Borkenkäfer und Dürre machen auch im Wald an der Steina keinen Halt. Kranke und abgestorbene Bäume werden nach Möglichkeit sukzessive entfernt. So machte sich im Gemeindewaldstück in Muhren am Dienstagmorgen ein Waldarbeiter mit Vollernter an die Arbeit, geschädigte Bäume zu fällen, in deren Baumkronen aber jedes Jahr eine Graureiherkolonie nistet.

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Derzeit sind die Vögel mit der Aufzucht ihrer Jungen beschäftigt. Eine aufmerksame Anwohnerin, die die Graureiher-Kolonie beim Nisten, Brüten und Füttern der Jungtiere schon seit Tagen beobachten konnte, alarmierte den Führer des Vollernters und bat, umgehend das Fällen der Bäume einzustellen, damit die Graureiher geschützt ihre Jungvögel aufziehen können.

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Nach Rücksprache mit dem zuständigen Förster, Vertreter des BUND und Nabu konnte erreicht werden, dass die Arbeiten eingestellt wurden. Da sich auch ein Biberbau am Flussufer befindet, kam Biberbeauftragte Bettina Sättele dazu, um zu sehen, ob der Biberbau in Mitleidenschaft gezogen wurde. Sättele verwies darauf, dass der Artenschutz vor Beginn von Fällarbeiten unbedingt geprüft werden müsse und gegebenenfalls fällige Waldarbeiten verschoben werden.

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Auch müsse geprüft werden, wo die Graureiher künftig brüten könnten. Sie und die Anwohnerin Karin Schneider waren letztendlich froh, dass die Holzarbeiten einvernehmlich eingestellt wurden und den Graureihern der nötige Schutz gewährt wurde. Nach Auskunft von Gebietsbereichsleiter Tom Drabinski vom Kreisforstamt sollen die Arbeiten auch nicht mehr aufgenommen werden, solange die Graureiherkolonie Zeit für die Aufzucht ihrer Jungvögel brauche. Auch das schon gefällte Holz werde vorerst nicht abgeführt, um den Tieren die nötige Ruhe zu gewähren. Wenn die Tiere im nächsten Jahr wieder brüten möchten, finden sie möglicherweise ihre gewohnten Nistplätze nicht mehr und müssen sich ein neues Domizil suchen, weil die abgestorbenen Bäume abbrechen oder umknicken werden – auch wenn sie nicht gefällt werden.