Menschen wieder für mehr Selbstversorgung zu sensibilisieren und den Kindern die urtypische Form der Landwirtschaft näher zu bringen, liegt dem Junglandwirt Klaus Bastian vom Mandacher Hof in Riedern am Wald am Herzen. Seine Idee, für die Gemeinschaft einen Kartoffelacker anzubieten, ist auf großes Interesse gestoßen.

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Bereits die Pflanzung mit Hilfe eines 50 Jahre alten Setzgeräts von Rudolf Kromer war eine ganz besondere Aktion. Jetzt wurde die Ernte zu einem Kartoffel-Fest.

Jedes Kind hat ein kleines, mit dem Namen versehenes, eigenes Kartoffelsäckchen bekommen.
Jedes Kind hat ein kleines, mit dem Namen versehenes, eigenes Kartoffelsäckchen bekommen. | Bild: Elisabeth Baumeister

Für die Feldkontrolle hatte Bastian mit dem erfahrenen Landwirt Rudolf Kromer den richtigen Mann an seiner Seite, der auch in der Wachstumszeit die Furchen angehäuft hat, damit es keine oben aufliegenden Kartoffeln gibt, die grün werden und nicht mehr essbar sind.

Drei verschiedene Sorten, die auch im biologischen Anbau empfohlen und besonders gegen Krankheiten resistent sind, hat Klaus Bastian für den Anbau gewählt. Die Kartoffelkäfer die sich auf den Pflanzen breit gemacht hatten, wurde in den vergangenen Wochen mehrmals von Kindern abgelesen. Auf den Einsatz von Chemie wurde ganz verzichtet.

Die drei Alt-Landwirte Rudolf Kromer, Gebhard Duttlinger und Erhard Bastian haben das Geschehen auf dem Kartoffelacker mit großer Freude und vielen Erinnerungen an früher beobachtet.
Die drei Alt-Landwirte Rudolf Kromer, Gebhard Duttlinger und Erhard Bastian haben das Geschehen auf dem Kartoffelacker mit großer Freude und vielen Erinnerungen an früher beobachtet. | Bild: Elisabeth Baumeister

Die Kartoffelernte auf dem Gemeinschaftsacker wurde zu einem großen „Herdöpfel-Fest“. Bei herrlichem September-Wetter haben sich ganze Familien am Kartoffelfeld eingefunden. Matthias Duttlinger hat mit seinem alten Kartoffelroder so wie früher die Kartoffeln ausgefahren.

Als die Furchen von den Stauden befreit waren, kamen die goldgelben Knollen zum Vorschein und konnten aufgesammelt werden. Die Kinder hatten großen Spaß, die Säcke zu füllen, denn es waren ja die eigenen Kartoffeln. Zudem bekam jedes Kind ein kleines, mit dem Namen versehenes, eigenes Kartoffel-Säckchen. Freude hatten auch die Älteren, die sich gerne an frühere Kartoffelernten erinnerten.

Auch ganz besonders schöne Herzkartoffeln kamen auf dem Gemeinschaftsfeld zu Tage.
Auch ganz besonders schöne Herzkartoffeln kamen auf dem Gemeinschaftsfeld zu Tage. | Bild: Elisabeth Baumeister

Die Familie von Klaus Bastian hatte noch weitere Überraschungen parat. Es gab selbstgemachte Kartoffelpuffer; und direkt nach der Ernte wurden, mit einem Pommes-Schneider, wie er vor 50 Jahren auf jedem Hochzeits-Geschenketisch zu finden war, Fritten geschnitten – Pommes direkt vom Feld.

„Ich werde diese Aktion im nächsten Jahr wieder starten und den Acker ein wenig vergrößern, da ich einigen Interessenten hatte absagen müssen“, verkündete Klaus Bastian.

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