Friedlich weidende Schafherden auf den Wiesen und ein Schäfer mit Hunden vor schönem Landschaftspanorama gehören zum Herbst wie die morgendlichen Nebelschwaden über der Landschaft. Es vermittelt dem Betrachter ein romantisches Bild von einem der ältesten Berufe der Welt und der Arbeit des Schäfers. „Der Beruf erfordert hochqualifiziertes Fachwissen und Können für die Spezialarbeit. Die harte Arbeit bei der Pflege der Tiere, Lammen, Klauenschneiden und vieles mehr, sieht niemand beim schönen Anblick der weidenden Schafe“, sagt Norbert Schwarz, Hofbesitzer und Vater von Sebastian Schwarz.

Schafherden vor der malerischen Kulisse mit Alpensicht vermitteln einen romantischen Blick auf den Beruf des Schäfers. Viel Fachwissen, Idealismus und Liebe zu Tier und Natur gehören aber dazu.
Schafherden vor der malerischen Kulisse mit Alpensicht vermitteln einen romantischen Blick auf den Beruf des Schäfers. Viel Fachwissen, Idealismus und Liebe zu Tier und Natur gehören aber dazu. | Bild: Ursula Ortlieb

Sebastian Schwarz ist rund um Birkendorf mit einer Herde von 500 Tieren unterwegs. Seine Familie in Freiburg-Kappel betreibt in sechster Generation Schäferei. Insgesamt drei Herden und 1000 Mutterschafe gehören zum Hof. Bevor er sich 24-jährig ganz für die Arbeit als Schäfer und Landwirt auf dem elterlichen Hof entschied, arbeitete Sebastian Schwarz als Erzieher und Sozialarbeiter sowie ein Jahr als Bankangestellter. Nun zieht der heute 39-Jährige bei Wind und Wetter mit seiner Herde durchs Land. „Wir sind auf dem Hof mit Schafen aufgewachsen und kennen uns damit aus“, so Sebastian Schwarz.

Ein paar Stunden alt ist das Lamm, das in Birkendorf zur Welt kam.
Ein paar Stunden alt ist das Lamm, das in Birkendorf zur Welt kam. | Bild: Ursula Ortlieb

Seine Schafe sehen alle gesund und gut ernährt aus. „Ich schätze meine Arbeit in der Natur, die frische Luft und die Freiheit. Wenn es tagelang nasskalt ist, kommt schon mal Frust auf, aber das gibt es wohl in jedem Beruf“, meint er und versichert, mit niemandem tauschen zu wollen.

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Seit 50 Jahren kommen Schafherden des Butzenhofs aus Freiburg-Kappel nach alten Rechten nach Birkendorf und Umgebung, weiden ihre Herden und sorgen für Landschaftspflege. Bei den Bauern galt: „Schafe haben goldene Hufe.“ Wo sie waren, wachse das Gras besonders gut: zum einen durch den Dung und zum anderen mit den Füßen, mit denen sie der Erde eine ideale Festigkeit geben.

Sebastian Schwarz aus Freiburg-Kappel arbeitet seit 15 Jahren als Schäfer. Treue Begleiter sind die ausgebildeten Hütehunde.
Sebastian Schwarz aus Freiburg-Kappel arbeitet seit 15 Jahren als Schäfer. Treue Begleiter sind die ausgebildeten Hütehunde. | Bild: Ursula Ortlieb

Die Hütehunde Hämi und Spike scheinen ihre Arbeit zu lieben und achten aufmerksam auf Befehle des Schäfers, halten die Herde zusammen und treiben sie in die jeweils richtige Richtung. Von seinen Vorfahren weiß Sebastian Schwarz, dass Gemeinden früher Holzpferche bereitstellten, damit die großen Flächen abgeweidet und gedüngt wurden. Die Schäfer konnten auf einem der Bauernhöfe oder in einem Gasthaus übernachten und wurden verköstigt.

Die heutige Schäferei

Das hat sich geändert. Landwirtschaftliche Großbetriebe mit Massentierhaltung brauchen heute ihre Flächen für Gülle und Mist. Geschoren werden die Schafe einmal im Jahr. Im Frühjahr sorgen Scherkolonnen aus Berlin für die anstrengende Arbeit im Akkord. Die Wolle wird an einen Händler verkauft, der diese in China verarbeiten lässt. Haupterwerb der Schäferei ist der Fleischverkauf an regionale Metzger und die Viehzentrale in Stuttgart. Das regelmäßige Schneiden der Klauen erledigt der Schäfer selbst.

So geht es weiter

Für die Landschaftspflege zahlen manche Städte und Gemeinden, jedoch ohne Subventionen der EU könne man nicht mehr existieren. „Das ist leider so bei uns, wie überall in der Landwirtschaft“, erklärt der Schäfer. Bevor es dunkel wird, zäunt Sebastian Schwarz die Schafe mit einem Elektrozaun ein, damit keines abhanden kommt. Nach einigen Tagen geht es mit der 500 Tiere starken Herde weiter nach Bettmaringen, Bonndorf, Löffingen und Titisee. Vor dem Wintereinbruch sollen sie in der Rheinebene ankommen, wo die Tiere den Winter über im Freien sind und mit ihrem Hirten von Ort zu Ort ziehen.