Das Hotel „Schlüchtmühle“ in Grafenhausen wird in ein Familien- und Kinderresort umgestaltet. In dem entstehenden Hotelkomplex mit Familienzimmern, Hallenbad und Sauna sollten nach den ursprünglichen Plänen bereits in diesem Herbst die ersten Gäste übernachten. „Der ambitionierte Zeitplan konnte aber nicht gehalten werden“, informierte Lorenz Baschnagel von der „Tannenmühle“. Mit der Fertigstellung wird nun an Pfingsten 2022 gerechnet.

Die im Bau befindliche Nahwärme-Heizzentrale.
Die im Bau befindliche Nahwärme-Heizzentrale. | Bild: Wilfried Dieckmann

Der wechselvollen Geschichte der „Schlüchtmühle“ in Grafenhausen wird nun noch ein neues Kapitel hinzugefügt. Lieferengpässe bei der Materialbeschaffung beklagen Unternehmen schon seit geraumer Zeit. Auf dem Weltmarkt verteuern sich Produktionsgüter, starke Industrienationen kaufen Märkte leer. Diese Tatsache hat nach den Worten von Lorenz Baschnagel auch erheblichen Einfluss darauf, was die Umbau- und Erweiterungsarbeiten des Hotels „Schlüchtmühle“ betrifft. Dieses soll in ein Familien- und Kinderresort umgestaltet werden. Viele Arbeiten könnten von den am Bau beteiligten Handwerksfirmen, die fast alle aus der Region stammen, wegen fehlenden Materials nicht im geplanten Zeitrahmen erfüllt werden. Auch ließen sich ursprünglich kalkulierte Preisangebote bis zur Realisierung oft nicht mehr halten, da die Rohstoffpreise explodierten. „Wir können nur sehr schwer kalkulieren, da es sich bei den Angeboten um Tagespreise handelt“, erläuterte Lorenz Baschnagel im Gespräch mit dieser Tageszeitung.

Bislang habe sich das gesamte Bauprojekt um rund eine Million Euro verteuert, so Baschnagel. Dass sich der geplante Eröffnungstermin nicht halten lasse, habe aber auch andere Gründe. Im Zuge der zeitlichen Planung der neuen „Schlüchtmühle“ habe es beim Lockdown auch Diskussionen gegeben, ob dieses Millionenprojekt überhaupt noch machbar sei. „Keiner wusste zu dem Zeitpunkt, in welche Richtung sich die Corona-Pandemie entwickelt“, erklärte Lorenz Baschnagel. Auch diese Unwägbarkeit habe dazu beigetragen, dass sich die Baumaßnahme zeitlich verschoben hat.

Vorgezogen wurde der Umbau der alten „Schlüchtmühle“. Hier wurden die bestehenden Zimmer auf die künftige Größe im Hotelneubau angepasst. Ebenso wurden die Küche und das Restaurant komplett umgebaut. Künftig werden den Gästen des Familien- und Kinderresorts für 24 Zimmer 28 Tische zur Verfügung stehen. „Während seines kompletten Aufenthalts hat somit jeder Gast immer den gleichen Tisch“, erläuterte Baschnagel. Alle Einrichtungen, auch der neue Wellnessbereich mit Panoramasauna, das separate Kinderbecken mit geringer Tiefe und das Bad für Schwimmer sind allein den Hotelgästen zugänglich. Selbst Gäste des benachbarten Hotels „Tannenmühle“ können die Einrichtungen nicht nutzen. Dies gilt auch für das Restaurant.

Insgesamt wird das neue Hotel ausstattungsmäßig im Vier-Sterne-Bereich angesiedelt sein. Für die Bewirtung der Gäste wird ein eigener Küchenchef verantwortlich sein. In dem neuen Resort werde es nach den Worten von Lorenz Baschnagel mit All-Inclusive-Status nur Vollpension geben. Alkoholfreie Getränke seien in dem Angebot mit enthalten. Dies spare Personal, weil sich die Gäste an den Ausgabestellen selbst bedienen können.

Bis zur Fertigstellung des gesamten Projekts kann die umgebaute „Schlüchtmühle“ für private Feiern wie Geburtstage oder Weihnachtsfeiern ab 35 Personen in Kürze gebucht werden. Auch werden Einheimische im Dezember beim Nikolaus- oder Adventsbrunch Gelegenheit haben, das neue Restaurant in Augenschein zu nehmen. Der erste Termin der „Kinderweihnachtsbäckerei“ rechtzeitig vor Nikolaus ist bereits ausgebucht. Nach Angaben von Lorenz Baschnagel soll es aber einen weiteren Termin geben.