Umfassende Informationen aus dem Forst und den Rückblick auf zwei schwierige Jahre gab es bei der Hauptversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Mettmatal (FBG) unter der Leitung des Vorsitzenden Andreas Isele in Birkendorf. Nach der Begrüßung zahlreicher Waldbesitzer, Revierleiter, Vertreter des Forstamts und Bürgermeisterstellvertreter Wolfgang Frech verlas Schriftführerin Tanja Göldner den Tätigkeitsbericht für 2019/20. In drei Vorstandssitzungen wurden Aufgaben und Situation der Waldbesitzer und des Holzmarktes beraten. Gute Resonanz gaben Mitglieder zur Besichtigung der Firma Dold in Buchenbach mit anschließender Infoveranstaltung. „Wald in der Borkenkäferkrise“ war im Herbst 2020 das Thema einer weiteren Veranstaltung im Haus des Gastes.

Waldgenossenschaft

Geschäftsführer Norbert Schwarz von der Waldgenossenschaft gab detailliert Einblicke in die turbulente Entwicklung des Holzmarktes und die Tätigkeit der Waldgenossenschaft in den Jahren 2019/20. „Alles Holz ist verkauft“, war seine wichtige Botschaft. Er sagte, dass bei Weitem nicht, wie angenommen werde, so viel Holz nach China und in die USA verkauft worden sei. Die Waldgenossenschaft verkaufe nach Möglichkeit regional, was von den Holzwerken aufgenommen werden kann. Von 446.000 Festmeter wurden 11.000 Festmeter nach China exportiert.

Die Zusammenschlüsse

Kapazitäten regionaler Sägewerke seien wegen Personalmangels oder der Einhaltung von Ruhezeiten begrenzt. Zwei neue Sägewerke seien im Entstehen und neue Holzkunden meldeten Kaufinteresse bei der Waldgenossenschaft an. „Bauen aus Holz ist im Trend“, so Schwarz. Die Mangelware Schnittholz unterliege hohen Preisschwankungen. Ob sich das Preisniveau halte, bleibe abzuwarten. Andreas Isele sah kritisch, dass Privatwaldbesitzer nicht adäquat am Gewinn beteiligt werden: „Das muss sich ändern!“

Wiederbewaldung

Bezirksleiter Tom Drabinski zeigte die Baumartenarten auf, die für einen klimarestistenteren Mischwald empfohlen werden.
Bezirksleiter Tom Drabinski zeigte die Baumartenarten auf, die für einen klimarestistenteren Mischwald empfohlen werden. | Bild: Ursula Ortlieb

Bezirksleiter Tom Drabinski informierte über die anstehende Wiederbewaldung mit klimaresistenten Baumarten. Er empfehle die kostenlose Waldexpert-App, die für Waldbesitzer überaus hilfreich sei.

Förderung für Waldbesitzer

„Lassen Sie sich nicht vom Prozedere abhalten, Förderung für die Wiederbewaldung zu beantragen. Es gibt dazu Unterstützung“, so Georg Freidel, Privatwaldsachbearbeiter beim Kreisforstamt.
„Lassen Sie sich nicht vom Prozedere abhalten, Förderung für die Wiederbewaldung zu beantragen. Es gibt dazu Unterstützung“, so Georg Freidel, Privatwaldsachbearbeiter beim Kreisforstamt. | Bild: Ursula Ortlieb

Georg Freidel, Privatwaldsachbearbeiter beim Kreisforstamt, zeigte Antragsverfahren für Fördermittel auf. Auch Naturverjüngung sei förderfähig. Hilfestellung beim Prozedere könne in Anspruch genommen werden. Die FBG erweise sich als wichtiger Partner. Der Vorsitzende Andreas Isele beklagte die große Bürokratie: „Wie viele Seiten sind es denn?“. Es sei nicht so schlimm wie bei der Landwirtschaft, so Freidel. Sechs Seiten seien auszufüllen. Als Ansprechpartner unterstützen die Revierleiter und das Kreisforstamt.

Hilfsangebote

Die Forstexperten appellierten an die Waldbesitzer, sich vor dem Baumfällen und der Neupflanzung, mit den Revierleitern abzusprechen. „Nehmen Sie die Hilfe in Anspruch. Wir sind für Sie da“, sagte Freidel. Nach den Berichten über eine gute Kassenlage der FBG und die Kassenprüfung wurde einstimmige Entlastung erteilt. Andreas Beck schied als Kassenprüfer aus, neu gewählt wurde Klaus Morath.