Grafenhausen – Der erste Unternehmertreff in Grafenhausen, der in der Produktionshalle der Firma Øveraasen Deutschland GmbH stattfand, hat die Erwartungen der rund 50 interessierten Teilnehmer der beiden Gemeinden Höchenschwand und Grafenhausen erfüllt. Firmenchef Thor Øveraasen, eigens vom Hauptsitz in Norwegen angereist, stellte das Unternehmen vor.

Organisiert wurde der erste Unternehmertreff von der „Wirtschaftsregion Süd-west“. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Landkreise Lörrach und Waldshut hat sich die Förderung der Region zu einem wettbewerbsfähigen und innovativen Wirtschaftsstandort auf die Fahnen geschrieben. Unterstützt werden sollen sowohl ansässige als auch neue Unternehmen und somit deren Bekanntheitsgrad gesteigert werden. Geschäftsführer Alexander Maas moderierte das Treffen.

Bürgermeister Christian Behringer freute sich, dass Firmenchef Thor Øveraasen nicht nur die Fabrikationshalle zur Verfügung stellte, sondern die 2000 Kilometer weite Anreise von seinem Hauptsitz in Norwegen nicht scheute. „Wichtig ist, dass sich heimische Betriebe überörtlich vernetzen und eventuell sogar Geschäftsbeziehungen aufbauen“, meinte der Höchenschwander Rathauschef Sebastian Stiegeler. Ein Austausch der Betriebe in Sachen Personalknappheit werde immer wichtiger. Er sprach auch die Einladung aus, den nächsten Unternehmertreff in Höchenschwand zu veranstalten.

Thor Øveraasen begrüßte die Idee, dass sich Unternehmer im direkten Gespräch austauschen. Auch wenn sich die Mutterfirma in Norwegen befindet, werden die meisten Geschäfte nach seinen Angaben im Ausland getätigt. So sei es eine richtige Entscheidung gewesen, in Grafenhausen eine Betriebsstätte zu gründen. In der Fabrikanlage befindet sich die Produktion für Umbauten von Lastwagen-Chassis für großformatige Schneeräumgeräte, die überwiegend auf Flugplätzen eingesetzt werden. „Wenn Sie für ihr Haus eine Schneefräse suchen, dann können wir nicht helfen, weil wir in größeren Dimensionen produzieren“, meinte der Hausherr schmunzelnd. Auch wurde hier ein Ersatzteillager als Basis für den Service in ganz Europa geschaffen. In Grafenhausen werden derzeit 25 Mitarbeiter beschäftigt.

In den Kurzreferaten, die auf acht Minuten beschränkt waren, stand eine Auswahl von Fördermaßnahmen im Fokus. Dies waren Innovation und Digitalisierung, Zukunftsraum Schwarzwald, Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR), Fördermöglichkeiten der Agentur für Arbeit und Energieeffizienzberatung für Unternehmen. Nach den Präsentationen standen die Referenten zum Dialog und Austausch zur Verfügung. Einen intensiven Austausch gab es abschließend bei einem Apéro mit Häppchen, die von einem heimischen Betrieb geliefert wurden.

Es kann davon ausgegangen werden, dass die zweite Auflage des Unternehmertreffs in der Nachbargemeinde Höchenschwand stattfinden wird. Gemäß den Rückmeldungen der Teilnehmenden wurden als nächste Wunschthemen die Fachkräftegewinnung, Infrastruktur, Standortnachteile im Landkreis, Rekrutierungsmöglichkeiten von Fachkräften sowie Anreize gegen „CH-Beschäftigung“, also Abwanderung Richtung Schweiz, genannt.