Der Waldkindergarten Grafenhausen hat am 1. April 2021 seinen Betrieb aufgenommen. Im Oktober wurde die kommunale Einrichtung mit einem Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit vorgestellt. In der Gemeinderatssitzung stellte Bürgermeister Christian Behringer die Schlussabrechnung vor. Nach Abzug von Zuschüssen aus dem Bundesprogramm und Spenden verblieb der Gemeinde von den Gesamtausgaben von 128.017 Euro ein Eigenanteil von 18.900 Euro.

Die Anzahl der Kinder

Nach kontroversen Diskussionen im Rat eröffnete der kommunale Waldkindergarten gegenüber den Planungen verspätet am 1. April 2021 mit fünf Kindern, davon zwei aus Grafenhausen. Seit Februar ist die Anzahl auf zwölf Kinder gestiegen. Laut Anmeldezahlen wird mit Beginn des Kindergartenjahres im September von einer Vollbelegung (20 Kinder) ausgegangen. Nach Angaben der Verwaltung beträgt der Anteil der Kinder aus Grafenhausen ein Viertel. Der Waldkindergarten steht unter Leitung von Jeanette Kaiser. Weiterhin gehören dem Team die Erzieherinnen Karin Faller und Linda Mietz an.

Die Natur

Im pädagogischen Programmangebot erleben die Kinder verschiedene Naturbereiche hautnah. Im Süden grenzt unmittelbar an das Gelände des Waldkindergartens ein kartiertes Offenland-Biotop an. Ein Stück Naturfläche, das mit Sümpfen, Seggen- und binsenreichen Nasswiesen sowie Borstgrasrasen nach Bundesnaturschutzgesetz geschützt ist. Um diese Schutzzone klar vom Kindergartenbereich abzugrenzen, wurde der Bau eines Hinderniszaunes in der Baugenehmigung festgeschrieben.

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Das Konzept

Im Waldkindergarten finden die meisten Aktivitäten, soweit es wettertechnisch möglich ist, im Freien statt. Auf einen Gruppenraum muss aber nicht verzichtet werden. Ein geräumiges Bauwerk, das nach Planungen des Architekten Ralf Kaiser auf Punktfundamenten errichtet wurde, bietet Schutz und dank eines modernen Holzofens, der auch zum Backen oder Kochen verwendet werden kann, auch mollige Wärme. „Das Wetter als ein flexibles Naturphänomen, dem wir manchmal trotzen müssen, erfordert Durchhaltevermögen und Flexibilität“, betonte die Leiterin Jeanette Kaiser.

Die Betreuung

Wie Grafenhausens Bürgermeister Christian Behringer mitteilte, hat die Einrichtung des Waldkindergartens zu einer Entlastung der katholischen Kindertagesstätte St. Bernhard geführt. Aktuell sei weder die Einrichtung einer Kleinkindgruppe (U 3) noch eine Ü 3-Gruppe erforderlich. Die kommunale Einrichtung sei eine Alternative und keine Konkurrenz zum bestehenden Kindergarten in der Ortsmitte.

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Die Kosten

Die Gesamtausgaben für den Waldkindergarten summierten sich mit Gebäude und Toilettenhäuschen auf 128.017 Euro. Es wurde eine Förderung von 83.817 Euro gewehrt, knapp 12.500 Euro gingen an Geld-. und Sachspenden an. Am Ende musste die Gemeinde Grafenhausen 18.900 Euro finanzieren.