Woher kommt in Grafenhausen die Nahwärme für 250 angeschlossene Gebäude? Der größte Teil wird in der kommunalen Hackschnitzel-Heizzentrale mit 2000 Kilowattstunden (kWh) Leistung erzeugt. Weitere Wärme wird aus der Holzverstromungsanlage der SBH AG (Fernwärme Schwarzwald-Baar-Hegau) im Gewerbegebiet in das Netz eingespeist. Rückwirkend zum 1. Januar ist Energiedienst mit 40 Prozent Beteiligung in die Gesellschaft eingestiegen.

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Künftig stellt die Energiedienst Holding den Vorstand der in Grafenhausen ansässigen Gesellschaft. „Die Holzverstromungsanlage der SBH AG entlastet unsere eigene regenerative Wärmeproduktion und erlaubt uns, den Ausbau unserer Nahwärme fortzusetzen“, so Bürgermeister Christian Behringer bei einer Feierstunde mit Aktionären und dem Vorsitzenden Jörg Reichert aus der Energiedienst-Geschäftsleitung. Bei der Stromvergasungsanlage an der Gewerbestraße informierte das Unternehmen über das Fernwärme-Engagement. „Von unserem Einstieg profitieren beide Seiten“, sagte sich Stefan Schlachter, Leiter technischer Vertrieb Wärme- und Energielösungen.

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So könne Energiedienst nicht nur von den Erfahrungen der Gesellschafter lernen, sondern auch das eigene Wärmenetz erweitern. Die SBH AG erhalte einen starken Partner. Die Frage, ob es sich bei der Beteiligung um den Einstieg für eine Übernahme der Nahwärmeversorgung handele, verneinte Energiedienst-Vorsitzender Jörg Reichert. Und: „Die Beteiligung stärkt nicht nur unsere eigene Position am Markt, sondern entspricht auch unserer Ausrichtung als klimaneutrales Unternehmen.“

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Die Gemeinde hat sich 2011 für den Bau einer regenerativen Nahwärmeversorgung entschieden. Mittlerweile sind rund 250 Gebäude am Nahwärmenetz angeschlossen. „Damit ist die Leistung unserer Holzhackschnitzelzentrale weitgehend ausgelastet“, sagte Behringer. „Deshalb hat uns der Vorschlag unseres Planers Klaus-Dieter Müller von der Zelsius GmbH gefreut, einen zusätzlichen Einspeiser regenerativer Wärme in unser Netz aufzunehmen.“

Der Vorsitzende der Geschäftsleitung von Energiedienst, Jörg Reichert (links), und Bürgermeister Christian Behringer.
Der Vorsitzende der Geschäftsleitung von Energiedienst, Jörg Reichert (links), und Bürgermeister Christian Behringer. | Bild: Wilfried Dieckmann

Weil laut Behringer mit der SBH AG ein ortsansässiger Betrieb als Investor und Betreiber einer Holzverstromungsanlage den Part übernommen habe, sei es für den Gemeinderat und ihn eine leichte Entscheidung gewesen, ein gemeindeeigenes Grundstück verfügbar zu machen, – „zumal auch unsere Spitzenlastkesselanlage in dem neuen Gebäude ihren neuen Standort gefunden hat“.

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Behringer sagte: „Die Anlage entlastet unsere eigene regenerative Wärmeproduktion und erlaubt uns den weiteren Ausbau unserer Nahwärme. Aktuell wurden im letzten Jahr das Neubaugebiet „Kälberweide“ und in diesem Jahr die Erweiterung des Gewerbegebietes „Morgenwaid“ mit Nahwärme erschlossen. Wir freuen uns, dass die SBH AG noch in diesem Jahr die Holzverstromungsanlage erweitern wird.“