Der Bau des Abwassersammlers im Schlüchttal zwischen Witznau und Gutenburg geht in die Endphase, sodass in den nächsten Tagen mit der Öffnung der Straße gerechnet werden kann. Nächster Schritt in Sachen Abwasser aus Berau ist die Sanierung der bestehenden Ableitung und der Anschluss des Regenüberlaufbeckens an diese Ableitung. Die Gesamtkosten hierfür betragen rund 500 000 Euro.

Im Bereich Gutenburg-Witznau ist der Kanal fertig sowie der Asphalt eingebaut, in Witznau ist der Kanal ebenfalls fertiggestellt, die Asphaltdecke soll noch aufgebracht werden. Aktuell werden die Leitplanken montiert. Diese sind Voraussetzung für die Verkehrssicherheit. Im Bereich Witznau-Riedersteg wird der Kanal bis zum Ende des Monats fertiggestellt, anschließend erfolgen hier noch die Querungen. Danach wird die Baustelle wintersicher gemacht und die Arbeiten sollen im kommenden Jahr fertiggestellt werden.

Für den Anschluss der Kläranlage Berau an den Abwassersammler in der Landesstraße 157 sind noch zwei weitere Maßnahmen notwendig: Die vorhandene Ableitung zwischen der Kläranlage und der L 157 muss saniert werden und das Regenüberlaufbecken bei der Kläranlage in Berau muss noch an die bestehende Ableitung angeschlossen werden.

Über die Maßnahmen informierte Ralf Mülhaupt vom Ingenieurbüro Tillig den Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Die vorhandene Ableitung zwischen der Kläranlage und der L 157 muss demnach saniert werden. Insbesondere die freigelegten Kontrollschächte weisen teilweise erhebliche Mängel auf. Häufig aufgetretene Schadensbilder bei den Kontrollschächten sind fehlende oder korrodierende Steigeisen, verschobene Ausgleichsringe sowie defekte Rohreinbindungen. Die Sanierung wird mittels Inlinern erfolgen.

Weiter ist der Anschluss des Regenüberlaufbeckens an die genannte Ableitung herzustellen. Ergänzend soll als zusätzliche Sicherungsmaßnahme eine Rechenanlage eingebaut werden, um den Eintrag sperriger Fremdkörper in den schwer zugänglichen Bereich der Ableitung ins Schlüchttal zu verhindern.

In Abstimmung mit dem Ühlinger Firma Kraus Umwelttechnik wurde eine wirtschaftliche Lösung zur Entnahme der Inhaltsstoffe ohne zusätzliches Gebäude entwickelt. Im Zuge des Neubaus des Regenüberlaufbeckens wurde bereits ein Leerrohr für eine mögliche Anbindung einer Messeinrichtung vorgesehen.

Die Kosten für die Kanalrenovierung, die Schachtsanierung, die Rechenanlage und den Umbau der Kläranlage sind mit einer Gesamtsumme von 500.990 Euro kalkuliert. Die Arbeiten sind jetzt ausgeschrieben worden und sollen je nach Schneelage und Temperaturverhältnissen im Januar oder Februar 2022 erfolgen. „Die Bauzeit ist deshalb so gewählt, weil wir auf die Umweltbelange Rücksicht nehmen möchten“, erläutert Bürgermeister Tobias Gantert auf Nachfrage.

Die reine Rechenanlage wurde mit Kosten von 59.500 Euro kalkuliert. Hier lag dem Gemeinderat bereits ein Angebot der Firma Kraus Umwelttechnik aus Ühlingen über 57.000 Euro vor. Der Gemeinderat ermächtigte die Verwaltung, die Maßnahme zur Renovierung der Ableitung auszuschreiben, die Vergabe über die Renovierungsmaßnahmen vorzunehmen mit einem Kostenrahmen von plus zehn Prozent sowie die Rechenanlage direkt an die Firma Kraus zum Angebotspreis von 57.000 Euro zu vergeben. Die Maßnahmen liegen im Gesamtkostenrahmen in Höhe von knapp drei Millionen Euro.