Wilfried Dieckmann

Auch wenn sich die finanziellen Bedingungen für das Haushaltsjahr 2023 gegenüber dem Vorjahr deutlich verschlechtern, sollen in Grafenhausen gemäß dem Haushaltsentwurf knapp 3,2 Millionen Euro investiert werden.

Im Zuge der Haushaltsumstellung auf die Doppik (doppelte Buchführung) zum 1. Januar 2019 musste das gesamte Anlagevermögen der Gemeinde neu bewertet werden. Eine definitive Klarheit über die Gemeindefinanzen wird erst dann vorliegen, wenn die erstellte Eröffnungsbilanz von der übergeordneten Behörde Landratsamt geprüft wurde. „Wegen Arbeitsüberlastung konnte die Bilanz bisher aber nicht geprüft werden“, so Bürgermeister Christian Behringer im Gemeinderat. Somit könne auch kein buchhalterischer Nachweis über finanzielle Rücklagen erfolgen. Mit der Freigabe der Bilanz könne aber noch in diesem Jahr gerechnet werden. Weiter teilte der Rathauschef mit, dass beim Jahresabschluss 2022 von einem positiven Ergebnis ausgegangen werden könne. Die vorgesehene Kreditaufnahme in Höhe von knapp 200.000 Euro werde somit nicht nötig sein.

Im letzten Jahr konnten in Grafenhausen nicht alle geplanten Investitionen umgesetzt werden. Da diese gemäß Doppik nicht einfach als Haushaltsreste übertragen werden können, mussten sie im Haushaltsplan 2023 neu veranschlagt werden. Hierzu gehören Maßnahmen wie der MNT-Raum in der Werkrealschule, Schulhaus Kaßlett in Mettenberg, der Kauf des Kindergartengebäudes, die Straße An der Steige oder die Schwarzwaldhalle. Schwerpunktmäßig soll in diesem Jahr die Sanierung des denkmalgeschützten Bereichs des Rathauses in Angriff genommen werden, auch soll ein neues Feuerwehrfahrzeug angeschafft werden. Weiterhin soll ein bisher geleastes Fahrzeug im Abwasserbetrieb zum Restwert von 5500 Euro gekauft werden. Auf dem Gebäude der Kläranlage soll eine weitere Photovoltaikanlage installiert werden. Auch auf weiteren Dächern kommunaler Gebäude, wie beispielsweise Schwarzwaldhaus der Sinne, sollen energieproduzierende Anlagen montiert werden. Investiert werden soll in diesem Jahr auch für den Feinbelag im Erich-Kiefer-Weg oder Maßnahmen im Baugebiet Ebnet in der Größenordnung von knapp 120.000 Euro. Auf dem Friedhof ist die Erstellung eines anonymen Grabfeldes (19.000 Euro) geplant. Die gesamten Maßnahmen summieren sich auf rund 3,2 Millionen Euro. Hierfür werden Zuschüsse in Höhe von 1,75 Millionen Euro erwartet.