Im Mittelpunkt der jüngsten Gemeinderatssitzung in Grafenhausen ist die Verabschiedung der langjährigen Verwaltungsfachangestellten Veronika Kromer gestanden, die 41 Jahre und acht Monate im Rathaus beschäftigt war. Bürgermeister Christian Behringer bezeichnete sie in seiner kurzen Laudatio als „eine Art Tausendsassa mit einem bemerkenswerten Gedächtnis“. Bekannt in der Gemeinde sei die scheidende Mitarbeiterin, die offiziell am 1. Juni ihren Ruhestand antritt, nach den Worten des Rathauschefs eher unter dem Namen „Primele“.

Und genau an diesem Spitznamen hatte sich auch das Abschiedsgeschenk der Gemeinde orientiert. Veronika Kromer wird ein Hochbeet erhalten, das, wie könnte es auch anders sein, von Mitarbeitern des Bauhofs mit Primeln bepflanzt werden soll. Symbolisch überreichte ihr der Bürgermeister unter dem großem Beifall der vielen Kollegen der Gemeinde einen bepflanzten Balkonkasten. Als besondere Erinnerung an die lange Rathauszeit hielt Christian Behringer mit einem alten Schild „Gemeindekasse“ noch ein außergewöhnliches Geschenk parat.

Der Werdegang

Eingestellt wurde die gelernte Bankkauffrau 1980 in Vollzeit für eine freigewordene Stelle bei der Gemeindekasse. Später erfolgte eine Bestellung zur stellvertretenden Kassenverwalterin. Im Jahr 1981 absolvierte sie den Einführungslehrgang für Verwaltungsfachangestellte an der Verwaltungsschule in Karlsruhe. Nach weiteren Lehrgängen und Fortbildungen im Gewerbe-, Gaststätten- und Baurecht übernahm Veronika Kromer auch Verantwortung im Bereich Bau- und Ordnungsamt. Um das umfangreiche Arbeitsfeld zu bewältigen, waren auch Fortbildungen in Sachen EDV-Anwendungen unerlässlich. Neben der Sachbearbeitung im Bau- und Ordnungsamt übernahm Kromer auch Aufgaben bei der Erhebungsstelle Statistik, leistete Mitarbeit bei Wahlen sowie Urlaubs- und Krankheitsvertretungen für mehrere Kollegen. Zudem war sie Vorsitzende des Personalrats von 1988 bis 2005.

Bürgermeister Christian Behringer bezeichnete Veronika Kromer als „sehr zuverlässig und hilfsbereit mit einer großen Einsatzbereitschaft – bei Bedarf auch über die normalen Arbeitszeiten hinaus“. Er habe stets ihre enormen Ortskenntnisse und ganz besonders ihr bemerkenswertes Gedächtnis geschätzt. „Ich habe beide Eigenschaften nicht nur einmal in Anspruch genommen“, verriet Christian Behringer. Nicht unerwähnt ließ er auch ihre Leidenschaft für den Sportclub Freiburg und betonte die Funktion als stellvertretende Vorsitzende beim Fanclub Himmelsstürmer Höchenschwand.

Auch Personalratsvorsitzender Daniel Moser bestätigte die Zuverlässigkeit und Beliebtheit der scheidenden Kollegin. Er wünschte ihr im Namen aller Mitarbeitenden der Gemeinde auch im Ruhestand neben viel Gesundheit den gleichen Humor, den Veronika Kromer in ihrer langen Dienstzeit im Rathaus immer gehabt habe.