Wer in diesen Tagen von Strom- oder Energieversorgern Post erhält, kann im Regelfall nicht mit guten Nachrichten rechnen. Nicht so bei den Abnehmern von kommunaler Nahwärme in Grafenhausen, die im kommenden Jahr mit moderaten Erhöhungen kalkulieren können. Zusätzlich profitieren die Bezieher von der Soforthilfe der Bundesregierung zur Entlastung von „Gas- und Fernwärmekunden“: Die zu zahlenden Abschläge im Dezember werden jedem Kunden gutgeschrieben. Diese erfreuliche Nachricht konnte Bürgermeister Christian Behringer in der jüngsten Gemeinderatssitzung verkünden. Wie er informierte, hat die Gemeinde Grafenhausen gemäß den gesetzlichen Vorgaben für die Abschlagzahlungen des Monats Dezember die Soforthilfe für Gas und Wärme beantragt.

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Selbst aktiv werden müssen die Abnehmer von kommunaler Nahwärme nicht, da die Abschläge jedem Wärmeabnehmer gutgeschrieben werden. Das bedeutet im Klartext: Die Abschläge für Dezember werden von der Gemeinde per Lastschrift nicht eingezogen. Dies gilt aber nur für jene Kunden, die der Gemeinde eine Einzugsermächtigung erteilt haben. Wer jedoch einen Dauerauftrag eingerichtet hat, oder die Rechnungen per Überweisung zahlt, für den gilt eine andere Regelung. In diesem Fall wird der Abschlag für Dezember erst einmal bei der Gemeinde verbucht und nach Behringers Worten mit der nächsten Jahresabrechnung verrechnet. Insgesamt bedeutet die Übernahme der Abschlagszahlungen für die Wärmeabnehmer in Grafenhausen eine Ersparnis von knapp 69.000 Euro.

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Insgesamt hält sich die Erhöhung der Nahwärme im kommenden Jahr 2023 in Grenzen: Der Preis pro Kilowattstunde wird lediglich um 0,37 Cent auf 5,01 Cent angehoben. Auch beim Grundpreis, der für jeden Anschluss fällig wird, gibt es nur eine moderate Erhöhung. So steigt der Grundpreis pro Kilowatt Anschlussleistung von 43,47 Euro auf 44,96 Euro. Angesichts der extremen Kostensteigerungen müsse nach den Worten des Bürgermeisters auf Dauer grundsätzlich der Stromverbrauch für die Heizanlagen reduziert werden. Möglich sei dies unter anderem mittels eigener Stromproduktion durch Photovoltaikanlagen.

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Die Stromverbrauchskosten für die Heizanlagen wurden im nächsten Jahr in dem neu berechneten Wärmepreis bereits einkalkuliert. Zwischenzeitlich gibt es rund 260 Hausanschlüsse mit 230 Abnehmern. Im nächsten Jahr werden noch 20 neue Anschlüsse hinzukommen, die sich derzeit im Bau befinden.