Um den geplanten Auftritt des Kabarettisten Martin Wangler am Schlüchtsee bei Grafenhausen hat es im Vorfeld Wirbel gegeben, weil der Auftrittsort direkt neben dem dortigen Naturschutzgebiet liegt. Das Regierungspräsidium Freiburg hat mittlerweile grünes Licht gegeben, nachdem das Ministerium für Ernährung, Ländlicher Raum und Verbraucherschutz die Regionalkampagne „Natürlich.von daheim“ seit Mitte Juli bewirbt. Befürchtet worden waren Beeinträchtigungen des Naturschutzgebiets.

Kabarettist Martin Wangler, hier bei einem Auftritt in Wolfach, darf nun bedenkenlos mit dem Programm „Nächste Ausfahrt: ...
Kabarettist Martin Wangler, hier bei einem Auftritt in Wolfach, darf nun bedenkenlos mit dem Programm „Nächste Ausfahrt: Heimat!“ auftreten. | Bild: Simon Stelz

Wie Bürgermeister Christian Behringer bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Erinnerung rief, wird der Kabarettist Martin Wangler alias Fidelius Waldvogel im August am Schlüchtsee ein Gastspiel unter dem Titel „Nächste Ausfahrt: Heimat!“ geben. Anreisen wird Wangler mit seiner von einem Eicher-Traktor (Baujahr 1968, Modell Königstiger) gezogenen Wanderbühne, die er als „Stubewägele“ mit aufklappbarer Bühne bezeichnet. Die Zuschauer werden bei dem 90-minütigen Programm zwischen Kiosk und dem auf dem Weg am See stehenden Wagen sitzen.

Angesichts der Nähe zum streng geschützten Naturschutzgebiet sind Veranstaltungen am Schlüchtsee jedoch problematisch. So habe es nach Angaben des Bürgermeisters einige Rückfragen des Ministeriums und Regierungspräsidiums vor allem wegen der geschützten Fledermäuse, die sich in dem Gebiet aufhalten, gegeben. Befürchtet wurde, dass Scheinwerfer, die auf die Wanderbühne gerichtet sind, auch den Schlüchtsee beleuchten könnten. Dies, so der Bürgermeister, sei nicht der Fall, weil das Programm um 19 Uhr beginne und um 20.30 Uhr beendet sei. Somit werden angesichts des noch vorhandenen Tageslichts keine größeren Strahler benötigt. Auch handele es sich nicht um ein Konzert mit klangstarken Lautsprechern, sondern um ein Kabarettprogramm mit vertretbarer Lautstärke. Seitens des Veranstalters werde im Rahmen der Aufführung auf die Bedeutung des Naturschutzes in dem geschützten Gebiet hingewiesen.

Im Programm komme das Thema Wertschätzung der Natur nach Aussage des Regisseurs Uwe Baumann ebenfalls vor. Dies sei ein gemeinsames Anliegen aller Beteiligten. Dazu gehöre auch die Naturschutzbund-Gruppe Grafenhausen. Wie Uwe Baumann im Gespräch mitteilte, habe er deswegen mit dem Nabu-Vorsitzenden Harald Nüssle gesprochen, der die Idee, unmittelbar bei der Veranstaltung zu informieren, ausdrücklich begrüßte. Er habe auch Verständnis dafür, dass vonseiten des Naturschutzes bei geplanten Veranstaltungen am Schlüchtsee nachgefragt werde. Die Natur zu schützen liege in der DNA der Nabu-Aktiven.

Nach Gesprächen konnten nach Angaben des Bürgermeisters alle Unklarheiten ausgeräumt werden. „Alle fachlichen und emotional missverständlichen Dinge müssten zur Zufriedenheit aller Beteiligten nun geklärt sein“, betonte auch Uwe Baumann. Vonseiten des Regierungspräsidiums (RP) Freiburg wurde zwischenzeitlich auch schriftlich bestätigt, dass unter den genannten Voraussetzungen davon auszugehen sei, dass das Naturschutzgebiet am Schlüchtsee durch die Veranstaltung nicht beeinträchtigt werde. Eine Befreiung von den Vorschriften der Naturschutzgebietsverordnung oder nach Paragraf 28 des Naturschutzgesetzes des Landes Baden-Württemberg sei somit nicht erforderlich. Allerdings wurde darum gebeten, künftig nicht nur den Nabu, sondern auch die Höhere Naturschutzbehörde im Regierungspräsidiums frühzeitig zu informieren.

Anderes Problem

Gemeinderätin Barbara Bohl (FW) wunderte sich, dass wegen einer Stunde Kabarett ein derartiges Gedöns gemacht werde. Christian Behringer fand es ärgerlich, dass am Schlüchtsee wegen dem Biber alle See- und Teichrosen weg seien und meinte: „Es wäre schön, wenn sich das RP mal mit der gleichen Intensität darum kümmern würde.“