Ein Meilenstein in der Geschichte des Liederkranzes Grafenhausen, der seit 1864 besteht, ist die Wandlung des Männerchors zum gemischten Chor 1995. Es war viel Überzeugungskraft nötig, bis Frauen regelmäßig zur Probe kommen durften. Um zwischen den Geschlechtern zu vermitteln, wurde Anita Seidler vor 19 Jahren zur Frauenbeauftragten bestimmt.

Peter Kunzelmann, damaliger Vorsitzender, erkannte, dass gehandelt werden musste, um die Existenz des Chors zu sichern. Geplant war zunächst kein gemischter Chor. Die Sängerinnen sollten bei den Konzerten mit dem Männerchor auftreten. Einige Mitglieder waren strikt dagegen. Durch den Widerstand kam es erst im Advent 1998 zu einem ersten gemischten Projektchor.

Um zu vermitteln, wurde mit Anita Seidler eine Frauenbeauftragte bestimmt, die bei der jüngsten Mitgliederversammlung für ihre Leistungen geehrt wurde. Auch Traudel Greiner, die als stellvertretende Vorsitzende lange aktiv war, und Beisitzerin Monika Gold wurden geehrt. Die ersten Sängerinnen waren Helga Jäger, Helma Kunzelmann, Sieglinde Kaiser, Monika Gold, Rita Böhler-Schmitt, Rosa Robold, Sabine Amann, Marianne Imbusch, Elisabeth Kaufmann, Anita Seidler und Brigitte Hofmeier.

Der Vorstand (von links): Mario Tröndle, Johanna Isele, Thomas Stiegeler und Gerd Benz (Vorsitzender). Es fehlt Markus Morath (stellvertretender Vorsitzender).
Der Vorstand (von links): Mario Tröndle, Johanna Isele, Thomas Stiegeler und Gerd Benz (Vorsitzender). Es fehlt Markus Morath (stellvertretender Vorsitzender). | Bild: Wilfried Dieckmann

Dirigent Thomas Stiegeler sagte, dass es Auftritte 18 Monate lang nicht gab. Nun haben die Proben wieder begonnen: „Ich bin gottfroh, dass alle noch mitmachen und die Freude am Singen nicht verloren haben“, sagte er. „Ich war überrascht, dass wir angesichts der langen Zeit ohne Proben noch so gut singen können“, meinte Sabine Amann. Der Dirigent lobte die scheidende stellvertretende Vorsitzende Traudel Greiner, die sich um die „jungen Liederkränzler“ gekümmert hat. Auch wenn es noch keine neue Dirigentin des Kinderchors gibt, sei er zuversichtlich. Wegen der Corona-Auflagen finden die Proben bis auf Weiteres dienstags ab 20.15 Uhr im Haus der Sinne statt. Ab sofort können Projektsänger teilnehmen. Es gelten die 3-G-Regeln.

Vorsitzender Gerd Benz informierte, dass die Teilnahme am Dorffest noch nicht geklärt sei. Angesichts der Lautstärke aus dem Narrenzelt habe der Chor keine Chance, mit leisen Tönen anzukommen. „Wir haben das Problem bereits mehrfach mit der Galgenvogelzunft diskutiert, geändert hat sich aber nichts.“ Er teilte mit, dass für den „Winterzauber“ am 11. Dezember ein neues Konzept erarbeitet werde. Das Jahreskonzert ist am 13. November in der Schwarzwaldhalle vorgesehen.