Der Gemeinderat Ühlingen-Birkendorf hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig den Vollzug des Forsthaushalts 2020 beschlossen, den Tom Drabinski vom Kreisforstamt dem Gremium vorgestellt hat. Der Forstbetrieb schloss demnach mit einem Plus in Höhe von 60.000 Euro ab. Allerdings mussten hierzu mehr als 30.000 Festmeter Holz eingeschlagen werden. Gleichzeitig stimmte der Gemeinderat dem Bewirtschaftungsplan für den Gemeindewald für 2022 zu.

Sah der Plan für 2020 einen Holzeinschlag von 13.000 Festmetern vor, so wurde dieser mit rund 30.000 Festmetern erheblich übertroffen. Es handelte sich hierbei fast ausschließlich um Käfer- und Sturmholz. Dass trotz der weiterhin sehr geringen Erlöse, die für diese hohen Holzmengen erzielt wurden, am Ende ein positives Gesamtergebnis ausgewiesen werden konnte, ist in erster Linie den Fördermitteln des Landes und Bundes zu verdanken, mit der die Waldbesitzer in dieser besonderen Krisensituation unterstützt wurden.

Das Forstwirtschaftsjahr 2020

Von einer planmäßigen Bewirtschaftung konnte auch 2020 nicht gesprochen werden. Das Forstwirtschaftsjahr 2020 war das dritte Trocken- und Borkenkäferjahr in Folge. Standen den Einnahmen aus der Holzernte in Höhe von rund 963.000 Euro Ausgaben in Höhe von rund 700.000 Euro gegenüber, so wurde der Überschuss unter anderem bei den Kulturen, beim Waldschutz, der Bestandspflege und der Erschließung der Waldwege eingesetzt.

Defizitär

Zum Jahresabschluss merkte Bürgermeister Tobias Gantert an, dass der Überschuss von 60.000 Euro lediglich dank einer Landesförderung in Höhe von rund 167.000 Euro erzielt werden konnte. Die reine Waldbewirtschaftung war also weiterhin defizitär. Als katastrophal zu bezeichnen sei der immense Vermögensverlust. Dazu sagte der Rathauschef: „30.000 Festmeter Holzeinschlag zeugen von einem Verlust an wertvollem Holz, das wir zu sehr geringen Preisen verkaufen mussten.“

Bewirtschaftungsplan 2022

Die Planung für 2022 ist sehr unsicher, so der Vertreter des Kreisforstamts. Auch für 2022 rechnet die Forstverwaltung wegen Borkenkäfern mit einer weitaus höheren Holzeinschlagsmenge als planmäßig normalerweise vorgesehen wäre. Kalkuliert wird für 2022 mit einem Holzeinschlag in Höhe von 15.220 Festmetern. Die zuletzt kräftig angezogenen Holzpreise sowie die zu erwartenden Fördermittel dürften am Ende zu einem deutlichen Gewinn führen. Allerdings bestehen weiterhin Unsicherheitsfaktoren hinsichtlich der Preisentwicklung und dem Verlauf des Käferbefalls.

Einnahmen und Ausgaben

Es sind Verkaufserlöse und Zuschüsse von 837.000 Euro vorgesehen. Abzüglich der Ausgaben von 654.000 Euro verbliebe der Gemeindekasse ein Überschuss von rund 183.000 Euro. Die Planung 2022 sieht höhere Kultur, Bestandspflege und Erschließungsausgaben vor. 11,4 Hektar Anbau mit 50 Prozent Laub- und 35 Prozent Nadelbaum sowie 15 Prozent Vorwald für Tanne und Fichte, gesamt 95.000 Euro, 30.000 Euro für 24 Hektar Bestandspflege und 65.000 Erschließung, vorwiegend Waldwegeschäden wie Beseitigung von Gräben, Verschleiß und Starkregenschäden.

Fazit

„Der Plan 2022 schaut etwas optimistischer in die Zukunft“, so Bürgermeister Tobias Gantert. Aber auch hier seien noch Unwägbarkeiten, erneut Borkenkäfer zum Beispiel, enthalten. Zudem werde das Ergebnis erneut durch Landesförderung gestützt. Dennoch zeigt sich Bürgermeister Tobias Gantert optimistisch: „Wichtig ist, dass wir mit deutlichen Ausgaben für Kulturen, sprich Wiederbewaldung, und Erschließung, also in die Wiederherstellung/Sicherung der Waldwege, investieren. Das war in den letzten Jahren aufgrund der anhaltenden Problematik nicht möglich, jetzt wollen wir hier jedoch optimistisch nach vorne blicken.“