In der Weihnachtszeit verbringen Silvia Brogle und Erich Gantert viel Zeit in der Kirche. Die Vorbereitungen auf das schönste Fest im Kirchenjahr erfordern die Anwesenheit und Unterstützung der beiden Mesner, da sie auch für Organisatorisches verantwortlich sind. Bereits zum Ersten Advent wird in der Kirche St. Jakobus Untermettingen anstelle eines Adventskranzes seit vielen Jahren ein Adventsweg aufgebaut. Er symbolisiert den Weg zur Krippe, die Vorbereitungszeit auf Weihnachten und das Warten auf die Geburt Christi.

In der Kirche in Untermettingen gibt es anstelle eines Adventskranzes einen Adventsweg mit handgemachten Figuren. Er symbolisiert die ...
In der Kirche in Untermettingen gibt es anstelle eines Adventskranzes einen Adventsweg mit handgemachten Figuren. Er symbolisiert die Vorbereitungszeit auf Weihnachten und den Weg zum Stall in Bethlehem zum Kind in der Krippe. | Bild: Ursula Ortlieb

Vier Kerzen, handgemachte Hirten-, Kinder und Tierfiguren werden aufgestellt. Wenn die vierte Kerze brennt, zieht die heilige Familie in den Stall und das Jesuskind wird in die Krippe gelegt. Diese Gestaltung hatte man vor einigen Jahren mit selbst gebastelten Figuren begonnen und wurde als ansprechendes Symbol für die Vorbereitungszeit auf Weihnachten beibehalten. Die Mesner sind als Ansprechpartner und Helfer dabei, wenn die Kirche weihnachtlich geschmückt wird.

Seit Oktober 2020 teilen sich Silvia Brogle und Erich Gantert den vielseitigen und abwechslungsreichen Mesnerdienst. Als Nachfolger von Richard Schliffke waren sie bei ihrem Dienstantritt mit Hygienemaßnahmen, Kontaktdaten und Beschränkungen der Corona-Pandemie konfrontiert. Beinahe leere Kirchen habe Corona beschert. Das bedauern beide. Selbst an Weihnachten kamen vergangenes Jahr nur wenige Gläubige zu den Gottesdiensten. Jetzt füllen sich die Kirchenbänke allmählich wieder. Die Sitze sind mit vorgegebenen Abständen markiert.

Mesner im Doppelpack

Als in Untermettingen ein Mesner gesucht wurde, überlegte Silvia Brogle nicht lange, sich für diese Aufgabe zu melden. Sie warb im Kirchenchor für Mitstreiter. In Erich Gantert fand sie den idealen Kollegen, mit dem sie sich die Aufgaben teilt. Die Beiden sind ein gutes Team und erfüllen vielfältige und abwechslungsreiche Aufgaben. Mesner haben viel mit Liturgie, Seelsorge und vor allem mit Menschen zu tun. „Ja, es macht uns beiden Spaß. Wir kommen immer unter Leute und werden von Gemeindemitgliedern unterstützt“, erläutern sie. Für die Vor- und Nachbereitung von Gottesdiensten und Heiligen Messen ist stets einer der Beiden nach Dienstplan anwesend.

Die Aufgaben

An Samstagen, Sonn- und Feiertagen sind Einsätze und Präsenz selbstverständlich. Zu zweit sei das aber gar kein Problem, versichert Silvia Brogle. Viele Dinge, die nicht jeder sehen kann, werden von den Beiden zusätzlich entsprechend ihrer Stärken erledigt. Erich Gantert bringt das notwendige handwerkliche und technische Geschick mit, das für die technischen Anlagen in der Kirche und hier besonders auch für den beleuchteten, mit Wasser gefüllten Glas-Ambo von großem Vorteil ist. Der außergewöhnliche Ambo ist für Jugendgottesdienste in Rom entworfen worden und kam nach der Ministrantenwallfahrt 2010 durch Pfarrer Thomas Fritz in die Kirche nach Untermettingen. „Um das Technische komm ich nicht herum“, sagt Gantert. So baute er die defekte Wasserpumpe im Ambo aus und verlegte sie ins Trockene. Nach gründlicher Reinigung der Düsen sprudelt das Wasser wieder während der Gottesdienste nach oben.

In der Kirche St. Jakobus steht ein Glas-Ambo aus Rom. Er wird von Erich Gantert gewartet. Seine Frau Veronika Gantert unterstützt ihn ...
In der Kirche St. Jakobus steht ein Glas-Ambo aus Rom. Er wird von Erich Gantert gewartet. Seine Frau Veronika Gantert unterstützt ihn gerne, wo es nötig ist. Von links: Veronika und Erich Gantert und Silvia Brogle. | Bild: Ursula Ortlieb

Erich Ganterts Ehefrau hilft gerne, wenn sie gebraucht wird. Silvia Brogle leitet neben dem Mesnerdienst selbst auch Wortgottesdienste, fungiert als Lektorin und Kommunionhelferin und singt wie ihr Kollege Erich im Kirchenchor. Auch sorgt sie für die Kirchenwäsche und Ministrantenkleider. „Ich war mit der Kirche schon immer verbunden. Deshalb fiel es mir nicht schwer, den Mesnerdienst zu übernehmen“, sagt sie und auch Erich Gantert macht es Spaß: „Wir sind gern unter Leuten und verstehen und ergänzen uns. Es ist gut, dass wir uns abwechseln können“, meint er.

Gute Zusammenarbeit

Er erstellt den Dienstplan. Darin ist auch das Auf- und Zuschließen der Kirche im 14-tägigen Wechsel geregelt. Hauptaufgabe der Mesner ist das Vor- und Nachbereiten der Heiligen Messen. Einmal jährlich ist einer der Beiden auch in der Kapelle St. Gallus in Raßbach und einmal in der Hofwieskapelle in Endermettingen bei der Heiligen Messe dabei. Weihnachten müsse gut organisiert werden. Es bleibe so auch Zeit für Weihnachten mit der Familie und den erwachsenen Kindern, erklärt das Mesnerduo einstimmig.