Grafenhausen – Der Imkerverein Oberes Schlüchttal hat unter schwierigen Vorzeichen doch noch Mitglieder für die Vorstandsarbeit gewinnen können. Dies war aber nicht einfach. „Ende 2021 sah es so aus, als ob wir keinen Vorstand mehr zusammenbekommen“, berichtet Vorsitzender Bernhard Heer. Trotz einer Mitgliederzahl von 42 Mitgliedern habe sich zunächst niemand bereit gefunden.

Bernhard Heer hatte nach 18 Jahren Vorstandsarbeit im Imkerverein eigentlich kein Amt mehr übernehmen wollen. Doch als das Aus für den Verein mit 125 Jahren Tradition drohte, erklärte er sich doch noch einmal bereit, den Vorsitzend für drei Jahre zu übernehmen. Voraussetzung dafür war allerdings, dass sich ein Mitglied für das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden findet, das auch bereit sei, nach drei Jahren weiterzumachen. Mit Isabella Zwetz fand sich eine engagierte Imkerin, die sich für den Imkerverein auch später einsetzen möchte. Gudrun Häss als Schriftführerin und Kassierer Egon Mülhaupt haben diese Ämter übernommen. Als Beisitzer gewählt wurden Franz Duttlinger, Volker Kramer und Guido Strittmatter. Kassenprüfer sind Joachim Bannholzer und Lothar Isele.

Aufgaben gibt es für den Verein genug. Der Austausch untereinander bei den vielen alltäglichen Problemen rund um die Honigbienen ist wichtig und hilfreich. Schulungen und Vorträge zu allen Themen werden angeboten. Ab kommenden Herbst sind Neu-Imkerkurse mit Gerhard Rombach in Planung. Außerdem gibt es Überlegungen, vierteljährlich ein offenes Imkertreffen abzuhalten. Die Übernahme von Patenschaften für Jung-Imker, vermehrte Öffentlichkeitsarbeit – unter anderem mit der Teilnahme am Ferienprogramm – stehen auf dem Ideenplan. Auch die Schulimkerei soll wieder aufleben. Coronabedingt war die Imker AG an der Werkrealschule Grafenhausen weggefallen. Lehrerin Katja Frommherz wird Bernhard Heer künftig unterstützen. Die AG soll 14-tägig stattfinden. „Wir müssen aber wieder ganz von vorn anfangen“, sagt Heer. Die Schüler, die vor der Pandemie dabei waren, stecken in Abschlussprüfungen.

Darüber hinaus setzten sich die Imker für Artenvielfalt und Naturschutz ein. „Es sind ja nicht unsere Honigbienen, die akut vom aussterben bedroht sind, sondern Wildbienen, Hummeln und all die anderen Insekten“, hebt Heer hervor. So will sich der Verein durch Zusammenarbeit mit Landwirten und Gemeinden für die Artenvielfalt und Anlage von Insekten- und Bienenweiden einsetzen.