Der Gemeinderat Grafenhausen hat die Satzung über die Gebührenerhebung für die künstliche Rinderbesamung aus dem Jahr 2008 aufgehoben. Wie Bürgermeister Christian Behringer informierte, wurde dies vom Landratsamt Waldshut im Rahmen einer Prüfung angeregt. Ein Vergleich im Landkreis habe ergeben, dass lediglich noch in fünf Kommunen die Kosten nicht nur für den Samen, sondern außer in Ühlingen-Birkendorf auch die Tierarztkosten übernommen werden, erläuterte Christian Behringer. Die entstandenen Kosten wurden bislang in voller Höhe von der Gemeinde bezahlt. Von den Landwirten wurde lediglich ein Rückersatz in Höhe von 4,20 Euro entsprechend der Verordnung erhoben. Auch Landwirte mit eigenem Bullen profitierten als sogenannte „Eigenbesamer“ von der Regelung.

Die Kosten

Von der Rinderunion Baden-Württemberg hatte die Gemeinde Grafenhausen eine jährliche Auflistung erhalten und diese schließlich auch bezahlt. Die gesamten Aufwendungen beliefen sich, bereinigt um die Rückersätze, nach Informationen der Gemeindeverwaltung im Jahr 2020 auf 13.300 Euro, ein Jahr früher waren es 10.312 Euro. Im Jahr 2018 hatten sich die Kosten auf 17.126 Euro summiert, 2017 waren es 13.826 Euro gewesen.

Die Entscheidung

Im Rahmen einer Gleichbehandlung der Landwirte beschloss der Grafenhausener Gemeinderat einstimmig, ab 1. Juli nur noch die Kosten für den Samen, ob bei Fremd- oder Eigenbesamung, gegen entsprechenden Nachweis an alle Landwirte der Gemeinde Grafenhausen zu erstatten. Derzeit betragen die Samenkosten 6,94 Euro pro Besamungsvorgang. Tierarztkosten werden nicht mehr übernommen.