Der Schlühüwana-Pfad zwischen Rothaus und dem Schlüchtsee ist ein stark frequentiertes Erfolgsprojekt allererster Güte und stößt bei allen Besuchern, egal ob jung oder alt, nur auf positive Resonanz. Da es sich bei den Wurzelgestalten, Gnomen und Fabelwesen um vergängliche Kunst handelt, müssen viele der farbenprächtigen Werke immer wieder restauriert oder gar ausgetauscht werden.

Eigenständiges Werk

Nun wurde eine neue Skulptur, geschaffen von Franz Beck und Bernhard Heer, im Schlühüwana-Park aufgestellt. Es ist das erste komplett eigenständige Werk, das die beiden Hobbykünstler für den Pfad geschaffen haben. Bei den ersten von den beiden geschaffenen Figuren haben sie sich nach eigenen Angaben an die bestehenden Vorbilder von Herbert Hofmeier orientiert. Im Zuge der bisherigen Sanierungen sind jedoch in den vergangenen zwei Jahren renovierte Figuren entstanden, die bereits die Handschrift der beiden Ruheständler tragen. Das neu aufgestellte Werk zeigt einen Mann, der mit brauner Hose und blauem Hemd bekleidet ist, und seine Arme hinter dem Rücken verschränkt. Seine Augen sind sorgenvoll in Richtung Himmel gerichtet. Hier kann der Betrachter selbst ergründen, warum dem Mann quasi Sorgenfalten ins Gesicht geschrieben beziehungsweise geschnitzt sind. Ist sein Blick in die Zukunft gerichtet oder schaut er nur nach dem Wetter? Wir wissen es nicht. Die beiden Hobbykünstler werden es wohl wissen, schweigen sich jedoch dazu aus.

Zur Erinnerung

„Der Naturerlebnispfad am Schlüchtsee soll die Besucher für die Landschaft sensibilisieren und das Interesse an der Natur wecken“, so die Zielsetzung eines Naturerlebnispfades für die Gemeinde Grafenhausen, der bereits vor 20 Jahren im Rahmen der forstlichen Referendarsarbeit von Oliver Fiedel konzipiert worden war. Es sollte ein Naturpfad entstehen, der insbesondere der Besucherlenkung dient, mit allen Sinnen zu erleben ist und den Grafenhausener Ortsteil Rothaus mit dem Schlüchtsee vernetzt. Aus diesem Konzept des Forstreferendars hat sich in Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Gemeindeförster Hartmuth Frank und Herbert Hofmeier, dem damaligen Verwalter des Heimatmuseums Hüsli, der „Schlühüwanapark“ entwickelt. In dem Projekt wurde quasi alles, was die Natur bietet, zusammengefasst. Hobbyschnitzer Herbert Hofmeier verlieh dem Naturpark mit zahlreichen Holzfiguren und Wurzeln eine eigenwillige, interessante Note.

Vergängliche Kunst

Zum Erfolg des Schlühüwana-Parks trägt sicherlich der Faktor Spaß eine nicht unerhebliche Rolle bei. Zahlreiche Märchenfiguren erfreuen nicht nur die Kinder. Leider zählen diese vielen, liebevoll geschnitzten und über Jahre hinweg entstandenen Figuren des Parks zu der Sorte „vergängliche Kunst“. Weil sie das ganze Jahr über der Witterung ausgesetzt sind, nagt an ihnen der unerbittliche Zahn der Zeit.

Dieser Galgenvogel wurde restauriert und somit vor dem Verfall gerettet.
Dieser Galgenvogel wurde restauriert und somit vor dem Verfall gerettet. | Bild: Wilfried Dieckmann

Mittlerweile mussten nach den Worten von Franz Beck und Bernhard Heer aus Gründen der Sicherheit schon einige Originale – wie beispielsweise die Hex‘ auf dem Besen oder die ersten großen Wurzelfiguren im Eingangsbereich des Schlühüwana-Parks – abgebaut und ganz entfernt werden. Es ist davon auszugehen, dass angesichts der nassen Monate weitere Werke durchfaulen werden. „Viele sind nicht mehr zu reparieren und werden somit bald das Zeitliche segnen“, betonten die Künstler unisono.

„Gerissenheit“ von Marit Redetzky stammt aus der Holzbildhauerwoche 2019.
„Gerissenheit“ von Marit Redetzky stammt aus der Holzbildhauerwoche 2019. | Bild: Wilfried Dieckmann

Extreme Nässe in diesem Jahr macht die Arbeit für die beiden Restauratoren, die im Auftrag der Gemeinde Grafenhausen im Einsatz sind, sicherlich nicht einfacher. Bisher wurde auch viel mit verschiedenem Farbanstrich experimentiert, wobei Acryl wohl am besten hält. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen war die Beschaffung der Farben, die ungiftig sein müssen und dem Holz weiterhin Raum zum Atmen lassen. „Den Stein des Weisen“ haben die beiden Rentner nach eigenen Worten jedoch noch nicht gefunden.