„Es gibt nichts Gutes. Außer man tut es“, fasste Erich Kästner seine Moral-Philosophie zusammen, die sich Wolfgang Schilke zu eigen macht. Seit der gelernte Maler pensioniert ist, nimmt er sich auf Bitten des Ortschaftsrats in und um Birkendorf immer wieder der Einrichtungen an, die mit Pinsel und Farbe verschönert werden sollen.

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„Die Hydranten standen schon länger auf unserer Wunschliste im Ortschaftsrat. Es ist ein vorbildlicher ehrenamtlicher Einsatz eines Bürgers“, freut sich Norbert Schwarz. Nachahmer seien immer gerne willkommen, so der Ortsvorsteher.

Wolfgang Schilke hat 2020 ehrenamtlich etwa 40 Ruhebänke in und rund um Birkendorf neu gestrichen. Mit im Bild die Ortschaftsrätinnen Marianne Buchmüller (links) und Carina Moor.
Wolfgang Schilke hat 2020 ehrenamtlich etwa 40 Ruhebänke in und rund um Birkendorf neu gestrichen. Mit im Bild die Ortschaftsrätinnen Marianne Buchmüller (links) und Carina Moor. | Bild: Ursula Ortlieb

Das Dorfbild liegt Wolfgang Schilke als langjährigem Mitglied des Verkehrsvereins und Leiter der Trachtengruppe am Herzen, der sich gerne an die Zeit erinnert, als Birkendorf vor fast 50 Jahren beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ mit der Goldmedaille ausgezeichnet wurde. Der damalige Bürgermeister Eugen Kaiser konnte die Leute dafür begeistern, auch für den wachsenden Tourismus das Dorfbild zu verschönern.

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Dieses ist auch den Mitgliedern des Ortschaftsrats ein Anliegen, die mit ehrenamtlichen Arbeitseinsätzen verschiedene Projekte realisieren konnten. Sie sind für die Unterstützung durch Bürgerengagement wie das von Wolfgang Schilke dankbar. Der gelernte Maler im Ruhestand nahm sich in den letzten Jahren verwitterten Ruhebänken, Wegschildern, Dorfbrunnen und jetzt wieder seit Anfang dieser Woche auch der Hydranten an. „Die Vorarbeiten mit Gras oder Büsche wegschneiden, abschleifen und reinigen, ist die meiste Arbeit“, sagt der Pensionär. Erst das Bemalen am Schluss mache wirklich Spaß.

Viel Zeit ehrenamtlich investiert

Inzwischen hat Wolfgang Schilke bereits viele Stunden investiert. „Es wird noch einige Zeit brauchen, bis alle Hydranten wieder glänzen“, so der Ruheständler. Zehn davon haben inzwischen einen neuen Anstrich mit roter und weißer Farbe erhalten, Ruhebänke und Schilder wurden farblich nachgestrichen. Aus „einigen Bänken und Schildern“, wie die Ortschafträte zunächst meinten, sind letztlich über jeweils 30 geworden. „Wenn man erst mal anfängt kommt eins zum anderen, da kann man gar nicht einfach aufhören“, sagt Schilke. Nach den Hydranten sollen auch verschiedene Geländer einen Neuanstrich erhalten. Die Kosten für die Farbe werden aus dem Ortschafts-Budget bestritten, das ansonsten verschont bleibt und für andere Maßnahmen genutzt werden kann.