Mit der Inbetriebnahme des Regenüberlaufbeckens bei der Kläranlage Berau ist ein erster Meilenstein für die wohl größte Investiturmaßname der kommenden Jahre in Ühlingen-Birkendorf gesetzt: der Anschluss der Berggemeinden Berau und Brenden an die Verbandskläranlage Klettgau-West in Tiengen. Das Mammutprojekt soll in drei Schritten in den kommenden Jahren realisiert werden. Immerhin gut drei Millionen Euro wird der Bau des Abwassersammlers kosten.

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Das neue Regenüberlaufbecken (RÜB) ist nur an das Abwasser von Berau angeschlossen, bei einer späteren Anbindung von Brenden dann auch Abwasser von dort. Bisher war im Zulauf zur Kläranlage keine Regenwasserbehandlung vorhanden. Diese entlastet nun die Kläranlage.

Höhere Reinigungsleistung

Beim Abschlag in den Vorfluter wird nun eine höhere Schmutzfracht zurückgehalten. Der Drosselabfluss zur Kläranlage kann nun so eingestellt werden, dass eine hydraulische Überlastung der Anlage vermieden wird. Fazit: „Die bestehende Kläranlage wird entlastet und für das Gewässer wird eine höhere Reinigungsleistung erzielt“, betont Ortsbaumeister Jürgen Gamp.

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Die Volumenermittlung erfolgte auf einer Schmutzfrachtberechnung für die Ortsteile Brenden und Berau. Der Beckeninhalt beträgt 100 Kubikmeter. Das ganze Bauwerk hat mit Drosselschacht und Rechenlage eine Ausdehnung von circa 17,60 Meter x 8,40 Meter. Das Becken ist fünf Meter tief. Für den Bau des Regenüberlaufbeckens konnte die Gemeinde bei einer Bausumme von rund 780.000 Euro einen Zuschuss von 456.600 Euro erhalten.

Das neue Regenüberlaufbecken bei der Kläranlage Berau konnte seiner Bestimmung übergeben. Es entlastet die bestehende Kläranlage. Das Becken ist auch für den Anschluss aus Brenden bemessen.
Das neue Regenüberlaufbecken bei der Kläranlage Berau konnte seiner Bestimmung übergeben. Es entlastet die bestehende Kläranlage. Das Becken ist auch für den Anschluss aus Brenden bemessen. | Bild: Gemeinde

Die Abwasserbeseitigung von Berau nach Tiengen ist bereits in konkreter Planung. In die Witznau besteht eine 500 Meter lange Leitung ab der Kläranlage Berau, die es zu ertüchtigen gilt und ab der Witznau wird‘s dann kompliziert. Durch das ganze Schlüchttal bis zur Abzweigung Aichen rund vier Kilometer wird der Abwassersammler gebaut.

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Eine große Herausforderung, die auch eine Sperrung des Schlüchttals voraussichtlich unabwendbar machen wird. „Wir gehen aktuell für die Strecke Berau-Gutenburg von einem Beginn im Frühjahr 2021 aus. Geplant ist derzeit, dass wir die Maßnahme innerhalb eines Kalenderjahres soweit abschließen können, dass die Strecke über den Winter freigegeben wird“, so Bürgermeister Tobias Gantert im Gespräch.

„Wir sehen für die Maßnahme gewisse Risiken und Herausforderungen, an denen wir derzeit arbeiten“, so der Rathauschef. Hauptthema ist dabei die Organisation der Straßensperrung, das heißt der Umleitungsstrecken sowie der Gespräche mit den betroffenen Unternehmen. Im Vorfeld sollen jetzt möglichst viele Faktoren Berücksichtigung finden. Eine große Herausforderung werden die Schülerverkehre und die Erreichbarkeit der örtlichen Unternehmen per LKW sein. „An einer Lösung arbeiten wir derzeit mit Hochdruck“, so Gantert. In einem dritten Schritt wird dann die Kläranlage Brenden stillgelegt und ein Abwassersammlung nach Berau gelegt, Kosten voraussichtlich 1,8 Millionen Euro. Hierzu zählt auch der Umbau der Kläranlage Brenden zu einem Regenüberlaufbecken. Dafür gibt es derzeit noch keine konkrete zeitliche Planung.

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