Mit einer Energieleitlinie in Grafenhausen soll auch ansteigenden Preisen für Strom und Gas entgegengewirkt werden. Ziel der Leitlinie ist der sparsame Umgang mit Energie und Wasser und damit auch die Reduzierung der Verbrauchskosten, die sich im Verwaltungshaushalt der Gemeinde niederschlagen. Energiemanager Heiko Hilpert stellte in der jüngsten Gemeinderatssitzung den kommunalen Energiebericht 2020 vor.

Heiko Hilpert, Energiemanager der Gemeinde Grafenhausen.
Heiko Hilpert, Energiemanager der Gemeinde Grafenhausen. | Bild: Wilfried Dieckmann

Das Coronavirus hat das öffentliche Leben in allen Bereichen kräftig durcheinandergewirbelt. Zwischenzeitlich scheint sich einiges wieder normalisiert zu haben. Zumindest mehren sich die Kontakte bei privaten Treffen, Restaurantbesuche sind mit Auflagen wieder möglich, ebenso Veranstaltungen im kulturellen und sportlichen Bereich. Die vielen Einschränkungen im vergangenen Jahr haben sich auch auf den Energieverbrauch in der Gemeinde Grafenhausen ausgewirkt.

Wie der kommunale Energiemanager Heiko Hilpert bei der Präsentation des Energieberichts 2020 im Gemeinderat informierte, hat sich der Wärmeverbrauch in den öffentlichen Gebäuden von rund 1,4 Millionen Kilowattstunden 2019 gegenüber 2020 mit 714.000 Kilowattstunden nahezu halbiert. Somit reduzierten sich auch die Kosten von 110.878 Euro (2019) im Folgejahr auf 67.758 Euro. Deutlich vermindert hat sich 2020 auch der Wasserverbrauch von knapp 4,8 Millionen Litern (2019) auf knapp 3,5 Millionen Liter (2020). Die Kosten sanken in den genannten Zeiträumen von 30.763 Euro auf 23.358 Euro. Einen erheblichen Anteil an der Wasserersparnis hatte die eingeschränkte Nutzung des Hallenbades mit Sauna.

Mit dem Beschluss der Energieleitlinien durch den Gemeinderat sollte der sparsame Umgang mit Energie als grundsätzliche Handlungsanweisung für die Verwaltung festgeschrieben werden. „Um das Potenzial an Energieeinsparungen zu heben, das in diesem Bereich vorhanden ist, bedarf es einheitlicher Regeln“, hatte Franziska Kennemann von der Energieberatung Südwest mit Sitz in Lörrach im vergangenen Jahr bei der Vorstellung des Energieberichts 2019 geäußert. Zielorientierte Energieleitlinien seien, so erklärte die Energieberaterin damals, Teil einer ambitionierten Strategie, die auf einen deutlich niedrigeren Energieverbrauch und die Steigerung der Energieeffizienz setzt, um die Treibhausgase zu reduzieren.

Mit Einführung der Energieleitlinie soll auch den ansteigenden Energiepreisen entgegengewirkt werden. Ziel ist demnach der sparsame Umgang mit Energie und Wasser und damit auch die Reduzierung der Verbrauchskosten, die sich dann im Verwaltungshaushalt der Gemeinde niederschlagen. Ob diese Leitlinie bereits im vergangenen Jahr positive Auswirkungen mit sich brachte, konnte der Energiemanager angesichts der Corona-Pandemie nicht mit einem klaren Ja beantworten. Er ist sich aber sicher, dass das Ziel der Leitlinie durch einen sparsamen Umgang mit Energie und Wasser und damit auch die Reduzierung der Verbrauchskosten, die sich im Verwaltungshaushalt der Gemeinde niederschlagen werden, erreicht werde.

Gemeinderätin Barbara Bohl (Freie Wähler) fragte nach, warum auf dem Dach des Schwarzwaldhauses der Sinne keine Photovoltaik-Anlagen installiert werden. Wie Bürgermeister Christian Behringer in Erinnerung rief, habe sich der Gemeinderat gegen eine Anlage ausgesprochen. Als Grund wurden die vielen Dachgaupen genannt, die zu viele Schattenbereiche verursachen. Die Rätin sprach sich dafür aus, dass in diesem Bereich der Gemeinderat aktiv werden sollte. „Irgendwo muss der Strom doch herkommen“, sagte Bohl und fügte an, dass auch auf privaten Dächern mehr PV-Anlagen angebracht werden könnten. Hier könne die Kommune nur anregen, Entscheidungen fällen die Eigentümer.

Der Bürgermeister erinnerte daran, dass Grafenhausen in Sachen Nahwärme einen wichtigen Beitrag zum Energieeinsparen geleistet habe. Vorstellen könnte er sich einen weiteren Schub bei einer grundlegenden Sanierung des denkmalgeschützten Rathauses, das ins Landessanierungsprogramm fällt, weshalb man mit Zuschüssen von 80 Prozent rechnen könne.