Eigentlich hatten Sabine und Andreas Gamp von der Bäckerei Gamp in der Waldshuter Kaiserstraße vor, ihre Hochzeit groß im April 2020 zu feiern. Doch dann kam Corona. Die eigentliche Trauung wollten die Serviceangestellte und der Bäcker- und Konditormeister aus Ühlingen-Birkendorf nicht verschieben, und so gaben sich die beiden vor eineinhalb Jahren am 18. April 2018 das Ja-Wort. „Wir konnten ja damals nicht abschätzen, wie sich die Lage entwickelt und wann wieder Hochzeiten mit Feier und Gästen erlaubt sein werden. Also haben wir an dem Termin festgehalten, weil uns die Trauung wichtig war“, sagt Sabine Gamp. Doch mehr als fünf Personen durften bei der Eheschließung in Ühlingen-Birkendorf nicht teilnehmen. „Also waren nur wir zwei und meine Schwiegereltern bei der Zeremonie“, erzählt die 55-Jährige. Eine Feier musste ausbleiben. „Es war damals ja nicht erlaubt, dass mehr als zwei Haushalte zusammen kommen.“

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Deshalb haben in Ühlingen-Birkendorf auch fünf Paare ihre Hochzeit während der Pandemie und wegen der damit verbundenen Auflagen verschoben, weiß Stefanie Schropp vom Standesamt der Gemeinde. Durchschnittlich hätten sich in den Jahren vor der Pandemie rund 25 Paare jährlich das Ja-Wort gegeben. „Trauungen wurden immer nach den aktuell gültigen Regelungen und unter Beachtung der Raumgröße durchgeführt“, betont die Standesbeamtin. In anderen Gemeinden wie beispielsweise Waldshut-Tiengen fanden dagegen teilweise gar keine Trauungen statt. Dutzende wurden abgesagt. Die Gemeinde Ühlingen-Birkendorf ist einen anderen Weg gegangen, weil „Trauungen zu keiner Zeit nicht gestattet waren, weshalb für uns eine generelle Absage nicht in Betracht gekommen ist“, so Schropp.

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Heute, rund eineinhalb Jahre später, haben die Gamps die große Hochzeitsparty mit rund 30 Freunden und Verwandten nachgeholt. „Wir haben uns für das Motto ‚Flower Power: Peace & Love‘ entschieden, weil auch in diesem Jahr kaum Veranstaltungen stattgefunden haben. Ich denke da auch an die Fasnacht. Und da ist doch so ein Motto genau richtig. Verkleiden ist doch toll, außerdem feiert man so noch viel lockerer und freier.“ Weiter sagt Sabine Gamp: „Alle Gäste haben ohne Weiteres mitgemacht. Das Tolle an dem Motto ist, dass fast jeder etwas im Kleiderschrank zu Hause hat und man nicht extra etwas kaufen muss. Aber das war ja jedem frei gestellt und es hat sich wirklich jeder entsprechend dem Motto verkleidet.“ Das Hochzeitsauto, ein alter VW Käfer Cabriolet aus den 70er-Jahren, habe dem Paar eine gute Freundin für diesen Tag zur Verfügung gestellt.

Sabine und Andreas Gamp in ihrem Hochzeitsauto, das ihnen eine gute Freundin für diesen besonderen Tag zur Verfügung gestellt hat.
Sabine und Andreas Gamp in ihrem Hochzeitsauto, das ihnen eine gute Freundin für diesen besonderen Tag zur Verfügung gestellt hat. | Bild: privat

„Natürlich haben wir uns beim Apéro im Klostergarten in Riedern am Wald oder beim Essen im Ühlinger Posthorn immer an die 3G-Regeln gehalten. Bettina Batt, die Cousine von meinem Mann Andreas, hat außerdem mit ihrer einzigartigen Stimme und ihrer Querflöte die Gäste begeistert. Das war einfach ein toller Tag, der bis tief in die Nacht ging“, schwärmt Sabine Gamp, die derzeit noch als Servicekraft auf der Rheinfähre arbeitet. Aber bald wird die 55-Jährige in den Bäckereibetrieb ihres Mannes einsteigen. „Wir werden einen Verkaufsstand mit Brot vor unserem Wohnhaus in Ühlingen aufstellen, und ich bin dann für den Verkauf zuständig.“