Seit 125 Jahren pflegt man in der Berggemeinde Brenden Blasmusik. Dieses Jubiläum wäre für die Brendener Blasmusiker Anlass gewesen, im Mai fünf Tage lang gebührend zu feiern.

Der Vorstand beschloss schweren Herzens, aufgrund der Planungsunsicherheiten das Bezirksmusikfest abzusagen. „Sollte es die Situation zulassen, möchten wir jedoch unser traditionelles Herbst- und Schlachtfest Ende Oktober größer veranstalten und als Alternative zum Bezirksmusikfest anbieten“, versprach Vorsitzender Werner Isele.

„Ich wünsche mir, dass wir wieder anfangen können zu proben und dass Normalität eintritt“, Werner Isele, Vorsitzender TK Brenden.
„Ich wünsche mir, dass wir wieder anfangen können zu proben und dass Normalität eintritt“, Werner Isele, Vorsitzender TK Brenden. | Bild: Werner Steinhart

Es war 1896 nur eine kleine Schar musikbegeisterter Männer, die gemeinsam musizierten. In den Annalen kann festgestellt werden, dass damals schon die Gemeinde die Gründung einer Musik unterstützte mit der Beschaffung von sechs Blechinstrumenten.

Vor 125 Jahren fanden sich in der kleinen Berggemeinde Brenden ein paar musikbegeisterte Männer zusammen, der Ursprung der heutigen Trachtenkapelle Brenden. Auf dem Bild die Gründungsmitgieder 1896.
Vor 125 Jahren fanden sich in der kleinen Berggemeinde Brenden ein paar musikbegeisterte Männer zusammen, der Ursprung der heutigen Trachtenkapelle Brenden. Auf dem Bild die Gründungsmitgieder 1896. | Bild: Repro: Werner Steinhart

Der damalige Hauptlehrer Karl Walter als kultureller Träger der Gemeinde übernahm die musikalische Leitung der jungen Kapelle. Mit der Begeisterung der Mitglieder wuchs der junge Verein und erfreuten die Mitbürger mit ihrer Musik auch in den umliegenden Orten. 1913 nahm die Kapelle an einem Musikfest in Grafenhausen teil und konnte einen Preis erringen.

Geschichte mit Höhen und Tiefen

In der Geschichte des Musikvereins spiegelt sich auch die Weltgeschichte wieder. Der Erste als auch der Zweite Weltkrieg stellten den Fortbestand des Musikvereins in Frage und nach beiden Kriegen mussten Mitglieder betrauert werden. Doch die Begeisterung für die Musik ließ die Brendener hoffen und es erfolgte eine offizielle Neugründung.

Seit dieser Zeit ist auch ein Name eng mit dem Musikverein verbunden: Adolf Isele, Bürgermeister und späterer Ortsvorsteher, übernahm als Dirigent die musikalische Leitung von 1952 bis 1992. 1954 konnte die längst ersehnte Uniformierung durchgeführt werden. 1968 wurde diese Uniform durch eine Tracht ersetzt und man gab sich den Namen „Trachtenkapelle Brenden“.

Die Trachtenkapelle Brenden gestaltet seit Jahrzehnten die weltlichen und kirchlichen Feste in der Berggemeinde mit, so auch das Laurentiusfest zu Ehren des Kirchenpatrons im August, das die TKB seit ihrer Gründung feiert.
Die Trachtenkapelle Brenden gestaltet seit Jahrzehnten die weltlichen und kirchlichen Feste in der Berggemeinde mit, so auch das Laurentiusfest zu Ehren des Kirchenpatrons im August, das die TKB seit ihrer Gründung feiert. | Bild: Werner Steinhart

Wichtiger Beitrag zum Dorfleben

Da die Konzerte im Freien stattfanden und somit witterungsabhängig waren, beschlossen die Vereine 1973 unter Initiative der Trachtenkapelle einen Teil der Kartoffellagerhalle in Eigenregie in eine Dorfhalle umzubauen, die bis heute Mittelpunkt der örtlichen Feste ist.

Musikalischer Höhepunkt im Vereinsjahr ist das Jahreskonzert im Frühjahr. Daneben richtet die Trachtenkapelle noch weitere Veranstaltungen im Ort aus wie das Kirchenfest, das Erntedankfest oder das Herbst- und Schlachtfest und trägt somit in großem Maße zum Dorfleben bei.

Die Gewinnung neuer Mitglieder ist ein zentraler Punkt des Vereins. Mit der Zöglingsausbildung, welche bisher entweder im eigenen Verein oder wie in den letzten Jahren gemeinsam mit der Trachtenkapelle Berau durchgeführt wurde, möchte die Trachtenkapelle Kinder und Jugendliche für die Blasmusik begeistern. Leider hat die Pandemie auch die Ausbildung ruhen lassen.

Größter Wunsch für die Zukunft ist, dass der Verein in den turbulenten Zeiten weiter Bestehen bleibt und die Freude an der Blasmusik anhält, aber davon ist Vorsitzender Werner Isele überzeugt: „Alle Musikerinnen und Musiker sind auch weiterhin mit viel Engagement dabei.“ Und dazu gehört auch der Wunsch des Vorsitzenden, „dass wir wieder anfangen können zu proben, dass Normalität eintritt, wenn auch Feste wohl nicht mehr in gewohntem Rahmen stattfinden können“.