Das Thema der Open-Air-Ausstellung 2020 in Grafenhausen lautet „Zeit im Wandel“. Im Aktionszeitraum werden nun die Werke der Künstler nach und nach angeliefert und mit Unterstützung des örtlichen Bauhofteams aufgebaut. Zu sehen gibt es unter anderem eine Stele aus Tankkanistern, einen Wald aus Kunststoffmasken, eine riesengroße Schraube aus Holz und viele weitere interessante Objekte.

Walter Zepf verwendet beim Erstellen der Knoten nur dieses Werkzeug.
Walter Zepf verwendet beim Erstellen der Knoten nur dieses Werkzeug. | Bild: Wilfried Dieckmann

Der Skulpturenpark in Grafenhausen füllt sich derzeit nach und nach mit neuen zeitgenössischen Skulpturen und Installationen. Mit jedem neuen Künstler gewinnt der Park an Attraktivität. Als jüngstes Werk kann die rund 20-teilige Installation aus gewickeltem Draht von Walter Zepf betrachtet werden. Der Künstler lebt und arbeitet in Dürbheim bei Rottweil und ist Mitglied des Kunstkreises Tuttlingen sowie des Kunstvereins Villingen-Schwenningen.

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Der Bildhauer Simon Stiegeler, der die Open-Air-Ausstellung „Zeit im Wandel“ federführend mitorganisierte, freute sich, diesen interessanten Künstler für das Projekt gewonnen zu haben: „Hinter seinen rostigen Skulpturen verbirgt sich viel Feingliedriges in hoher Qualität“, meinte der Grafenhausener Holzbildhauer.

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Die Ausstellung im Park wird neuerdings von der Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG) begleitet. Auf Nachfrage bestätigte Bürgermeister Christian Behringer, dass es sich bei der Ausstellung um ein rein kommunales Projekt handelt, das allein von der Gemeinde Grafenhausen geplant und organisiert wird. Erfreulicherweise unterstütze die Tourismusorganisation nun die Werbemaßnahmen. „Zusätzliche Kosten entstehen dadurch nicht“, versicherte Behringer auf Nachfrage. Kathleen Mönicke vom Schwarzwaldhaus der Sinne hob die funktionierende Aufgabenteilung hervor und freut sich auf die Werke weiterer Künstler.

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Feingliedriges in hoher Qualität: So hat Simon Stiegeler das Werk „Knotenkolonie“ von Walter Zepf bezeichnet. Vor 48 Jahren hat Zepf seine berufliche Laufbahn als Lehrling begonnen und war nach der Meisterprüfung bis hin zum Ruhestand als Chirurgie-Mechaniker-Meister tätig. Seine Spezialität war es, kleine Scheren in der Größenordnung von zwei Millimetern anzufertigen, wobei Löcher mit einem Viertelmillimeter gebohrt werden mussten. Nicht ganz so filigran geht es in seinem künstlerischen Bereich zu.

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Den Weg zur Kunst fand Walter Zepf als Kunstsammler. Zum Start ins neue Jahrtausend hat er nach seinen Worten Interesse an eigenen Werken entdeckt. Mit dem Ergebnis: Teilnahme an einer Hobby-Kunstausstellung im heimischen Gemeindehaus. „Schon am Gymnasium hatte ich Interesse an der Kunst und hätte auch gern ein Studium begonnen“, erinnerte sich Walter Zepf. Sein Vater aber habe klar und deutlich gesagt, dass er erst einmal einen gescheiten Beruf erlernen sollte. Ursprünglich wollte er für das sechste Künstlersymposium aus den Drahtkugeln ein „Siebeneck“ stecken. Sieben Tage, sieben Cocons. Sieben Tage dauerte auch die Erschaffung der Welt. So lautete seine ursprüngliche Intention für das geplante Werk.

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„Leider musste das Symposium aber abgesagt werden, ein Kontakt mit anderen Künstlern im Skulpturenpark war nicht möglich“, meinte Zepf, der sich nach einem Besuch in Grafenhausen für die nun entstandene begehbare Installation „Knotenkolonie“ entschied. In den Kugeln wurden jeweils bis zu 15 Kilogramm Draht verarbeitet. Passend zum Thema „Zeit im Wandel“ ändere sich beim Betrachten mit „jedem Grad Blickwinkel“ die Ansicht der einzelnen Kugeln. Als Werkzeug hat der Künstler übrigens nur eine speziell geformte Metallstange benötigt. Hiermit wurden auch die einzelnen Knoten in den Cocons gefertigt.