Bürgermeister Christian Behringer informierte in der jüngsten Gemeinderatssitzung über den derzeitigen Stand. Für die Verantwortlichen der Einrichtung sei es ein Unding, wenn das Kultusministerium erst zwei Tage vorher über Einzelheiten der vorgeschriebenen Maßnahmen informiert. Die Notbetreuungsgruppe bleibt weiter bestehen. Die Kindergartengebühren werden für die Monate April und Mai erlassen.

Gute Nachricht für Eltern

Die erfreuliche Nachricht gleich vorweg: Die Gebühren für den Kindergarten St. Bernhard Grafenhausen werden in Übereinstimmung mit der katholischen Verrechnungsstelle Stühlingen für die Monate April und Mai erlassen. Dies beschloss der Gemeinderat Grafenhausen einstimmig. Im Kindergarten Grafenhausen befinden sich derzeit gemäß der Corona-Verordnung acht Kinder in sogenannten Notbetreuungsgruppen. Es gibt zwei Gruppen mit jeweils einer Erzieherin. Wie Bürgermeister Christian Behringer weiter mitteilte, wurde zu Beginn der Pandemie die Betreuung angefangen mit fünf Kindern. Für die Nutzung der Notbetreuungsgruppen werden wie bisher die normalen Kindergartengebühren erhoben.

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„Wie aber sollen Vorbereitungen im Kindergarten getroffen werden, wenn erst zwei Tage vorher Einzelheiten bekannt werden“, meinte der Rathauschef ziemlich verärgert über die kurzfristigen Anweisungen aus Stuttgart. Somit sei es auch unmöglich, die Eltern zu informieren. Er sprach sich ohne Wenn und Aber für einheitliche Regelungen aus, die von Seiten des Kultusministeriums aber rechtzeitig zur Verfügung gestellt werden müssten. Es könne auch nicht sein, dass jeder Kindergarten sein „eigenes Süppchen kocht“. Unter Berücksichtigung der Auslegungshinweise mit Angaben zu den Hygienevorschriften geht der Rathauschef davon aus, dass ab dem 25. Mai mit einer „langsamen Öffnung“ angefangen werden kann.

Kurzfristigkeit verärgert

Auch Mario Isele, Sachgebietsleiter Geschäftsführung Kindergarten von der katholischen Verrechnungsstelle Stühlingen, ist verärgert. „Wenn am Samstagnachmittag um 13 Uhr neue Anweisungen aus Stuttgart kommen, dann kann es zwei Tage später am Montag keinen geregelten Ablauf im Kindergarten geben“, betonte Isele auf Anfrage. Auf eine erweiterte Betreuung müssten sich nicht nur die Kindergärten, sondern auch die betroffenen Eltern einstellen können.

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„Es ist ein Unding von Kultusministerin Susanne Eisenmann, alles nach unten abzugeben“, machte der Geschäftsführer deutlich. Im Kindergarten St. Bernhard, in dem die Notbetreuung weiterläuft, wird derzeit an einem tragfähigen Konzept gearbeitet, in das die neuen Auslegungsverordnungen eingearbeitet werden. Von Seiten der Katholischen Verrechnungsstelle wurden die Eltern bereits in der letzten Woche informiert, dass ein erweiterter Betrieb erst ab dem 25. Mai möglich sein werde. „Erst wenn unsere organisatorischen Vorbereitungen getroffen sind, können unsere Einrichtungen weitere Kinder aufnehmen“, hob der Geschäftsführer hervor.

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Da nur 50 Prozent der bisher betreuten Kinder aufgenommen werden dürfen, werde derzeit noch am Konzept gefeilt. Isele geht davon aus, dass es ein rollierendes System geben werde, damit alle Eltern ihre Kinder zumindest zeitweise in den Kindergarten bringen könnten. „Ob dies im wöchentlichen oder täglichen Wechsel erfolgt, steht noch nicht fest“, meinte Mario Isele.