Der Breitnauer Schauspieler und Kabarettist Martin Wangler war mit seinem Eicher Königstiger und Stubewägeli vor der besonderen Kulisse des Schlüchtsees zu Gast. Nach gut zwei Jahren Zwangspause war Fidelius Waldvogel, oder auch neudeutsch „Lucky Black Forest Bird“, mit seinem Gespann und seiner Von Daheim-Tour wieder im Ländle unterwegs.

Als Ur-Schwarzwälder nahm Fidelius Waldvogel viele Themen aufs Korn und begeisterte damit das Publikum am Schlüchtsee. Zum Lachen, Schmunzeln und Nachdenken regten seine Geschichten, Lieder und Texte an. Dabei hat der Fidelius den ursprünglichen Schwarzwälder in seinem Schwarzwald im Blick, ohne den Blick auf die große weite Welt zu verlieren.

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Den Begriff der Heimat dehnte Wangler auf die ganze Welt aus, verwies auf über 100 Millionen Menschen auf der Flucht, ohne Heimat. „In Deutschland haben wir unserer Ressourcen seit dem 18. Mai aufgebraucht. Seitdem füllen wir unsere Teller auf Kosten anderer“, so seine Aussage. Resümee davon: „Wir brauchen ein neues Miteinander auf der Welt. Das jeder eine Heimat hat!“

Wie sich der Schwarzwälder in der Welt zurechfindet

Den ursprünglichen Schwarzwälder hat Fidelius Waldvogel auch immer im Blick, und wie der sich in der neuen Welt so zurechtfindet – oder auch nicht. Die Sprache spielt dabei natürlich eine große Rolle. Der Schwarzwälder macht es sich da einfach. Mit „Hä“ und „Hä, nei“ in allen möglichen Variationen kann ein großer Teil einer Konversation abgedeckt werden. Der Begriff Lautmalerei bekommt da eine ganz neue Dimension.

Die Landwirtschaft, ihre Probleme, Massentierhaltung und Billigmentalität standen ebenso auf dem Programm von Fidelius Waldvogel. Zur Verdeutlichung des Kontrastes zwischen Massentierhaltung zur Erzeugung von Billigfleisch zelebrierte Fidelius den genussvollen, richtigen Verzehr eines guten Schwarzwälder Speckstückes. Da wurde auch die „Liebe kleine Schwarzwaldmarie“ umgedichtet in „Liebe kleine Schwarzwurstmarie“.

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Humorvoll pfiffig wurden die diversen Auswüchse und bunten Triebe des Tourismus aufs Korn genommen. Besonders die vielen Aktiv-Urlaub und Outdoor-Aktivitäten haben es Fidelius Waldvogel angetan. Vom Pilz-Sucher ohne Pilz-Buch, dem Schäfer für eine Nacht mit warten bis der Wolf kommt, über den Outdoor-Survivor mit der Handy-App vor der Nase bis hin zu Waldbaden und Kräutersuche für jeden Zweck nahm er diese auf die Schippe.

Wie den Tieren in der Natur am Schlüchtsee der Auftritt von Fidelius Waldvogel gefallen hat, ist derzeit nicht bekannt. Den menschlichen Besuchern hat es sehr gut gefallen. Mit viel Beifall verabschiedete das Publikum nach gut zwei Stunden abwechslungsreicher Schwarzwälder Sicht auf den Schwarzwald und die Welt den besonderen Schwarzwälder Waldvogel.