Der neue kommunale Waldkindergarten in Grafenhausen wird wie geplant am 1. April eröffnen. Gestartet wird jedoch noch nicht am geplanten Domizil, sondern in der Zeitplatzhütte nahe dem Schlüchtsee, die als Ausweichquartier bei extremen Wetterbedingungen genutzt werden soll. „So können die Kinder die Fertigstellung ihres Kindergartens live miterleben“, meinte der Grafenhausener Architekt Ralf Kaiser.

Schwerpunkte

Die Idee, in Grafenhausen einen Waldkindergarten zu etablieren, stammt von Jeanette Kaiser aus Birkendorf: „Ein Waldkindergarten ist eine alternative Betreuungsform und soll nicht in Konkurrenz zum qualifizierten Angebot der Kindertagesstätte St. Bernhard stehen.“ Wie Bürgermeister Christian Behringer in der jüngsten Gemeinderatssitzung informierte, werden neben der Leiterin auch Karin Faller aus Lenzkirch mit 60 Prozent und Linda Mietz aus Wutöschingen mit 40 Prozent in der Wald-Kita tätig sein. Jeanette Kaiser hat in Waldshut ihre Ausbildung zur Erzieherin gelernt und in Einrichtungen Erfahrungen gesammelt. Die Form der Pädagogik im Waldkindergarten steht nach ihren Worten nicht für „wir sind grenzenlos“, sondern gebe Kindern auch Strukturen mit auf den Weg.

Die Erschließungsarbeiten für den Standort Waldkindergarten haben begonnen: Die Humusschicht wurde abgeschoben, in den nächsten Tagen sollen Schotter und Hackschnitzel aufgebracht werden.
Die Erschließungsarbeiten für den Standort Waldkindergarten haben begonnen: Die Humusschicht wurde abgeschoben, in den nächsten Tagen sollen Schotter und Hackschnitzel aufgebracht werden. | Bild: Wilfried Dieckmann

Jeanette Kaiser kann sich neben der Naturpädagogik perspektivisch einen sonderpädagogischen Schwerpunkt vorstellen. Gemäß ihrem Leitsatz: „Gemeinsam statt einsam – voneinander, miteinander lernen“, könnte sie sich im Rahmen einer intergenerativen Pädagogik ebenso vorstellen, die Arbeit auch mit Senioren zu verknüpfen. Sie ist sich sicher, dass nicht nur Kinder viel von älteren Menschen lernen können, vielmehr könne auch die ältere Generation von den Kindern profitieren.

Schutzzaun um das Biotop

Die Erschließungsarbeiten nahe dem Schlüchtsee haben begonnen. Wie Architekt Ralf Kaiser informierte, wurde der Humus entfernt. Die Fläche soll aufgeschottert werden, damit die aufzubringenden Hackschnitzel keinen direkten Kontakt zum gewachsenen Boden haben, was einer besseren Haltbarkeit diene. Es habe sich gezeigt, dass der gewählte Platz recht trocken sei. Die feuchten Wiesenbereiche befinden sich erst unterhalb des angrenzenden Biotops. In Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde soll das Offenlandbiotop durch einen Bretterzaun geschützt werden. Diese Vorgaben seien in der bereits vorliegenden Baugenehmigung verbindlich festgelegt worden.

Das kleine Biotop neben den künftigen Waldkindergarten wird mit einem Schutzzaun umzäunt.
Das kleine Biotop neben den künftigen Waldkindergarten wird mit einem Schutzzaun umzäunt. | Bild: Wilfried Dieckmann

Sobald die Punktfundamente erstellt sind, soll das in der Montagehalle der Zimmerei Kostenbader vorgefertigte Gebäude mittels Kranwagen aufgestellt werden. Ralf Kaiser geht davon aus, dass dies in der nächsten Woche der Fall sein wird. Bei der künftigen Unterkunft wurde insbesondere Wert auf eine gute Isolation gelegt. So werden die 14 Zentimeter starken Holzbalken mit einer Zwischensparrendämmung versehen. Hinzu kommt an den Außenwänden noch eine weitere, sechs Zentimeter starke Gutex-Isolation.

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Zur Freude von Jeanette Kaiser wird mit Hochdruck gearbeitet. Auch erfolgen Vorbereitungen für das Ausweichquartier Zeltplatzhütte. So wurden nach ihren Worten zwischenzeitlich von Bauhofmitarbeitern zusätzliche Regale eingebaut. Mit den Eltern der angemeldeten Kinder habe es ein Treffen gegeben. Zum 1. April sind fünf Kinder angemeldet, dabei auch einige aus den Nachbargemeinden Ühlingen-Birkendorf und Schluchsee.