Das Reiseverbot ist inzwischen innerhalb Deutschlands aufgehoben. Gaststätten und Hotels haben zum Teil wieder geöffnet. Doch die Unsicherheit ist weiterhin groß. Für Reisebüros und Reisevermittler herrscht seit Anfang März Ausnahmezustand.

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„Als Anfang März die Internationale Tourismus Messe in Berlin abgesagt wurde, war mir klar, dass hier eine besondere Situation vorliegt“, berichtet Claudia Clementi, die in Grafenhausen eine Reiseberatung hat.

Claudia Clementi
Claudia Clementi

Die Unsicherheiten waren von da an allerdings groß. Zwischen Reisehinweisen, Reisewarnungen und schließlich Reisebeschränkungen bis hin zum Reiseverbot liegen in den Auswirkungen natürlich Welten. Dies gilt auch für Stornierungen von Reisen. „Nur für die Zeit der Reisebeschränkungen beziehungsweise des Reiseverbots sind kostenlose Stornierungen möglich“, erklärt Claudia Clementi. Die Unsicherheiten was, für welche Zeit und wie Stornierungen zu handhaben sind, waren lange Zeit groß. Reisebüros und Reisevermittler arbeiteten auf Hochtouren.

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„Durch fehlende und sich ständig ändernde Vorgaben konnte ich den Kunden zunächst oft keine eindeutigen Auskünfte geben“, beschreibt die Reiseberaterin die Situation. Solche massenhaften Stornierungen habe es bisher noch nie gegeben. Für die beteiligten Unternehmen eine schwierige Situation. „Bis die Gelder von den Stornierungen zurückgezahlt werden, kann es drei bis vier Monate dauern“, erklärt Claudia Clementi. Trotz Aufhebung des Reiseverbotes und vieler Reisebeschränkungen in der besonderen Pandemie-Situation gilt es allerdings weiterhin für Reisepläne einiges zu beachten.

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Wer eine Reise buchen möchte, sollte sich genau informieren, was am Urlaubsort möglich und erlaubt ist. „Bei bereits gebuchten Reisen ist nicht davon auszugehen, dass die Angebote vor Ort in vollem Umfang zur Verfügung stehen“, gibt Claudia Clementi zu bedenken. Einige Hotels stehen sogar vor dem Dilemma, dass sie Kunden umbuchen oder um Stornierung ersuchen müssen, denn es ist ja nur eine Belegung von maximal 60 Prozent zulässig. „Die Betreuung und Beratung der Kunden ist derzeit aufwendig und schwierig“, sagt Claudia Clementi. Es gebe jetzt für Reisen zusätzlich einiges zu bedenken. Die Problematik der Pandemie sei bekannt. Somit würde es im Fall einer durch eine erneute Pandemie bedingten Schließung von Grenzen nicht mehr zu einer Rückholaktion wie im Frühjahr kommen.

Arbeiten rund um die Uhr

„Wer jetzt reist, vor allen Dingen bei weiteren Reisen oder ins außereuropäische Ausland muss sich dieses Risikos bewusst sein und gegebenenfalls die Konsequenzen tragen“, gibt Claudia Clementi ihren Kunden bei Reiseplänen zu bedenken. Für Reisebüros und Reisevermittlungen selber ist die Situation seit März fatal. „Wir arbeiten fast rund um die Uhr, um uns zu informieren und mit Reiseveranstaltern, Hotels oder Busunternehmen abzusprechen“, erklärt Claudia Clementi.

Beratungsbedarf sehr groß

Der Beratungsbedarf für Reisewillige sei derzeit besonders groß. Die Büros haben aktuell kaum Einnahmen und müssen zudem wegen der vielen Stornierungen die Einnahmen der vorangegangenen Monate wieder zurückzahlen. Wie viele Unternehmen diese Krise nicht überstehen werden, sei noch offen.

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