Mit der Öffnung von Schulen und Kindergärten im Oberen Schlüchttal soll für Erzieher und Lehrkräfte ein möglichst hoher Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus erreicht werden. Ärzte, Bürgermeister, Schul- und Kindergartenleitung arbeiten dafür in einer Allianz eng zusammen. Mit regelmäßigen Schnelltests durch Abstriche und künftigen Impfungen sowie vom Bundesgesundheitsminister angekündigten Selbsttests sollen neue Sicherheitsstandards geschaffen werden. Auch sollen für Lehrkräfte ab sofort Impfungen möglich sein, die ersten haben am Donnerstag begonnen.

Kommunalpolitik im Boot

Grafenhausens Bürgermeister Christian Behringer hat in Bonndorf rund 1000 Corona-Schnelltests abgeholt, die vom Land Baden-Württemberg aus der sogenannten Testreserve zur Verfügung gestellt wurden. 350 Tests hat der Rathauschef an den katholischen Kindergarten St. Bernhard geliefert.

Die Vorbereitungen für die Auswertung eines Coronavirus- Schnelltests. Die Gemeindeverwaltung Grafenhausen holte ein Kontingent von rund 1000 Schnelltest in Bonndorf ab.
Die Vorbereitungen für die Auswertung eines Coronavirus- Schnelltests. Die Gemeindeverwaltung Grafenhausen holte ein Kontingent von rund 1000 Schnelltest in Bonndorf ab. | Bild: Wilfried Dieckmann

Das Kollegium der Werkrealschule (WRS) sowie der Grundschule am Standort Grafenhausen konnten sich bereits am Mittwoch, ebenfalls freiwillig, im Schulgebäude testen lassen. Abgenommen und ausgewertet wurden die Tests von Ärztin Barbara Bohl in der Schule, die Koordination erfolgte durch Schulsekretärin Barbara Krieger.

Richtige Entscheidung

Die erfahrene Ärztin Barbara Bohl aus Grafenhausen bezeichnete es als richtige Entscheidung der Politik, Personen aus dem Bildungs- und Erziehungsbereich zu schützen. Aus der Testreserve habe das Land Baden-Württemberg somit auch richtigerweise die vorhandenen Schnelltests bereitgestellt. Gemäß der erstellten Teilnehmerliste können die Tests auch dokumentiert werden. In Kürze sollen nach den Worten der Ärztin auch einfachere Tests angeboten werden. Die klassischen Abstriche könnten jedoch bald der Vergangenheit angehören, da sich Lehrkräfte ab sofort impfen lassen können. Die ersten Termine wurden bereits für Donnerstag im Tiengener Impfzentrum vereinbart.

Berechtigungsscheine

Da quasi unmittelbar an der Schlüchttal-Schule in Ühlingen seit November der niedergelassene Arzt Mohamed Baker Jafar praktiziert, konnten die ersten Schnelltests der Lehrkräfte nach Angaben von Rektorin Rotraut Neubauer direkt in den dortigen Praxisräumen durchgeführt werden. Künftig sollen montags und freitags Schnelltests in der Ühlinger Schule nicht nur für Lehrkräfte, sondern auch für alle weiteren Mitarbeiter der Schule angeboten werden.

Der in Ühlingen niedergelassene Arzt Mohamed Baker Jafar führt bei Lehrkräften Schnelltests durch.
Der in Ühlingen niedergelassene Arzt Mohamed Baker Jafar führt bei Lehrkräften Schnelltests durch. | Bild: Wilfried Dieckmann

Für jene Personen, die bei diesen Terminen nicht dabei sein können, bestehe auch die Möglichkeit, mit dem Berechtigungsschein Termine für Schnelltests direkt bei den Ärzten zu vereinbaren. Weiterhin teilte die Rektorin mit, dass ab sofort auch Impfungen möglich seien. Die Berechtigungsscheine liegen bereits vor und können an Impfwillige ausgegeben werden.

Sorge vor Virusmutanten

Mario Isele, Sachgebietsleiter Geschäftsführung Kindergarten von der katholischen Verrechnungsstelle Stühlingen, freute sich, dass die Kindergärten wieder geöffnet haben und nahezu vollzählig besucht werden. „Auch wenn die Freude überwiegt, wird die Entwicklung von Virusmutanten voller Sorge verfolgt“, sagte er. In Grafenhausen habe es bisher keine Ansteckungen im laufenden Kindergartenbetrieb gegeben. Im gesamten Gebiet wurden 15 Infektionsfälle verzeichnet, wobei die Hälfte der Fälle nach den Worten des Geschäftsführers nicht durch Eltern oder Erzieherinnen, sondern durch Kinder ausgelöst worden seien.

Blick in die Zukunft

In der nächsten Woche sollen Mitarbeiterinnen nicht nur aus dem Kindergarten St. Bernhard Grafenhausen, sondern aus allen von der katholischen Verrechnungsstelle betreuten 32 Einrichtungen durch die Betriebsärztin in Geisingen für die Anwendung von Schnelltests geschult werden. Wie sich der Stand in den nächsten zwei Wochen entwickeln wird, könne nicht vorausgesagt werden. „Die Ereignisse in Sachen Impfungen überschlagen sich“, meinte der Sachgebietsleiter.