Angesichts der Corona-Pandemie gibt es wohl kaum einen Bereich, in dem das Leben wirklich pulsiert. Besonders arg getroffen hat es nicht nur im Schwarzwald die Hotellerie und Gastronomie sowie den gesamten Tourismus. Hier geht nichts, alles ist geschlossen. Auch die Campingplätze. Für Wohnmobile hat Grafenhausen am Skiliftparkplatz jedoch zeitlich begrenzte Parkplätze ausgewiesen. Hat die Verwaltung ein Herz für Camper?

Die Parkplatznutzung für Wohnmobile ist begrenzt auf 24 Stunden.
Die Parkplatznutzung für Wohnmobile ist begrenzt auf 24 Stunden. | Bild: Wilfried Dieckmann

Hotels und Campingplätze zu

Aufgrund der hohen Infektionszahlen hatte die Landesregierung Baden-Württemberg möglichen Lockerungen zu Ostern eine klare Absage erteilt. Die Politik hat die Notbremse gezogen. Geschlossen wurden auch wieder Einzelhandelsgeschäfte, die erst vor wenigen Wochen aufgrund der positiven Inzidenzzahlen im Landkreis Waldshut hatten öffnen dürften. Derzeit haben nur Lebensmittelgeschäfte, die den täglichen Bedarf der Bevölkerung decken, geöffnet. Und angesichts der Infektionslage ist mit einer zeitnahen Öffnung der Hotel- und Gastronomiebranche wohl nicht zu rechnen.

In der Ferienregion Rothauser Land sind Hotels, nach den Öffnungen im letzten Sommer, mit dem zweiten Corona-Lockdown seit dem 2. November durchgehend geschlossen. Davon betroffen sind auch die Campingplätze, die komplett schließen mussten. Nicht einmal für Dauercamper gibt es Ausnahmen, die ihr mobiles Eigentum beispielsweise für Reparaturarbeiten und nur tagsüber betreten dürfen. Übernachten hat der Gesetzgeber bis dato nicht gestattet.

„Ein Herz für Camper“

Viele Menschen aus der gesamten Region nutzten das schöne Osterwetter, um sich in freier Natur aufzuhalten und beispielsweise das idyllische Naturschutzgebiet rund um den Schlüchtsee in Grafenhausen zu genießen. Unter Einhaltung der Corona-Bestimmungen hatte auch der Schlüchtsee-Kiosk geöffnet. Unter den vielen Ausflüglern und Tagesgästen fanden sich auch Wohnmobilisten, die ihre Fahrzeuge auf dem Schlüchtseeparkplatz abgestellt hatten.

Wie die autarken Camper, ausgestattet mit eigenen sanitären Anlagen berichteten, hätten sie bei Spaziergängen rund um den See oder auf dem Schlühhüwana-Pfad eine „Naturlandschaft erster Güte“ kennengelernt. Gerne hätte der eine oder andere Wohnmobilgast den Parkplatz auch zum Übernachten genutzt. Dies aber ist aufgrund der Parkbegrenzung, die für Wohnmobile um 20 Uhr endet, nicht möglich. Auf einem Hinweisschild hat die Gemeindeverwaltung jedoch auf einen alternativen Stellplatz nahe dem Skilift verwiesen.

Auf einem Hinweisschild am Schlüchtsee wird auf einen alternativen Stellplatz nahe dem Skilift verwiesen.
Auf einem Hinweisschild am Schlüchtsee wird auf einen alternativen Stellplatz nahe dem Skilift verwiesen. | Bild: Wilfried Dieckmann

„Grafenhausen hat ein Herz für Camper“, betonte ein reisender Urlauber aus dem Schwäbischen, der zwei Ostertage unter erschwerten Bedingungen im südlichen Schwarzwald verbrachte. Das Ehepaar zeigte durchaus Verständnis für das Übernachtungsverbot am Schlüchtsee und nahm dankend das Alternativangebot an, auf dem sie nicht nur Feldbergblick, sondern auch Alpensicht genießen konnten.

Wie mehrere Wohnmobilisten im Gespräch betonten, wären sie auch auf den Campingplatz in Amertsfeld ausgewichen, der aufgrund von Corona jedoch nicht nutzbar war. Während ihrer kleinen Schwarzwald-Ostertour haben die Camper nach ihren Angaben aber nicht nur so positiv eingestellte Orte wie Grafenhausen erlebt. Der Regelfall seien Parkverbote und Strafzettel gewesen.