Grund und Boden sind nicht vermehrbar. Gemäß den Zielen der Landesregierung sei es umso wichtiger, mit dieser knappen Ressource im Interesse des Gemeinwohls nachhaltig umzugehen. Das Zauberwort in den Ortskernen heißt somit Nachverdichtung. Nicht zuletzt aus diesem Grund hat der Gemeinderat Grafenhausen nun den Neubau eines Mehrfamilienhauses mit sieben Wohneinheiten, vier Garagen im Untergeschoss und fünf Carports nahe dem Ortskern auf einem unbebauten Grundstück befürwortet.

Das geplante Mehrfamilienhauses muss sich an der bestehenden Wohnbebauung orientieren, weil kein Bebauungsplan vorhanden ist.
Das geplante Mehrfamilienhauses muss sich an der bestehenden Wohnbebauung orientieren, weil kein Bebauungsplan vorhanden ist. | Bild: Wilfried Dieckmann

In der Tat: Bauen auf der grünen Wiese kann jeder. Ein Grundstück in Hanglage mit ungewöhnlicher Form entlang der Straße Auf dem Buck inmitten einer bestehenden Gebäudestruktur zu bebauen, stellt Bauwillige und Architekten hingegen gleichermaßen vor besondere Herausforderungen. Wie Bürgermeister Christian Behringer in der Gemeinderatssitzung informierte, gibt es in dem betreffenden Bereich keinen Bebauungsplan. Ein zusätzlicher Neubau muss sich somit an der Umgebungsbebauung orientieren.

Diskussion um Stellplätze

Diskutiert wurde im Gemeinderat die Anzahl der Parkplätze. Hier sind für sieben Wohneinheiten neben vier Garagen im Untergeschoss zusätzlich fünf Carports vorgesehen. Ob die Gesamtanzahl ausreichen wird, muss nach Angaben des Rathauschefs schließlich von der Baurechtsbehörde geprüft werden. Die Größen der Wohneinheiten liegen zwischen 20 und 120 Quadratmetern Fläche. Der Gemeinderat befürwortete das Baugesuch einstimmig.

Hohe Nachfrage nach Bauland

In der Gemeinde Grafenhausen besteht weiterhin große Nachfrage nach Wohnbauland, insbesondere von einheimischen Familien. Nicht alle Bauwünsche können durch die Schaffung von neuen Baugebieten erfüllt werden. Die Gemeinde ist auch bemüht, in den Ortsteilen ein Baulandangebot zur Verfügung zu stellen. So wurde im Ortsteil Rippoldsried am östlichen Ortsrand durch den Bebauungsplan „Auf dem Berg“ Baurecht für zwei Einfamilienhäuser geschaffen. Für die beiden Bauvorhaben liegen bereits Planungen vor. Die Aufstellung des Bebauungsplans erfolgte im zweistufigen Regelverfahren mit Umweltprüfung. Zwischenzeitlich wurden alle öffentlichen Belange miteinander und gegeneinander abgewogen und der Plan als Satzung verabschiedet.

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Das Gebiet „Auf dem Berg“ ist im Flächennutzungsplan des Gemeindeverwaltungsverbands Oberes Schlüchttal als Mischbaufläche sowie als landwirtschaftliche Fläche dargestellt. Die tatsächliche Nutzung erfolgte seit Jahren in Form von privaten Gartenbereichen sowie einer Weidefläche. Gemäß dem städtebaulichen Konzept, stellt der Bebauungsplan eine sinnvolle Erweiterung des Ortsrandes dar. Auf den Grundstücken ist jeweils ein Baufenster vorgesehen, welches die bedarfsgerechte Bebauung von Einfamilienhäusern ermöglicht. Die beiden Grundstücke sind jeweils durch eine bestehende Straße erschlossen.