Da von 22. Mai bis 6. Juni im Hagehus in Grafenhausen wieder Teilnehmer des Jugend-Workcamps IBG untergebracht werden, musste der zweimal wöchentlich stattfindende Begegnungstreff für ukrainische Flüchtlinge in Räume des ehemaligen Gasthauses „Schiesselhof“ verlegt werden. Größere kommunale Räume werden in Grafenhausen von der Gemeinde, Vereinen oder für sonstige Anlässe ganzjährig intensiv genutzt. Dazu gehört auch der Veranstaltungsbereich im Obergeschoss des Hagehus, in dem der zweimal wöchentlich stattfindende Begegnungstreff für ukrainische Flüchtlinge eingerichtet wurde. Dieser Bereich wird nun aber für die IBG Gruppe (Internationale Begegnung in Gemeinschaftsdiensten) benötigt, die von 22. Mai bis 6. Juni in Grafenhausen zu Gast sein wird.

Die Teilnehmer des IBG Camps wohnen von 22. Mai bis 6. Juni im Hagehus. Geplant sind Instandsetzungsarbeiten, unter anderem an der ...
Die Teilnehmer des IBG Camps wohnen von 22. Mai bis 6. Juni im Hagehus. Geplant sind Instandsetzungsarbeiten, unter anderem an der Mudiator-Traingsstrecke in Rothaus. | Bild: Wilfried Dieckmann

Die Teilnehmer des Jugend-Workcamps werden unter federführender Leitung des Bauhofleiters Michael Lüber täglich sechs Stunden mit Instandsetzungsarbeiten an Spielplätzen, im Skulpturenpark und entlang der Mudiator-Trainingsstrecke im Einsatz sein. Auf Nachfrage dieser Zeitung bedankte sich Bürgermeister Christian Behringer bei Beate und Urs Müller für die Bereitstellung der nötigen Ausweich-Räume im ehemaligen Gasthaus „Schiesselhof“ in Rippoldsried. „Ohne diese Unterstützung hätten wir ein richtiges Problem gehabt“, betonte der Rathauschef.

Für die Nutzung von freistehenden Räume im katholischen Pfarrhaus, die Christian Behringer anvisiert hatte, gab es nach seinen Worten jedoch vom Pfarrer eine Absage. Wegen Schimmelbildung konnte der Pfarrsaal im Untergeschoss des Pfarrhauses nahezu zwei Jahre lang nicht genutzt werden. Wie dem aktuellen Pfarrblatt der Seelsorgeeinheit Oberes Schlüchttal zu entnehmen ist, konnte der Saal „trotz schwieriger Haushaltslage“ dank den „Lösungsvorschlägen und dem Angebot des Malerbetriebs Kromer und der Aktivierung der Be- und Entlüftungsanlage durch die Mithilfe von Bernhard Gut“ renoviert werden.

Wie der Pfarrsaal aber künftig genutzt werden soll, darüber wird im Pfarrblatt nicht informiert. Könnte in dem Kellergewölbe mit kompletter Küche eventuell die dauerhafte Einrichtung einer Begegnungsstätte vorgesehen sein? In der ehemaligen Mesnerwohnung sind Kriegsflüchtlinge untergebracht. Seit 5. März wurden 51 ukrainische Flüchtlinge im Jakobusheim in Untermettingen aufgenommen. Aktuell sind noch zwölf Flüchtlinge dort untergebracht.

Nach den Worten von Bürgermeister Christian Behringer war der erste Begegnungsnachmittag mit Kaffee und Kuchen im „Schiesselhof“ gut besucht. Neben den 50 Flüchtlingen aus Grafenhausen nutzen auch zehn weitere aus Schönenbach das Angebot regelmäßig. Zwischenzeitlich konnten den Flüchtlingen auch einzelne Dolmetscher zugeordnet werden.

Verwaltungsaufwand

In Grafenhausen wurden alle ukrainischen Flüchtlinge registriert und erfasst. Aufgrund der Überleitung vom Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) in die Grundsicherung wurde den betroffenen Flüchtlingen nun ein Antrag für Arbeitslosengeld II zugeschickt. Eine Maßnahme, für die Bürgermeister Christian Behringer jedoch kein Verständnis hat: „Sind die Behörden nicht in der Lage, bereits vorhandene Daten von A nach B zu transferieren?“ Das fragt sich nicht nur der Rathauschef. Im Gespräch mit dieser Zeitung informierte Christian Behringer, dass das Jobcenter Mitgliedern der Helferkreise die Möglichkeit angeboten habe, Fragen zum Antrag (SGB II) der ukrainischen Geflüchteten online zu beantworten. Die Webkonferenz war auf Freitag, 13. Mai, um 14 Uhr angesetzt. „Es ist unglaublich, wenn am Freitag eine Schulung online stattfindet, die ausgefüllten Anträge der Flüchtlinge aber schon am Montag den Behörden vorliegen müssen“, sagte der Bürgermeister dazu verärgert. Gemäß seiner Anordnung wurden jedoch alle Anträge im Rathaus Grafenhausen am Montag geprüft und erst danach an die verantwortlichen Stellen weitergeleitet.