In jedem Büro volle Beleuchtung? Ineffiziente Pump- oder Lüftungsanlagen? Dies gehört in Grafenhausen künftig der Vergangenheit an. Mit dem Beschluss der Energieleitlinie durch den Gemeinderat soll der sparsame Umgang mit Energie als grundsätzliche Handlungsanweisung für die Verwaltung festgeschrieben werden. Franziska Kennemann von der Energieagentur Südwest hat in der jüngsten Ratssitzung im Schwarzwaldhaus der Sinne den kommunalen Energiebericht 2019 vorgestellt.

Energiemanagement

In Grafenhausen werden die Planung und der Betrieb kommunaler Gebäude im Energiebereich bisher ohne einheitliche Vorgaben der gesetzlichen Bestimmungen ausgeführt. „Um das Potenzial an Energieeinsparungen zu heben, das in diesem Bereich vorhanden ist, bedarf es einheitlicher Regeln“, erklärte Franziska Kennemann von der Energieberatung Südwest mit Sitz in Lörrach bei der Vorstellung des Energieberichts 2019.

Zielorientierte Energieleitlinien sind nach Angaben der Energieberaterin Teil einer ambitionierten Strategie, die auf einen deutlich niedrigeren Energieverbrauch und die Steigerung der Energieeffizienz setzt, um die Treibhausgase zu reduzieren. Mit der Einführung einer Energieleitlinie soll so auch ansteigenden Energiepreisen entgegengewirkt werden. Ziel der Leitlinie ist der sparsame Umgang mit Energie und Wasser und damit auch die Reduzierung der Verbrauchskosten, die sich dann im Verwaltungshaushalt der Gemeinde niederschlagen.

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„Nach einer gewissen Übergangszeit wird im Zusammenspiel mit einem kommunalen Energiemanagement eine Verbrauchs- und Kostenreduktion von bis zu 30 Prozent erwartet“, ist sich die Energieberaterin sicher. Sie rief in Erinnerung, dass es sich bei der Energieagentur Südwest um ein „Kompetenzzentrum rund um Fragen der Energiewende“ handelt, das vom Landkreis und von Energieversorgungsunternehmen getragen wird. Die geleistete Arbeit bezeichnete Franziska Kennemann als „unabhängig und neutral“. Angesichts dieser Konstellation seien mit der Einführung einer Energieleitlinie für die Gemeinde Grafenhausen keine direkten Kosten verbunden.

Alles steht beim Stromsparen auf dem Prüfstand, auch alle Pumpverteiler.
Alles steht beim Stromsparen auf dem Prüfstand, auch alle Pumpverteiler. | Bild: Wilfried Dieckmann

Um Energiekosten nachhaltig zu senken, müsste der Verbrauch auch systematisch erfasst werden. Nur so könnten energieverbrauchsrelevante Prozesse kontinuierlich verbessert werden. Im Rahmen eines erfolgreichen Energiemanagements sollte als Zielvorgabe alle fünf Jahre die Senkung der CO2-Emissionen um etwa zehn Prozent betragen. Um dies zu erreichen, seien monatliche Kontrollen unerlässlich, so die Energieberaterin. Wichtig sei eine Bestandserfassung von Gebäuden, Zählern und Energieverträgen. Hausmeisterschulungen in Sachen Energie und die Ernennung von kommunalen Energiemanagern bezeichnete Kennemann als unverzichtbar.

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