Im Neuwiesenweg in Berau kann man im Garten der Familie Heichele Modellhäuser bewundern. Der Prototyp, ein kleines Häuschen für seinen Sohn zur Kommunion, war der Anfang für eine Leidenschaft, die Günther Heichele nach der Pensionierung als anspruchsvolles Steckenpferd für sich fand.

Als gelernter Ofensetzer ist der vielseitig handwerklich versiert. Von Maurerarbeiten, Dachdecker-, Putz- und Schreinerarbeit, Fensterbau mit Fensterläden bis zu den Balkonen und passenden Balkonkästen mit Blumen führte er alle Gewerke selbst aus und bastelte mit Hingabe liebevoll an Details. Die Häuschen sind mit Elektrizität ausgestattet. Inzwischen gibt es zehn maßstabsgetreue Häuser nach Originalplänen.

Die Vogtei Riedern wurde maßstabsgetreu von Günther Heichele nachgebaut.
Die Vogtei Riedern wurde maßstabsgetreu von Günther Heichele nachgebaut. | Bild: Ursula Ortlieb

Ein typisches Schwarzwaldhaus entstand 2002 in sechsmonatiger Arbeit. Das Haus „Stöckli“ aus dem Emmental lässt sich um 360 Grad drehen und hat die Ausmaße von einem Meter Länge und 0,8 Metern Breite. Die maßstabsgetreue Berauer Kirche mit 2,70 Meter hohem Turm nahm ein Jahr in Anspruch. Günther Heichele orientierte sich an Plänen des Erzbischöflichen Bauamts. Dem Wunsch der Behörde, nach Fertigstellung Fotos zu schicken, kam er gerne nach.

Das könnte Sie auch interessieren

Danach entstand die ehemalige prächtige Vogtei in Riedern, in der einst Vogt Konrad Kern residierte. Auch hierfür lagen Original-Pläne vor. Sie ist 1,10 Meter hoch und 1,80 Meter lang. Gleich neben der Kirche platziert, ist es der imposanteste Bau von Günther Heichele. Nach Auskunft von Irmgard Blatter-Kramhöller, die Expertin für Riederner Geschichte ist, wurde das Gebäude oft als „Schloss“ bezeichnet, was es aber nie gewesen sei.

Zehn maßstabsgerechte Modellbauten stehen im Garten von Familie Heichele.
Zehn maßstabsgerechte Modellbauten stehen im Garten von Familie Heichele. | Bild: Ursula Ortlieb

Jahr für Jahr kam ein weiteres Modellhaus dazu, etwa ein niederbayrisches Bauernhaus mit Stall und Taubenschlag nach dem Original des Freilichtmuseums in Massing. Inspiration zu den Modellen bekam Günther Heichele bei Ausflügen. So steht auch die Kopie einer Kapelle von Hinterzarten und eine Mühle in seinem Garten.

Das könnte Sie auch interessieren

Der Modellbauer ist kein Mann der großen Worte. „Ja, das habe ich allein gemacht. Es hat mir Spaß gemacht.“ Seine Frau Ursula sagt: „Er hatte Freude an seinem Hobby, aber ein neues Haus wird nicht mehr dazu kommen. Die vorhandenen werden gehegt und gepflegt.“ Jeden Herbst werden einige davon verpackt und bis zum Frühjahr im Trockenen aufbewahrt. Die Kirche und das Schloss bleiben im Freien und erfreuen so Spaziergänger. Eine Berauerin schwärmt: „Bei Dunkelheit sieht es noch schöner aus, wenn die Häusle und Kirche beleuchtet sind.“