Landwirt und BLHV-Vorsitzender Daniel Stritt aus Grafenhausen bemängelte im Gemeinderat Grafenhausen den Zustand der Seilwinde im Schlachthaus Mettenberg, die er als „beinahe lebensgefährlich“ bezeichnete. Wenn nach seinen Worten weiterhin Wert auf Regionalität gelegt werden solle, dann müsste die Gemeinde handeln und in eine „elektrische Aufrüstung“ investieren. Das Argument der Kostendeckung könne er nicht akzeptieren.

Seilwinde außer Betrieb

Die Gemeinde Grafenhausen hat auf den Hinweis von Landwirt Daniel Stritt reagiert und die Kurbelwinde im Schlachthaus Mettenberg, die von den Vogt-Werken aus Schlüchtern (Hessen) im Jahr 1963 hergestellt wurde, außer Betrieb genommen.

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Ob seitens der Gemeinde Grafenhausen in das Schlachthaus weiter investiert werden soll, darüber muss der Gemeinderat entscheiden. Dabei gehe es, so Bürgermeister Christian Behringer, um eine fünfstellige Summe. Nach Angaben von Bauhofleiter Michael Lüber, der die Winde außer Betrieb nahm, müsste erst geprüft werden, ob eine Reparatur überhaupt noch möglich sei. Wenn die Seilwinde ausgetauscht werden müsste, könnten angesichts der Statik Veränderungen am Gebäude nicht ausgeschlossen werden.

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Wie der Bürgermeister im Gemeinderat mitteilte, wurde das Schlachthaus Mettenberg, das über eine EU-Zulassung für gewerbliche Schlachtungen verfügt, im vergangenen Quartal 29 Mal genutzt. Davon kamen lediglich fünf Schlachtungen aus Grafenhausen. Für Zerlege- und Verpackungsarbeiten wurde die kommunale Einrichtung relativ stark von einem Hühnerhof in Seewangen genutzt. Nun habe der Betrieb aber eigene Räume und Kühlungen geschaffen und werde das Schlachthaus Mettenberg nicht mehr nutzen. Somit würden sich die Nutzungszahlen nochmals nach unten entwickeln.

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Hinzu komme, so Christian Behringer im Gemeinderat, das Problem, dass von Seiten der gewerblichen Betriebe auch Schlachteinrichtungen in anderen Orten genutzt würden. „Wenn die eigene Gemeinde ein gewerblich zugelassenes Schlachthaus unterhält, dann sollte es auch von heimischen Betrieben genutzt werden.“

EU-Zulassung

„Das Schlachthaus in Mettenberg steht nach umfassender Sanierung ab sofort auch für gewerbliche Schlachtungen wieder zur Verfügung“, lautete vor elf Jahren die Nachricht in der Presse. Die 20.000 Euro teuren Sanierungsarbeiten wurden im Sommer 2010 abgeschlossen. In der Hoffnung, die Selbstvermarktung zu stärken, wurde die kommunale Einrichtung hinsichtlich der geltenden EU-Richtlinien zur gewerblichen Nutzung auf den aktuellen Stand gebracht. Sie sollte zudem, wie im Vorfeld vereinbart worden war, auch allen Bürgern im Rothauser Land, die schlachten wollten, zur Verfügung stehen. Von den einst drei Schlachthäusern in Grafenhausen blieb nur Mettenberg in Betrieb, die Einrichtungen in Staufen sowie im Kernort Grafenhausen wurden dagegen geschlossen. Weiterhin sind gewerbliche Schlachtungen auch im privaten Schlachthaus Schiesselhof in Rippoldsried möglich.

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