstelle Stühlingen, der einen Waldkindergarten als ergänzende Einrichtung positiv bewertete.

Mittels Tieflader und Kran richtete Orlando Parodi den vier Tonnen schweren Rohbau auf.
Mittels Tieflader und Kran richtete Orlando Parodi den vier Tonnen schweren Rohbau auf. | Bild: Wilfried Dieckmann

Begrüßt wurde der naturnahe Waldkindergarten auch vom Nabu-Ortsverein Grafenhausen, der sich eine Zusammenarbeit bei Projekten vorstellen kann. Mit dem Standort unmittelbar neben einem Offenlandbiotop zeigte sich aber nicht jedes aktive Mitglied zufrieden. Zur Erinnerung: Ursprünglich war ein anderer Standort im Gespräch. Dieser wurde jedoch nicht nur aus Sicherheitsgründen wegen der Verkehrssicherungspflicht, sondern auch aufgrund von Bedenken seitens der Landwirtschaft in Richtung Biotopfläche verschoben.

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Ist es sinnvoll, einen Waldkindergarten unmittelbar an einem Offenlandbiotop zu genehmigen? Wie Pressesprecher Tobias Herrmann vom Amt für Kultur und Öffentlichkeitswesen im Landratsamt Waldshut mitteilte, wurden „in der Baugenehmigung Auflagen festgelegt, die einzuhalten sind und die sicherstellen sollen, dass das Biotop nicht geschädigt wird. Die Gemeinde als Betreiberin des Waldkindergartens nimmt diese Verantwortung sehr ernst. Der Schutz des Biotops wird Bestandteil des pädagogischen Konzepts sein.“ Zum Schutz des Biotops muss laut Baugenehmigung ein Zaun errichtet werden.

Gibt es genaue Vorschriften, wie ein dauerhafter Hinderniszaun gestaltet sein muss?

„Genaue Vorschriften wie bei einem Sicherheitszaun gibt es nicht. Der Zaun ist schlicht so zu gestalten, dass er seinen Zweck erfüllt und vom Betreten abhält. Es wird ein 80 Zentimeter hoher Holzzaun errichtet, was aus unserer Sicht in Ordnung ist“, meinte der Pressesprecher. Zu der Frage, ob ein alternativer Standort geprüft worden sei, teilte Herrmann auf Anfrage mit, dass die Gemeinde alternative Standorte geprüft habe und zum Ergebnis kam, dass dieser Standort am besten geeignet sei.

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Die Betriebserlaubnis für den Waldkindergarten ist eingegangen, so dass der Betrieb planmäßig aufgenommen werden konnte. Jeanette Kaiser bedankte sich im Namen ihrer beiden Kolleginnen Karin Faller und Linda Mietz nicht nur bei der Gemeinde, sondern auch bei Förster Fritz Hugel für die gute Zusammenarbeit. Lobende Worte hatte sie für Bauhofleiter Michael Lüber und sein Team.

Von Seiten des Bauhofs wurden in der Zeltplatzhütte, die künftig bei extremen Wetterbedingungen als Ausweichquartier dienen soll, die Holzwände im Innenbereich komplett abgewaschen und eingewachst. Tische und Bänke wurden nach dem Abbeizen mit neuem Anstrich versehen. Ein kleiner Raum neben der Hüttenküche wurde mit Regalen in einen abschließbaren Bereich für Utensilien des Kindergartens umgestaltet. „Wir werden im Waldkindergarten ganzheitlich und mit Herzblut arbeiten“, betonte Jeanette Kaiser.