Auf dem Waldweg zwischen Brenden und Staufen liegt die Löffelkapelle, die im Jahr 1860 als sogenanntes Bildhüsli errichtet wurde. Nach mündlicher Überlieferung pilgerten damals die Gläubigen mit einem Löffel als Opfergabe, um für die Heilung bei Erkrankungen des Halses, der Ohren und der Zähne zu beten. Nach einem Brand in der Mitte des vorigen Jahrhunderts lag die Kapelle jahrzehntelang brach.

Auf Initiative der Landfrauen Brenden, unter dem damaligen Vorsitz von Renate Bernauer, und vieler freiwilliger Helfer wurde das Kleinod 1978 wieder aufgebaut. Seither ist es ein Schmuckstück auf dem Waldweg zwischen Brenden und Staufen, an dem auch gerne Wanderer und Radfahrer innehalten. Seit diesem Wiederaufbau findet einmal jährlich ein Gottesdienst an der Kapelle statt. Lediglich zweimal in den vergangenen 42 Jahren konnte dieser wegen des Wetters nicht stattfinden, so erinnert sich Gisela Isele, die seit 45 Jahren den Mesnerdienst in der Pfarrkirche St. Laurentius verrichtet.

Nun war es wieder soweit. Pater Titus Eichkorn zelebrierte den Gottesdienst, im Anschluss daran segnete er die zahlreichen Fahrräder. Nach dem Gottesdienst dankte Ortsvorsteher Ralf Isele den Helfern, die sich um die Löffelkapelle kümmern, Sonja Schäfer und Karin Isele für den Blumenschmuck in und vor der Kapelle, Ursel und Ottmar Isele, die den Platz vor der Kapelle sauber halten, sowie allen, die den Gottesdienst organisieren.

Ralf Isele erinnert daran, wie sich die Natur in den vergangenen Jahren um die Kapelle verändert hat; einst umgeben von stattlichen, 60 Jahre alten Tannen. Doch das Sturmtief „Burglind“ im Januar 2018 und der Borkenkäfer richteten dramatische Schäden am Waldbestand an, sodass die Kapelle heute auf einer fast baumfreien Lichtung steht.

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