In den vergangenen Monaten wurde in der Schlüchttal-Schule an einem verlässlichen Fernlernprogramm gearbeitet. „Soweit es möglich war, wurden die Lehrer sowie Schüler auch während der Schulzeit bereits auf die Nutzung der neuen Schul-App, der Lernplattform und des Videokonferenz-Tools vorbereitet“, sagte Rektorin Rotraut Neubauer im Gespräch.

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Am Montag, 11. Januar, muss das neue Konzept in der Praxis angewandt werden, weil nach den Weihnachtsferien weder Präsenzunterricht noch sonstige schulische Veranstaltungen stattfinden werden. Die Bundesregierung hat sich zusammen mit der Ministerpräsidenten-Konferenz in diesen Tagen darauf geeinigt, den bundesweiten Lockdown bis mindestens zum Sonntag, 31. Januar, zu verlängern. Unterricht mittels elektronischer Medien wird in den nächsten Wochen im Mittelpunkt stehen.

Fernunterricht

„Wir haben uns auf die neue Schulform im Rahmen der Schulschließung vorbereitet und versucht, Ausstattungslücken zu schließen. Auch hat sich das Kollegium mit Engagement fortgebildet“, hob die Rektorin hervor. So wurde in pädagogischen Konferenzen an der Umsetzung eines verlässlichen Fernlernprogramms gearbeitet.

Auch bei der jüngsten Schulschließung können Eltern oder Schülerinnen Unterrichtsmaterial in Papierform erhalten.
Auch bei der jüngsten Schulschließung können Eltern oder Schülerinnen Unterrichtsmaterial in Papierform erhalten. | Bild: Wilfried Dieckmann

Fachleute und Fachliteratur wurden einbezogen, um die Qualitätskriterien des Landes sowie die Absprachen der Schulleiterdienstbesprechungen mit dem Staatlichen Schulamt einzuhalten. „Theoretisch sind jetzt alle Voraussetzungen, die in unserer Macht liegen, gegeben“, meinte Rotraut Neubauer.

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Trotz allem Optimismus werde die Praxis in den Klassen zeigen, ob die Internetverbindungen an den Wohnorten der Schüler den Härtetest bestehen und die vorhandenen Internetleitungen dem Konzept standhalten. Es sei aber auch möglich, dass in einzelnen Bereichen das Konzept angepasst werden müsse: „Denn nicht alles, was man in Stuttgart oder Lörrach für machbar hält, trifft auch auf unsere ländliche Region zu“, sagte die Rektorin und dankte den Gemeinden für den bereits erfolgten Breitbandausbau in den Gemeinden Ühlingen-Birkendorf und Grafenhausen.

Rotraut Neubauer
Rotraut Neubauer

Angesichts dieser Tatsache zeigte sich Rotraut Neubauer zuversichtlich, dass sich die Schulpläne umsetzen lassen. Der Probelauf vor den Weihnachtsferien mit den Prüflingen erwies sich nach ihren Worten als vielversprechend.

Neue Schul-App

Im Einsatz ist nach Angaben des IT-Beauftragten der Werkrealschule im Oberen Schlüchttal, Markus Koch, das Schulmanagement „EduPage“. Diese Software wurde von den örtlichen Pädagogen auf die eigenen Anforderungen und Bedürfnisse angepasst. Hiermit können die organisatorischen Aufgaben der Schule effektiv strukturiert werden. Mit dem neuen Programm wurden Stundenpläne erstellt, es können auch Änderungen oder Vertretungspläne schnell kommuniziert werden. Im Mittelpunkt jedoch steht das Fernlernkonzept, über das die Eltern bereits im November informiert wurden. Auch wurden im Vortragssaal des Schwarzwaldhaus der Sinne Grafenhausen sowie in der Schulmensa in Ühlingen, die bereits über WLan verfügt, Elternabende in kleinen Gruppen angeboten.

Fernlernkonzept

Das neue Fernlernprogramm der Schlüchttal-Schule beinhaltet eine feste Wochenstruktur mit verbindlichen Videokonferenzen je nach Altersstufen für alle Klassen. Dafür wurde jeweils ein digitaler Video-Konferenzraum eingerichtet, in dem sich die Klasse jederzeit treffen kann. Grundsätzlich soll es feste Schulstrukturen geben, wobei sich alle Schüler der Werkrealschule morgens digital anmelden müssen. Sie erhalten dann die Aufgaben für den Tag, die mittags wieder abgegeben werden sollen. Vorgesehen sind auch tägliche Hotline-Zeiten mit den jeweiligen Lehrern der Klasse. Familien, die zu Hause über keinen Drucker verfügen, sollten sich melden, damit mögliche Arbeitsblätter weiterhin in Papierform zur Verfügung gestellt werden können.

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Zu den Qualitätskriterien des Landes für Fernunterricht zählt ebenso das regelmäßige Schreiben von Arbeiten und Tests in Präsenz. Hierfür hat jede Klasse an einem Tag in der Woche ein verbindliches Zeitfenster in der Schule, um die Arbeiten schreiben zu können. Von Seiten der Schulleitung wurde ein Plan erstellt, bei dem sich jeweils nur eine Klasse in einem der drei Schulgebäude im Oberen Schüchttal aufhalten soll. „So können Hygiene- und Abstandsregeln in einem hohen Maße umgesetzt werden“, hob Rektorin Rotraut Neubauer hervor.